Euro-Schuldenkrise: FDP sorgt sich um Koalition

Berlin - Kommt mit den Finanzmärkten auch die Koalition im Bundestag ins Wanken? Bei der FDP wächst in der dramatischen Euro-Schuldenkrise die Sorge um die Zusammenarbeit mit der CDU/CSU.

Man sei sich derzeit mit der Union zwar über die Leitplanken zur Stabilisierung der Euro-Zone einig. Es gebe jedoch eine gehörige Skepsis, wie belastbar dieser Konsens sei, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus FDP-Kreisen in Berlin. Es werde aufmerksam registriert, dass “mancher in der Union durchaus anfällig für die Sirenengesänge der SPD ist“.

In der FDP werden derzeit intensive Debatten über den Kurs bei der Euro-Rettung geführt. Es gebe in der Partei Kräfte, die zwar Ja zu Europa sagten, gleichzeitig jedoch warnten: “Uns werden die Preise zu hoch.“ Diese Gruppe sei nicht die Mehrheit.

Die Parteispitze selbst sehe die Euro-Rettung als eine “liberale Kernkompetenz“ an. Feste Position sei es, eine Transferunion über gemeinsame Euro-Anleihen zu verhindern. Hier eröffne sich eine gute Chance, der angeschlagenen FDP wieder mehr Profil zu geben.

Nicht ausgeschlossen wird in der FDP, dass der Bundestag noch vor Ende der Sommerpause zu einer Sondersitzung zusammenkommen könnte, um die zusätzlichen Kompetenzen für den Euro-Rettungsschirm EFSF schneller auf den Weg zu bringen. Dies könne zu einer Beruhigung der Märkte beitragen.

dpa

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