USA

Die Trips der Trumps: Reisen der Präsidentenfamilie belasten den Secret Service

Donald Trump und Familie reisten in einem Jahr mehr als die Obamas in sieben. Die Rechnung zahlt der Steuerzahler, das Geld streicht zum Teil Trumps eigene Firma ein.

  • Donald Trump: Debatte über Reisekosten des US-Präsidenten 
  • Die Trumps reisen viel häufiger als die Obamas
  • Ausgaben verwandeln sich zum Teil in Einnahmen für die Trump Organization

USA - Es gibt eine Sache, bei der US-Präsident Donald Trump* seinen Amtsvorgänger Barack Obama um Längen voraus ist. Die Trumps nutzen die Dienste des „United States Secret Service“, der Behörde zuständig für den Schutz des Präsidenten und seiner Familie, weitaus häufiger als die Obamas.


Und der Unterschied ist gewaltig. In nur einem Geschäftsjahr hat Familie Trump mehr Reisen in Begleitung und unter dem Schutz des Secret Service unternommen als Familie Obama in sieben Jahren. Wie die US-amerikanische Organisation namens „Citizens for Responsibility and Ethics in Washington“, abgekürzt CREW und übersetzt „Bürger für Verantwortlichkeit und Ethik in Washington“, ermittelt hat, reisten die Obamas im Schnitt 133,3 Mal pro Jahr. Die Trumps kommen im selben Zeitraum auf gigantische 1.625 Reisen. Grundlage der Untersuchung durch CREW waren die offiziellen Zahlen des US-Finanzministeriums.

Donald Trump beansprucht den Secret Service - Behörde warnte bereits 2017


Der extreme Anstieg der Inanspruchnahme der Dienste des Secret Service besorgte bereits im August 2017 den damaligen Direktor der Behörde, Randolph Alles. Er warnte davor, dass seine Behörde personell und finanziell auf einen Engpass zusteuere. Innerhalb des Jahres 2017 seien die Ausgaben des Secret Service für den Schutz des Präsidenten, des Vizepräsidenten und deren Familien um 60 Millionen US-Dollar angestiegen, wie die Washington Post berichtete. Das entspricht nahezu einer Verdopplung der Ausgaben der Behörde, deren gesamter Etat im Jahr 2015 noch bei 80 Millionen US-Dollar gelegen hatten. 

Alles ist nicht mehr im Amt, er wurde im Mai 2019 ohne Angaben von Gründen durch James Murray ersetzt. Die Probleme aber sind geblieben.

Familie Trump: Fünf Kinder und eine Ehefrau unter dem Schutz des Secret Service

Nun könnte man als Erklärung für den eklatanten Anstieg der Aufwendungen zum Schutz der Präsidentenfamilie die größere Anzahl an Familienmitgliedern bei den Trumps anführen. Während Barack Obama nur zwei Töchter und die auch noch mit derselben Frau hat, sind es bei Donald Trump immerhin fünf Kinder mit drei Ehefrauen. Unter den Schutz des Secret Service fallen in der Regel alle unmittelbaren Familienmitglieder. Im Falle der Trumps sind das:

Doch die gestiegenen Kosten mit der größeren Familie zu erklären, greift laut den Recherchen von CREW zu kurz. Denn während andere Präsidenten vor Donald Trump sich für die Dauer ihrer Amtszeit von ihren persönlichen Reichtümern distanzierten und zum Beispiel eine Treuhandgesellschaft einsetzten, die ihre Firmen und Vermögen vorübergehend verwalteten, hat sich Donald Trump von Anfang gegen diesen Schritt geweigert. Stattdessen übertrug er die Leitung seiner Firma einfach seinen beiden Söhnen Donald Trump Junior und Eric Trump.

Donald Trump Jr. und Eric Trump unterwegs im Auftrag des Familienunternehmens

Die Geschäfte eines international tätigen Unternehmens wie der „Trump Organization“ zu leiten erfordert entsprechend viele Reisen rund um den Globus. Werden diese Reisen von Kindern des US-Präsidenten unternommen, was sowohl für Eric als für Donald Trump Junior gilt, dann müssen diese wiederum vom Secret Service begleitet werden. Das galt zum Beispiel im Februar 2017 für einen Trip von Eric und Don Jr. nach Dubai, wo die beiden ein Trump Golfresort eröffneten. Laut CREW kostete diese Geschäftsreise die US-Steuerzahler mehr als 200.000 US-Dollar.

Die Kosten für den Schutz der Präsidentenfamilie werden zusätzlich durch die zahlreichen Trips der Trumps nach Mar-a-Lago, dem Golfresort Trumps in Florida, in die Höhe getrieben. Donald Trump selbst bezeichnete sein Luxusresort im Süden der USA bereits scherzhaft als „Winter White House“. Der erhöhte Aufwand, der durch die Sicherung der weitläufigen und dafür nicht ausgerichteten Anlage entsteht, führt dabei nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer starken Belastung des Secret Service Personals: Das US-Magazin „Vice“ zitierte im April des Jahres 2019 in einem Artikel einen anonymen Agenten, der von zahlreichen „Burnouts“ seiner Kolleginnen und Kollegen aufgrund der ständigen Reisen nach Mar-a-Lago berichtete.

Donald Trump in Mar-a-Lago: Die Rechnung zahlt der Steuerzahler

Noch pikanter wird die Angelegenheit durch einen weiteren Umstand. Denn ein Teil der angestiegenen Ausgaben hat sich in Einnahmen für die Trump Organization verwandelt - und zwar immer dann, wenn die Beamten des Secret Service in einem der Luxushotels Trumps abgestiegen waren. Laut der Washington Post übernachten die Leibwächter Trumps bei Trips nach Mar-a-Lago immer in dem Luxusresort, was allein in den ersten fünf Monaten der Präsidentschaft Trumps Kosten von 250.000 US-Dollar verursacht habe.

Im Jahr 2019 machte ein Zwischenstopp von Vizepräsident Mike Pence in Irland Schlagzeilen. Statt in der Nähe der US-Basis sein Quartier aufzuschlagen, entschied sich Mike Pence* für ein Trump-Resort am anderen Ende der Insel. Auch die Air Force Crew mietete sich im weit entfernten Golfhotel ein.

Um den Eindruck der Vetternwirtschaft seitens der Familie Trump zu entkräften, hat CREW einen simplen Vorschlag: Die Trump Organization solle einen Teil der Kosten für den enormen Aufwand des Schutzes der Präsidentenfamilie übernehmen. Die beiden Vizepräsidenten der Firma, Eric Trump und Donald Trump Junior, haben sich bislang nicht zu dieser Forderung geäußert.

von Daniel Dillmann

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Rubriklistenbild: © Ken Cedeno/dpa

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