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News-Ticker zum Kriegsgeschehen

US-Militärexperten: Putin könnte Ukraine-Krieg als „Anti-Terror-Operation“ verkaufen

Massenflucht aus Russland: Wegen Putins Teilmobilisierung wollen viele Männer ins Ausland. News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 28. September, 10.29 Uhr: Russland könnte nach Erkenntnissen des ISW auch unausgebildete Soldaten in die Front schicken. Weitere Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 28. September, 6.08 Uhr: Russland könnte versuchen, die Invasion in der Ukraine als „Anti-Terror-Operation“ zu rechtfertigen. Das ergab eine Analyse der US-Kriegsforscher des Institute for the Study of War. Dem ISW-Bericht zufolge hatte Sergei Aksjonow, der Ministerpräsident der von Russland annektierten Region Krim, am Montag gesagt, dass russische Beamte während der „Anti-Terror-Operation“ in den neu annektierten Gebieten das Kernkraftwerk Saporischschja vorübergehend abschalten könnten. Aksjonow berief sich dabei auf ein russisches Bundesgesetz.

Indes berichtete die ukrainische Zeitung Kyiv Indpendent am Mittwoch unter Berufung auf Militärangaben, dass das ukrainische Militär im Süden Erfolge gelungen seien. So hätten Truppen der Ukraine am Dienstag 58 russische Soldaten getötet sowie einen Panzer und sieben Militärfahrzeuge zerstört. Außerdem konnten ukrainische Kräfte offenbar eine Drohne in der Oblast Cherson sowie einen russischen Su-35-Kampfjet in der Region Mykolajiw abschießen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ukrainisches Militär erzielt offenbar weitere Erfolge in der Region östlich des Flusses Oskil in Charkiw

Update vom 27. September, 20.49 Uhr: Das ukrainische Militär hat bekannt gegeben, dass es weitere Erfolge erzielen konnte. Aus mehreren Videos geht hervor, dass die ukrainischen Streitkräfte östlich des Flusses Oskil in der Region Charkiw - der die Grenze ihrer jüngsten erfolgreichen Offensive bildete - weitere Fortschritte gemacht haben.

Einer der kurzen Videoclips, die am Dienstag veröffentlicht wurden, zeigt einen ukrainischen Soldaten beim Hissen der Nationalflagge in Kupyansk Vuzlovyi, einem Vorort südlich der Stadt Kupyansk. Andere Clips zeigen, wie ukrainische Truppen in Dörfer eindringen, die weiter südlich liegen, in der Nähe der Grenze zwischen den Regionen Charkiw und Donezk. Bei diesen Dörfern handelt es sich um Koroviy Yar und Ridkodub.

Update vom 27. September, 20.01 Uhr: Lettland hat angesichts der russischen Teilmobilisierung im Krieg gegen die Ukraine den Ausnahmezustand in der Grenzregion zu Russland verhängt. Die Regelung ermöglicht den Zugriff auf zusätzliche Ressourcen zum Schutz der Grenze, falls mehr Menschen von russischer Seite versuchen sollten, nach Lettland einzureisen. Auch könnten damit Kontrollen schneller organisiert werden.

Die Sonderregelung gilt vom 28. September an für drei Monate in mehreren Bezirken im Osten des baltischen EU- und Nato- Landes - inklusive Grenzkontrollpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen. Die Regierung in Riga beschloss am Dienstag zudem den Grenzübergang Pededze zu schließen, um den Zustrom russischer Bürger weiter zu reduzieren. Zudem wurde der Grenzschutz angewiesen, die Grenze verstärkt zu überwachen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Krieg in der Ukraine: Lettland hat bisher knapp 2500 Russen ins Land gelassen

Dem Innenministerium zufolge ist die Situation an der lettisch-russischen Grenze stabil, ruhig und unter Kontrolle. Mit der von Russland angekündigten Teilmobilisierung habe die Zahl der russischen Bürger, die ihr Land verlassen wollten, jedoch erheblich zugenommen. Daher bestehe die Gefahr, dass die Zahl der illegalen Migranten auch rapide ansteigen könnte, hieß es.

Als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte Lettland zusammen mit Estland, Litauen und Polen zuletzt die Einreise für viele Menschen aus dem Nachbarland gestoppt - auch falls diese über gültige Schengenvisa verfügen. Nach Angaben des Innenministeriums in Riga wurde seit Inkrafttreten der Regelung am 19. September insgesamt 57 Russen die Einreise verweigert. 2475 Russinnen und Russen seien seitdem legal über die Landgrenze nach Lettland gekommen, nach Russland ausgereist seien 2332.

Update vom 27. September, 17.14 Uhr: Russland hat verkündet, dass die Bewohner der vier ukrainischen Gebiete, in denen Scheinreferenden stattfinden, angeblich mehrheitlich für den Beitritt gestimmt haben. Die Ukraine will sich davon nach eigenen Angaben nicht beeinflussen lassen. „Diese Maßnahmen, diese Entscheidungen von Putin werden keinen Einfluss auf die Politik, Diplomatie und das Handeln der Ukraine auf dem Schlachtfeld haben“, sagte Kiews Außenminister Dmytro Kuleba auf einer Pressekonferenz.

Teilmobilisierung: Hunderttausende Russen fliehen nach Kasachstan und Georgien - Kreml nimmt Stellung

Update vom 27. September, 15.44 Uhr: Angesichts ihres drohenden Einsatzes an der ukrainischen Front sind zehntausende russische Männer aus dem Land geflohen. Allein nach Kasachstan reisten nach Angaben der dortigen Migrationsbehörde innerhalb einer Woche fast 100. 000 russische Staatsbürger ein. An der Grenze zu Georgien stauten sich am Dienstag, 27. September, rund 5000 Fahrzeuge.

Tausende Fahrzeuge stauen sich an der russisch-georgischen Grenze. Viele Russen wollen der Teilmobilisierung im Ukraine-Krieg entgehen.

Das russische Verteidigungsministerium gab jetzt an, keinen Druck auf diese Länder ausüben zu wollen, um russische Kriegsflüchtlinge zur Rückreise in ihre Heimat zu zwingen. Man habe nicht vor, dahingehend an die Behörden dieser Staaten zu appellieren. Der kasachische Innenminister Marat Achmetschanow hat bereits erklärt, sein Land werde russische Kriegsdienstverweigerer nicht ausliefern - es sei denn, sie seien international zur Fahndung ausgeschrieben.

Ukraine-Offensive: Kiew meldet weitere Gebietsgewinne

Update vom 27. September, 11.25 Uhr: Während Russland in vier Gebieten der Ukraine Scheinreferenden abhält, rücken die ukrainischen Truppen offenbar im Osten weiter vor. Die Streitkräfte konnten offenbar östlich des Flusses Oskil weitere Gebietsgewinne erzielen. Die Siedlung Pisky-Radkiwski stehe wieder unter ukrainischer Kontrolle, teilte die Verwaltung der Gemeinde Borowa in der Nacht zum Dienstag beim Nachrichtendienst Telegram mit. Dazu wurden Fotos von zerstörter russischer Technik gezeigt.

Zuvor hatte der ukrainische Generalstab von russischem Beschuss gegen Kupjansk-Wuslowyj etwa 40 Kilometer nördlich geschrieben und damit Berichte über die Rückeroberung der Stadt indirekt bestätigt. Kupjansk-Wuslowyj ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt auf dem linken Ufer des Oskil.

Nach ihrer Vertreibung aus dem Großteil des Charkiwer Gebiets Anfang September zogen sich die russischen Truppen hinter die Linie der Flüsse Oskil und Siwerskyj Donez zurück. Sie konnten diese Linie jedoch nicht halten. Auch im südlich angrenzenden Donezker Gebiet sollen ukrainische Einheiten ebenfalls Erfolge haben und sich dem Luhansker Gebiet auf wenige Kilometer genähert haben.

Ukraine-Krieg: Sieben Tote bei Luftschlag in der Region Charkiw

Update vom 26. September, 17.56 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden gab es offenbar russische Angriffe auf die ostukrainischen Gebiete Charkiw und Donezk, wie die jeweiligen Gouverneure der Regionen berichteten. Bei einem russischen Luftschlag in Perwomajskyj im Gebiet Charkiw kamen demnach am Montag sieben Menschen ums Leben. Nach Angaben des staatlichen Notdienstes der Oblast Charkiw war auch ein 15-jähriges Kind unter den Opfern. In der Oblast Donezk (ohne Mariupol und Wolnowacha) töteten die russischen Streitkräfte offenbar drei Zivilisten und verletzten 11, berichtete der Gouverneur der Oblast, Pawlo Kyrylenko. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Womöglich weitere Gräber im Osten der Ukraine entdeckt

Nach der Entdeckung hunderter Gräber und mehrerer „Folterräume“ in der zurückeroberten Region Charkiw im Osten der Ukraine sind ukrainische Streitkräfte womöglich auf weitere Gräber gestoßen. Behörden und Soldaten sprachen am Montag von bis zu Hundert Leichen in dem Ort Kosatscha Lopan etwa 40 Kilometer nördlich von Charkiw, nahe der russischen Grenze, ohne jedoch nähere Angaben zu machen. Soldaten, die das Gelände bewachen, sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie erwarten, die Leichen russischer und ukrainischer Truppen sowie örtlicher Zivilisten zu finden.

Ukrainischer Generalstab berichtet von insgesamt 57.200 getöteten russischen Soldaten seit Kriegsbeginn

Im täglichen Bericht des ukrainischen Generalstabs hieß es indes, dass seit Beginn des Krieges am 24. Februar 57.200 russische Soldaten getötet wurden, das wären 500 mehr als am Vortag. Außerdem hätten die ukrainischen Truppen 260 russische Flugzeuge (+1) zerstört, 2290 (+15) Panzer, 224 (+4) Helikopter und 4857 (25) gepanzerte Mannschaftstransportwagen.

Erste neu rekrutierte Soldaten offenbar in Militärbasen angekommen

Update vom 26. September, 13.01 Uhr: Die ersten Soldaten, die Putin durch seine Teilmobilmachung neu rekrutieren ließ, sind in den Militärbasen angekommen. „Mehrere zehntausend“ Einberufungsschreiben seien verschickt worden. Das meldete der britische Geheimdienst auf Twitter, und prognostiziert Moskau dabei „verwaltungstechnische sowie logistische Probleme“, die Rekruten schulen zu lassen.

In der russischen Armee sei es im Gegensatz zu vielen westlichen Armeen üblich, eine Erstausbildung innerhalb operativer Einheiten zu durchlaufen statt in speziellen Ausbildungseinrichtungen. Normalerweise werde innerhalb jeder Brigade eine gewisse Zahl an Ausbildern bereitgestellt, die neue Rekruten trainieren würden. Viele dieser sogenannten dritten Bataillone seien jedoch aktuell in die Ukraine entsandt.

Die mangelnde Ausbildung der russischen Soldaten mache nun hohe Verluste beim Überfall auf die Ukraine wahrscheinlich.

Putin braucht Nachschub: Russische Soldaten sollen mit rostigen Waffen in den Ukraine-Krieg ziehen (Symbolfoto).

Söldner im Ukraine-Krieg: „Putins Koch“ bekennt sich als Gründer der Wagner-Gruppe

Update vom 26. September, 10.44 Uhr: Jewgeni Prigoschin werden enge Verbindungen zu Putin nachgesagt. Nun hat sich der russische Unternehmer zur Gründung der Söldner-Truppe Wagner bekannt - und deren Einsätze in Ländern in Europa, Nahost und Afrika bestätigt. Er habe die Gruppe im Mai 2014 gegründet, um Kämpfer in den ukrainischen Donbass zu schicken, erklärte Prigoschin in einer Mitteilung seines Unternehmens.

Ab diesem Zeitpunkt sei „eine Gruppe von Patrioten“ geboren, die „später den Namen bataillonstaktische Gruppe Wagner“ erhalten habe. Prigoschin erklärte weiter: „Und nun ein Geständnis (...) diese Jungs, Helden, haben das syrische Volk verteidigt, andere Völker in arabischen Ländern, die Benachteiligten in Afrika und Lateinamerika, sie sind zu einer Säule unseres Vaterlandes geworden.“

Die paramilitärische Wagner-Gruppe steht seit Jahren im Verdacht, an verschiedenen Konfliktschauplätzen im Verborgenen für den Kreml zu arbeiten. Moskau hat dies stets bestritten und jegliche Verbindung mit paramilitärischen Gruppen verneint. Prigoschin selbst war eine Zeit lang einer der Lieferanten der Küchen im Kremlin, was ihm den Spitznamen „Putins Koch“ einbrachte.

Auch als „Putins Koch“ bekannt: Jewgeni Prigoschin (Archivbild von 2016)

Russische Armee im Ukraine-Krieg: Moskau schickt neue Soldaten offenbar unvorbereitet an die Front

Update vom 26. September, 07.01 Uhr: Die russische Armee soll neue Soldaten, die bei der Teilmobilmachung rekrutiert werden, ohne Ausbildung direkt an die Front schicken. Das berichtet der ukrainische Generalstab am Sonntag (25. September) auf seiner Facebook-Seite. So sollen die Verluste in den eigenen Einheiten möglichst schnell ersetzt werden.

Dies wirke sich erheblich auf die Moral und den psychologischen Zustand der Soldaten aus, führt der Generalstab weiter aus. Zudem soll die Qualität der russischen Kampfeinheiten darunter leiden.

Russische Rekruten steigen in einen Bus in der Nähe eines militärischen Rekrutierungszentrums in der russischen Großstadt Krasnodar. (Foto vom 25. September 2022)

Zwangsrekrutierungen: Männer aus besetztem Melitopol könnten als „Kanonenfutter“ missbraucht werden

Update vom 26. September, 07.01 Uhr: Der Bürgermeister der von Russland besetzten Stadt Melitopol im Südosten der Ukraine, Iwan Fedorow, befürchtet, dass auch Ukrainer in diesen Regionen für den russischen Kriegsdienst rekrutiert werden. „Sie werden die Männer dazu zwingen, in ihren Streitkräften zu kämpfen“, sagte Fedorow den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

Männer zwischen 18 und 63 dürften seine Stadt Melitopol nicht verlassen, sagte Fedorow. Dies sei ein großes Problem. Man habe den Männern geraten, Melitopol Richtung Krim zu verlassen und von dort nach Georgien oder in die Europäische Union zu reisen. Aber jetzt seien die Stadt und die Dörfer in der Region abgeriegelt. Russland erlaube keine Fahrten zwischen den Städten und den Dörfern.

„Sie werden unsere Männer einziehen und als Kanonenfutter missbrauchen. Sie werden alle Männer mobilisieren, egal welchen Alters“, sagte der Bürgermeister. Er hob hervor, dass ein vergleichbares Vorgehen der russischen Besatzungstruppen bereits in den Regionen Donezk und Luhansk zu beobachten sei. Die Männer dort hätten „keine Chance, nein zu sagen“, sagte er.

Ukraine-News: Selenskyj reagiert auf Proteste in der russischen Teilrepublik Dagestan

Update vom 25. September, 22.35 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat auf Berichte über Proteste gegen Russlands Teilmobilisierung in Dagestan reagiert: „Wir sehen, dass Menschen, besonders in Dagestan, angefangen haben, um ihr Leben zu kämpfen“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Er bezog sich dabei auf heftige Proteste, die Stunden zuvor in der muslimisch geprägten russischen Teilrepublik Dagestan im Kaukasus ausgebrochen waren.

In einem Dorf, aus dem 110 Männer für den Krieg gegen die Ukraine eingezogen werden sollten, gingen Polizisten dabei am Sonntag Berichten zufolge sogar mit Warnschüssen gegen Demonstranten vor. „Ich betone einmal mehr: Es gibt keinen Ausweg“, sagte Selenskyj. „Flieht. Oder begebt euch bei der ersten Gelegenheit in ukrainische Gefangenschaft.“

Wut in Russland? Dagestan im Fokus – Videos zeigen Putins Polizei in Schwierigkeiten

Update vom 25. September, 19.40 Uhr: Mutmaßliche Zusammenstöße zwischen Polizei und Gegnern der russischen Teilmobilmachung in Dagestan stoßen in ukrainischen Medien auf großes Interesse. Die beiden Portale Nexta und Kyiv Independent teilten am Abend mehrere Videos, die Schwierigkeiten der putintreuen Einsatzkräfte zeigen sollen. So sei etwa die Festnahme eines Protestierenden verhindert worden. Demonstranten seien auch gewaltsam auf Polizisten losgegangen, eine Gruppe Frauen habe „Nein zum Krieg!“ skandiert. Offizielle Bestätigungen für diese Darstellungen gab es nicht.

Proteste habe es nicht nur in kleinen, angeblich massiv von der Mobilmachung betroffenen Dörfern (siehe voriges Update), sondern auch in der Hauptstadt Dagestans, Machatschkala, gegeben, schrieb Nexta. Dort habe die russische Nationalgarde Demonstranten eingekesselt.

Berichten der beiden ukrainischen Medien zufolge gab es am Sonntag auch eine Detonation in der russisch besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine. Ersten Erkenntnissen zufolge sei ein Auto explodiert. Über die Insassen sei zunächst nichts bekannt gewesen. Diese Berichte ließen sich nicht verifizieren. Im August hatte ein tödlicher Anschlag auf das Auto der Kreml-Propagandistin Darja Dugina international Schlagzeilen gemacht.

Wut über Putins Teilmobilmachung in Süd-Russland? Video soll Polizei-Warnschüsse zeigen

Update vom 25. September, 17.52 Uhr: In der russischen Teilrepublik Dagestan ist die Polizei angeblich mit Warnschüssen gegen Proteste gegen die russische Teilmobilmachung vorgegangen. Das berichten Bürgerrechtler am Sonntag. Auf Videos ist zu sehen, wie Polizisten Gewehre in die Luft richten, dann sind Schüsse zu hören. Auch Gerangel zwischen Anwohnern und Beamten ist zu sehen. Laut dagestanischen Medien war der Protest eine Reaktion darauf, dass aus dem Dorf 110 Männer in den Krieg gegen die Ukraine gezwungen wurden.

Im Dorf Endirej hatten Anwohner eine Straße blockiert, um so die von Russland Präsident Wladimir Putin angeordnete Teilmobilisierung zu behindern, wie die unabhängige Organisation OVD-Info am Sonntag mitteilte. Das muslimisch geprägte Dagestan gehört zu den Regionen Russlands, aus denen Beobachtern zufolge besonders viele Männer eingezogen werden. Aktivisten beklagen, dass Angehörige ethnischer Minderheiten besonders stark von der Mobilmachung betroffen sind und sprechen deshalb teils sogar von „ethnischen Säuberungen“.

Dieses Foto zeigt Menschen in Machatschkala an einem Militär-Rekrutierungszentrum am vergangenen Donnerstag (22. September).

Putins Marine und Angriffe in der Ostsee: Deutscher Vize-Admial warnt – „Embargo greift noch nicht“

Update vom 25. September, 14.42 Uhr: Die Aufrüstung der russischen Marine geht trotz westlichem Embargo und Ukraine-Krieg nach Einschätzung des deutschen Marineinspekteurs Jan Christian Kaack weiter. „Ich gehe davon aus, dass die russische Marine im Wesentlichen gestärkt aus dem Ukraine-Krieg herausgehen wird“, sagte der Vize-Admiral der Welt. „Wir erkennen derzeit den ungebremsten Neubau von modernen Einheiten, die hoch effektiv ausgerüstet sind. Da scheint das westliche Embargo noch nicht zu greifen.“

Die Einheiten würden mit Überschallwaffen oder ballistischen Iskander-Raketen ausgestattet. Die Ankündigung Putins, neuartige Hyperschall-Seeraketen namens „Zirkon“ schon bald auf einer Fregatte in Dienst zu stellen, sei keine Propaganda: „Ich nehme das ernst. Sehr ernst.“

Kaack warnte zugleich vor russischen Angriffen unter Wasser. „Auf dem Grund der Ostsee, aber auch im Atlantik gibt es einiges an kritischer Infrastruktur wie Pipelines oder Unterseekabel für IT. Da können sie Ländern wie Estland schnell das Licht ausschalten, und es gibt Gefährdungen der globalen Kommunikationsstrukturen, auf die man besonders achten muss.“ Nach Kaacks Worten haben sich russische Unter- oder Überwassereinheiten zuletzt über längere Zeit im Bereich dieser Kabel aufgehalten.

Ukraine-News: Scheinreferenden gehen trotz Beschuss weiter

Update vom 25. September, 13.26 Uhr: Die Scheinreferenden in der Ukraine gehen trotz Beschuss weiter. Nach Angaben der russischen Besatzungsbehörden starben im Gebiet Cherson am Sonntag zwei Menschen in einem Hotel bei einem ukrainischen Raketenangriff.

In der Stadt Enerhodar im Gebiet Saporischschja musste ein Wahllokal wegen massiven Beschusses von ukrainischer Seite an eine andere Stelle verlegt werden, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Unabhängig verifizieren ließen sich diese Angaben zunächst nicht. Die international als Bruch des Völkerrechts kritisierten Abstimmungen sind auch im Gebiet Donezk noch bis Dienstag angesetzt.

Geheimdienst: Teilmobilmachung setzt auch Putins Nationalgarde unter Druck

Update vom 25. September, 10.53 Uhr: Die russische Nationalgarde (Rosgwardija) gerät nach britischer Einschätzung zunehmend unter Druck. „Es besteht eine realistische Möglichkeit, dass die Mobilisierung genutzt wird, um die Rosgwardija-Einheiten mit zusätzlichen Kräften zu verstärken“, teilte das Verteidigungsministerium in London mit und berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse.

Forderungen, die Teilmobilisierung auf die Truppe auszudehnen, habe es in Moskau bereits gegeben, betonte die Behörde „Rosgwardija-Einheiten haben sowohl im Kampf als auch bei der Sicherung des Hinterlands in der Ukraine eine wichtige Rolle gespielt und erleichtern derzeit Beitrittsreferenden in den besetzten Gebieten“, hieß es in London.

Die Truppe, die zum Innenministerium gehört, sei eigentlich für den Einsatz in Russland vorgesehen und solle dazu beitragen, das „Regime“ von Putin zu sichern. „Sie war besonders schlecht auf die intensiven Kämpfe in der Ukraine vorbereitet“, so das Ministerium. „Angesichts der Notwendigkeit, den wachsenden Dissens in Russland zu unterdrücken, sowie operativen Aufgaben in der Ukraine steht Rosgwardija höchstwahrscheinlich unter besonderem Druck.“

Teilmobilmachung durch Putin: Insider berichtet von Chaos

Erstmeldung vom 25. September: Kiew/Washington - Wer soll jetzt für Russland in den Ukraine-Krieg? Ein fehlender Punkt im Dekret sorgte in der Frage für Verwirrung. Insgesamt 300.000 Männer will Moskau laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu einziehen - das könnte dem Plan von Kremlchef Wladimir Putin widersprechen, so das Institute for the Study of War (ISW) in seinem jüngsten Update vom 25. September.

Putins Teilmobilmachung: Insider berichtet von Widerstand im Verteidigungsministerium

Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums sollen Militärs dafür gerügt haben, „exzessiv“ Einberufungen verschickt zu haben, ohne auf Ausnahmen etwa nach Alter oder Einschränkungen zu achten. Das berichtet das ISW unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Insider. Laut dem ISW-Bericht sind die Föderationskreise für die Durchführung der Einberufung zuständig, während das Verteidigungsministerium die Kontingente und Fristen setzt. Doch hier herrsche nun „Verwirrung, Desorganisation sowie Verletzungen der Vorgaben.“

„Das deutet auf einen möglichen Riss zwischen Schoigu und Putin hin“, so die Einschätzung der Militärexperten vom ISW. Das ISW ist ein Thinktank mit Sitz in Washington.

Proteste in Russland: Selenskyj fordert Moskau zum Aufgeben auf

Nach neuen Protesten gegen russische Teilmobilmachung hat unterdessen Wolodymyr Selenskyj Moskaus Kämpfer zum Aufgeben aufgefordert. Es sei besser, die Einberufung zum Dienst abzulehnen, als auf fremder Erde als Kriegsverbrecher zu sterben, sagte der ukrainische Präsident in einer Videobotschaft - in russischer Sprache. Zugleich bot er an, dass sich russische Soldaten freiwillig in Kriegsgefangenschaft begeben könnten. Dort würden sie zivilisiert behandelt.

Bei vielen Russen hat die Teilmobilmachung für den russischen Überfall auf die Ukraine Panik ausgelöst, viele versuchen das Land zu verlassen. Bei Protesten in Dutzenden Städten in Russland wurden seit Mittwoch (21. September) mehr als 2000 Menschen festgenommen. (frs mit Material von AFP und dpa)

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