Demonstrationen abgesagt

Ist Coronavirus wie Klimakrise? „Fridays for Future“-Chefin rechnet mit Regierung ab

Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat eine klare Meinung zur Bekämpfung des Coronavirus.
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Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat eine klare Meinung zur Bekämpfung des Coronavirus.

Luisa Neubauer, das deutsche Gesicht von Fridays for Future, wundert sich, wie handlungsfähig eine Regierung angesichts einer Krise wie das Coronavirus sein kann.

  • Luisa Neubauer ist das deutsche Gesicht von Fridays for Future.
  • Die Klimaaktivisten sagten Demos wegen des Coronavirus* ab.
  • Auf die Corona-Krise reagierte die Regierung prompt, die Klimakrise kommt ihre dabei zu kurz. 

München - Seit eineinhalb Jahren versucht die „deutsche Greta“, Luisa Neubauer* in Deutschland zu erreichen, dass der Klimawandel ernst genommen und ihm mit radikalen Maßnahmen begegnet wird. Von einer Klimakrise schreibt sie in einem Beitrag auf stern.de. Nun blickt die Aktivistin verwundert auf das, zu dem ein Land imstande ist, wenn es wirklich glaubt, sich in einer Krise zu befinden.

Corona-Krise zeigt Klimaaktivistin was möglich ist - „wenn man wirklich will“

„Wenn man wirklich will, wenn man wirklich, wirklich will, dann kann man Krisen durchaus wie Krisen behandeln“, schreibt sie. „Man kann sie akzeptieren als Krisen, bei denen ein ernsthafter Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen essenziell ist, bei denen klare Prioritäten gesetzt und souveräne Antworten formuliert werden müssen.“ Das täte die Bundesregierung angesichts eines neuartigen Virus, der für einige Menschen gefährlich sei und um die Welt jette. Neubauer freut das - und es wundert sie. Ein ARD-Kommentator plädiert unterdessen für ein massives Umdenken in der Gesellschaft nach Corona.


„Klima-Krise ignoriert“: Luisa Neubauer beschreibt Widerspruch der Politik

„Wir erleben eine politisch sinnvolle Inkonsistenz - nur weil man die Klimakrise ignoriert, heißt das schließlich nicht, dass man andere lebensbedrohlichen Krisen ebenfalls ignorieren muss“, stellt sie fest, fasziniert, aber nicht ohne Bitterkeit. Eineinhalb Jahre lang sei ihr von der politischen Klasse erklärt worden, man dürfe die Menschen unter k-e-i-n-e-n Umständen be- geschweige denn überlasten, schreibt sie.

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Und weiter: „So gehen 15 Monate Vorwurfshaltung gegenüber der leisesten Öko-Forderung, das sei doch eine Zumutung, weltfremd, undankbar, und überhaupt unser Schnitzel bekommt ihr aber nicht (ha!), geschmeidig über in eine Gesellschaft, die zwar ein eigentümliches Verhältnis zu Lebensmittelvorräten zum Vorschein bringt, aber sich nebenbei dann doch irgendwie zurecht findet, inmitten dieses großen Coronachaos.“

„Fridays for Future“ sagt wegen Corona Demos ab: „Für unsere Großeltern“

Sie weist auf die Absagen der Großdemos von Fridays for Future hin, unter Hinnahme finanzieller Ausfälle, obwohl so schreibt sie, die Demonstranten zu der kaum gefährdeten Altersgruppe* gehörten. „Wir sagen den Streik nicht für uns ab, wir sagen ihn für unsere Großeltern ab. Weil wir ein gemeinschaftliches Interesse daran haben, die Ausbreitung zu minimieren*“, so Neubauer und fordert die Gemeinschaftlichkeit auch umgekehrt zu denken.

Corona-Krise, Gesundheitskrise, Wirtschaftskrise - Neubauer vermisst Klimakrise in der Wahrnehmung

„Wie bringt man eine zitternde Regierung, die neben einer Corona-Krise, nun auch Gesundheitskrise und Wirtschaftskrisen erwartet, dazu, die Klimakrise, sagen wir, halb so ernst zu nehmen wie eine Corona-Epidemie? Wie löst man den Belohnungswiderspruch in der Begegnung mit den Krisen auf?“

Luisa Neubauer ruft wegen Corona zu besonderem Protest auf: „#NetzStreikFürsKlima“

„Es ist die Art der kollektiven Erfahrungen, die wir hier gerade als Gesellschaft machen. Wir erfahren zum einen, wie es aussehen kann, wenn Krisen ernst genommen werden, oder auch, dass das per se möglich ist (und die Sonne morgens trotzdem noch aufgeht). Zum anderen, erleben wir, was im besten Falle daraus erwachsen kann: ein solidargemeinschaftliches Bewusstsein über geteilte Verantwortungen.“ erläutert Neubauer weiter und ruft die Klimajugend dazu auf, ihren Protest in das World-Wide-Web zu verlegen. Unter dem Hashtag „NetzStreikFürsKlima“ soll ohne Ansteckungsgefahr protestiert werden. Und das wurde auch fleißig getan. 

Wäre die Ausbreitung des Coronavirus nicht schon schlimm genug, kommen jetzt auch noch Panikmacher ins Spiel. Vor diesen Fakenews sollten Sie sich in Acht nehmen.

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