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Forderung nach Antisemitismusbeauftragtem

Knobloch: Jüdisches Leben in Deutschland nur noch unter Polizeischutz möglich

Charlotte Knobloch
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Charlotte Knobloch sieht das jüdische Leben in Deutschland gefährdet.

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sieht öffentliches jüdisches Leben in Deutschland zunehmend bedroht.

"Jüdisches Leben kann in der Öffentlichkeit nur unter Polizeischutz und schärfsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden - oder es muss aus Sicherheitsgründen ganz abgesagt werden", sagte Knobloch der "Heilbronner Stimme" (Freitagsausgabe). 

"Aggressiver Antisemitismus, von verbalen Anfeindungen im Internet und in der analogen Welt über Schändungen und Zerstörungen bis hin zu physischen Angriffen sind in Deutschland an der Tagesordnung." 

Heilbronn: Polizei vermutet antisemitisches Motiv

Knobloch verwies insbesondere auf die teilweise Zerstörung eines Chanukka-Leuchters in Heilbronn und die Absage der öffentlichen Chanukka-Feier in Mülheim/Ruhr aus Sicherheitsgründen. Unbekannte hatten in Heilbronn mehrere Lampen und die dazugehörigen Gaskartuschen von dem neunarmigen Leuchter geschlagen. Die Polizei geht von einem antisemitischen Hintergrund der Tat aus. 

Zur Beschädigung des Chanukka-Leuchters in Heilbronn sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: "Ein antisemitisches Motiv ist zu vermuten. Sollte sich das herausstellen, so bestätigte dies erneut den Zustand, den wir seit Langem beklagen: Regelmäßig werden jüdische Einrichtungen, Synagogen und Friedhöfe geschändet, werden öffentlich zugängliche Ausstellungen und Installationen mutwillig beschädigt oder zerstört." 

Knobloch fordert von der Bundesregierung die Einsetzung eines Antisemitismusbeauftragten. "Antisemitismus erstarkt von rechts und links, in der muslimischen Community und auch in der Mitte der Gesellschaft. Deswegen braucht es einen Antisemitismusbeauftragten", sagte Knobloch. Dieses Amt müsse "starke Kompetenzen und Befugnisse erhalten und darf keine Symbolpolitik sein". "Die wirksame Bekämpfung der vielen offenen und verdeckten Formen von Antisemitismus ist überfällig", betonte die ehemalige Zentralrats-Präsidentin.

afp

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