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AKK-Nachfolger

Paukenschlag in der CDU: Vierter Kandidat will Vorsitzender werden - er ist ein alter Bekannter

Riesen Überraschung! Mitten in der heißen Phase im Rennen um den CDU-Vorsitz bringt sich ein neuer Kandidat in Stellung. Mit seiner erneuten Kandidatur hat wohl kaum jemand gerechnet.

Marburg - Einen Monat vor dem digitalen Parteitag, auf dem entschieden werden soll, wer die CDU bei der nächsten Bundestagswahl anführt, steigt ein alter Bekannter ins Rennen um den Parteivorsitz. Überraschend hat der Marburger Unternehmer Dr. Andreas Ritzenhoff im Interview mit der Oberhessischen Presse angekündigt, um den CDU-Parteivorsitz zu kandidieren.

Die drei bisherigen Kandidaten für den Vorsitz der CDU Deutschlands, Friedrich Merz (l-r), Norbert Röttgen und Armin Laschet

Mit Andreas Ritzenhoff gibt es mittlerweile vier Bewerber um den CDU-Vorsitz. Derzeit befinden sich neben Ritzenhoff noch Armin Laschet, Friedrich Merz* und Norbert Röttgen im Rennen. Die Entscheidung wer letztendlich den Vorsitz übernehmen und damit die Union in die Bundestagswahl 2021 führen wird, fällt am 15. und 16. Januar 2021 auf dem Digital-Parteitag der CDU. 1001 Delegierte können dann abstimmen, wer das Rennen machen soll. Aktuell liegt Merz in den Umfragen auf Platz eins, gefolgt von Röttgen auf Platz und Laschet auf Platz drei.

CDU-Vorsitz: Marburger Unternehmer will CDU-Kanzlerkandidat werden

Andreas Ritzenhoff, Geschäftsführer Seidel GmbH & Co. KG und CDU-Mitglied

CDU-Vorsitz: Ritzenhoff kandidiert zum zweiten Mal um CDU-Vorsitz

Ritzenhoff hatte sich bereits im Jahr 2018 um das Amt beworben. Damals blieb er jedoch chancenlos. Der Geschäftsführer der Firma Seidel sieht jedoch seine Zeit gekommen, da Merz, Laschet und Röttgen seiner Meinung nach keine Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefern würden. Der 64-Jährige vermisst bei seinen Kontrahenten vor allem Inhalte rund um die Themen Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Wohlstand sowie innerer und äußerer Friede. Ritzenhoff konstatiert in dem Interview: „Es fehlen schonungslose Lageanalysen und daraus abgeleitete konkrete Ziele.“

Konkret meint Ritzenhoff damit, dass die unsichere und zerklüftete Situation innerhalb der EU adressiert werden müsse. Zudem sieht er durch den wachsenden Einfluss von China und die Bildung von Monopolstrukturen die soziale Marktwirtschaft in Deutschland bedroht. Wie seine Mitbewerber um den CDU-Vorsitz will Ritzenhoff konkrete Schritte erarbeiten, um das „ungelöste Migrationsproblem“ zu lösen. Darüber hinaus plädiert er mit Blick auf die militärische Aufrüstung in China „Wir brauchen Abrüstung, nicht Aufrüstung“.

Andreas Ritzenhoff will CDU-Vorsitz: Demokratische Ordnung durch China bedroht

Bedroht sieht Ritzenhoff die westliche demokratische Grundordnung vor allem durch den wachsenden Einfluss des autokratisch regierten Chinas. Das Beispiel Hongkong zeige deutlich, wie akut die Lage sei. „Dort wird vor unsere Augen die demokratische Gesellschaftsordnung zerstört, gewaltsam und gegen geltendes Recht. Als Zaungast verfolgen wir, wie die Welt neu vermessen wird, häufig gegen unsere Vorstellungen und Werte“, mahnt Ritzenhoff. Auch mit Blick auf den geopolitischen Konflikt in Bergkarabach fordert eine konkrete Strategie „Wir schauen tatenlos zu“.

Ebenso kritisch sieht Ritzenhoff den wachsenden Einfluss Chinas auf die globale Wirtschaft: „China tritt in vielen Geschäftsfeldern wie ein Großunternehmen auf, gibt seinen Firmen Kapital zum Erwerb westlicher Unternehmen oder treibt deutsche Firmen mit subventionierten Dumpingpreisen aus dem Markt“, meint Ritzenhoff. Besonders hier sieht der 64-Jährige eine Schwachstelle seiner Widersacher. „Arbeitsplätze, Wohlstand und verlässliche Rahmenbedingungen gehen verloren und damit auch die soziale Marktwirtschaft. Keiner der drei Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz spricht diese Zusammenhänge klar an - geschweige denn konkrete Lösungsschritte.“, beklagt Ritzenhoff.

Ritzenhoff will CDU-Chef werden: Europa „labiler Staatenbund mit Zerfallsrisiko“

Den Zustand der Europäischen Union betreffend findet Ritzenhoff klare Worte. Seiner Auffassung nach ist die EU den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Vielmehr fordert der Unternehmer, dass sich Europa neu organisieren müsse, um seine Ziele und Werte innerhalb seiner Grenzen zu realisieren. „Wir versuchen, die EU homöopathisch zu therapieren, während sich die Welt radikal verändert. Das passt nicht, es braucht disruptive Schritte. Deshalb werbe ich leidenschaftlich dafür, die EU zu einem Bundesstaat umzubauen“, erklärt Ritzenhoff. Mit dieser Forderung hebt sich Ritzenhoff deutlich von seinen Kontrahenten ab. In seinen Augen ist die EU im Moment ein „labiler Staatenbund mit Zerfallsrisiko“.

Im Rennen um CDU-Vorsitz: Ritzenhoff will Änderung in Flüchtlingspolitik

Auch zum Thema Migration schlägt Ritzenhoff im Interview konkrete Maßnahmen vor. „Heute lassen wir Hunderttausende von Menschen ohne gültige Papiere nach Europa rein. Erst dann entscheiden wir, ob sie bleiben können. Künftig würde der europäische Bundesgrenzschutz mit klarer Führungsstruktur die Außengrenzen sichern“, schlägt Ritzenhoff vor. Demnach soll den Menschen die Möglichkeit gegeben werden Asylanträge in einem europäischen Konsulat zu stellen. Damit würde verhindert werden, dass die Antragsteller sich auf lebensgefährliche Überfahrten begeben. (phf) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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