"Endlich ist er weg!"

Bushido giftet nach Friedrich-Rücktritt

+
Auf seinem Instagram-Profil giftet Rapper Bushido dem zurückgetretenen CSU-Agrarminister Hans-Peter Friedrich hinterher. Das Bild zeigt beide bei einem Unions-Sommerfest im Jahr 2012.

Berlin - Wegen eines Fotos mit Gangster-Rapper Bushido hat sich der zurückgetretene Minister Friedrich viel Kritik eingehandelt. Jetzt giftet Bushido dem CSU-Politiker hinterher. 

Im Sommer 2012 galt Skandalrapper Bushido zahlreichen Politikern noch als Vorbild für gelungene Integration und absolvierte ein Praktikum bei einem CSU-Bundestagsabgeordneten. Einen Integrations-Bambi hatte er wenige Monate zuvor auch noch bekommen. In dieser Atmosphäre posierte der damalige CSU-Innenminister Friedrich beim Sommerfest des Wirtschaftsflügels der Unionsfraktion mit Bushido für ein recht kumpelhaftes Foto.

Wenige Monate und mehrere Bushido-Skandale später - mittlerweile spekulierten zahlreiche Medien, dass Bushido in mafiöse Strukturen verstrickt sei - distanzierte Friedrich sich öffentlich von dem Kumpel-Bild. Ein zweites Foto mit Bushido werde es "sicherlich nicht geben", versicherte Friedrich im Frühjahr 2013 der "Bild"-Zeitung.

Nach dem Rücktritt des CSU-Politikers am Freitag trat Bushido seinerseits auf seinem Instagram-Profil Friedrich hinterher. Auf dem Foto-Portal lud er das allseits bekannte Sommerfest-Bild mit Friedrich hoch und schrieb dazu:

"Doch nicht Mafia ich korrigiere ein Verräter!!! Endlich ist er weg!!!#pädophilewerdengedeckt"

Der Hashtag ist eine Anspielung auf den Grund des Friedrich-Rücktritts: Als Bundesinnenminister hatte Friedrich SPD-Chef Sigmar Gabriel im Oktober am Rande der Koalitionsverhandlungen darüber informiert, dass der Name des SPD-Politikers Sebastian Edathy bei internationalen Kinderporno-Ermittlungen aufgetaucht sei. Der zurückgetretene Agrarminister wies den Vorwurf zurück, er habe bei der Weitergabe der Informationen das Dienstgeheimnis verletzt: Die Informationen über Edathy seien politisch relevant gewesen, „nicht strafrechtlich relevant“. „Ich wusste, er ist auf einer Liste mit irgendwelchem unangenehmen Zeug“, sagte Friedrich. „Es waren Fotos, (...) aber keine Kinderpornografie.“ Mehr habe er nicht gewusst. Er habe Gabriel informieren müssen. „Meiner Ansicht nach gab es da keine andere Möglichkeit“, betonte Friedrich.

Ironie der Geschichte: Wegen seines Bushido-Fotos wurde Friedrich seinerzeit vom damaligen Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, attackiert. Oppermann sagte der "Bild" im Sommer 2013: "Eigentlich sollte Herr Friedrich als Innenminister doch wissen, an wen er sich da so ran schmeißt.“ Vor wenigen Tagen hatte ausgrechnet Oppermann Innenminister Friedrichs vertrauliche Information an die SPD über ausländische Ermittlungen gegen Edathy publik gemacht - was den Rücktritt des CSU-Politikers nach sich zog. Und den Zorn der CSU auf Oppermann heraufbeschwor, dem die Partei Vertrauensbruch anlastet. Wetten, dass Skandalrapper Bushido derzeit vor lauter Schadenfreude mit einem besonders breiten Grinsen herumläuft?

Übrigens: Am Sonntagnachmittag legte Bushido in Sachen Edathy-Affäre nach. Auf seinem Twitter-Profil schrieb er über die aktuelle Krise der Großen Koalition:

"Bundesregierung, Steuerhinterziehungen und Pädophile. Fühlt man sich ja wie im Deutschrap"

fro

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser