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CSU-Chef resigniert

Söder sieht Jamaika-Plan gescheitert – Dobrindt empfiehlt „Realitäten anzuerkennen“

Die CSU um Parteichef Markus Söder beerdigt Jamaika – und eröffnet die Abrechnung mit dem Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Der CDU-Vorsitzende zaudert.

München/Berlin – Für einen Trauerredner wirkt Markus Söder* recht aufgeräumt. Er tritt ohne Krawatte vor die Kameras, zu seiner Linken das Handy, rechts nippt er an einer Cola light. „Wir haben Klarheit“, verkündet der CSU*-Vorsitzende. Mit seinem Auftritt in der Parteizentrale beerdigt er die letzten Träume von einem Jamaika*-Bündnis. „Es wird eine Ampel* kommen. Keine Hängepartie mehr. Wir akzeptieren das.“

Kein Anflug von Trauer, Trotz oder Resignation. Söder spricht klarer als jeder andere hochrangige Unionspolitiker aus, dass er fest mit dem Gang in die Opposition im Bund rechnet. „Ein neuer Zeitabschnitt, auf den man sich gründlich vorbereiten muss“, erklärt er. Söder verspricht konstruktive Opposition, „keine Blockaden“. Und warnt davor, weiter von Jamaika zu träumen. Die Union dürfe nicht „in Dauerlauerstellung“ abwarten, sich zum „Ersatzrad und Druckmittel“ abstufen lassen.

Bundestagswahl 2021: Jamaika vor dem Scheitern? Söder und Laschet sind sich nicht einig

Spannend: Armin Laschet* sagt am Mittwoch (6. Oktober) fast zeitgleich in Düsseldorf das Gegenteil, obwohl beide vorher Kontakt hatten. Der CDU*-Vorsitzende verkündet unverdrossen: „Wir stehen bereit als Gesprächspartner, CDU und CSU.“ Gerade mit der FDP* gebe es größere Schnittmengen. Er sieht nur eine Vorfestlegung bei Grünen* und Liberalen, „mit wem man in welcher Reihenfolge spricht“. Diese Reihenfolge respektiere er. Nicht mal eine Minute dauert das.

Laschet und Söder, uneins wie so oft: Es ist keine Interpretations-, sondern eine politische Überlebensfrage. Sobald die Aussicht auf Jamaika zerbröselt ist, steht der Sturz des CDU-Chefs bevor. Nach dem schlechtesten Wahlergebnis der Unions-Geschichte ist der schwarz-grün-gelbe Strohhalm das Einzige, an das sich Laschet noch klammern kann. Die klare „Das war’s“-Ansage aus Bayern läutet eine neue Runde von Attacken auf ihn ein.

CSU-Chef Markus Söder glaubt nicht mehr an eine Jamaika-Koalition.

Während der Ampel-Sondierungen* könnte die CDU also ihre Personalfragen klären. Und dann geordnet in die Opposition starten oder im Extremfall eines Ampel-Scheiterns sogar doch nochmal in Sondierungen einsteigen, dann mit Laschets Erben, wer auch immer das ist.

Söder sagt das selbst nicht, beschränkt sich auf den höflichen Hinweis, die CDU müsse ihre Fragen selbst beantworten. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt legt binnen Minuten in Berlin nach. Er empfehle, „die Realitäten anzuerkennen“, sagt er. Ein „Uminterpretieren“ werde niemandem helfen.

Bundestagswahl 2021: CDU völlig zerstritten, Laschets Rivalen lauern schon

Gefährlich werden dürften Laschet neben den Rivalen Jens Spahn*, Friedrich Merz* und Norbert Röttgen* nun vor allem die Jungen in der Partei. Die Junge Union hat mehrere Großveranstaltungen vor sich. Bundeschef Tilman Kuban kommt am Freitag zur Landesversammlung nach Bayern, das Wochenende darauf hat er seinen Deutschlandtag in Münster. Seine Botschaft, es dürfe in der Union „kein Stein auf dem anderen bleiben“, hat Kuban schon mehrfach in Interviews platziert.

Der CSU-Nachwuchs zeigt gleich direkt auf Laschet. Es sei nun die Zeit, das Ergebnis zu analysieren, sagt Bayerns JU-Chef Christian Doleschal im Gespräch mit unserer Zeitung. „Auch zehn Tage nach der Wahl* erkenne ich nicht, dass irgendjemand Verantwortung übernimmt.“ Es müsse aber tiefgreifende Veränderungen geben. „Armin Laschet soll in sich gehen, welchen Anteil er am Wahlergebnis hat.“ Doleschals Denkhilfe: Das Resultat sei „weit überwiegend in NRW verursacht“ worden. (cd) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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