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„Gegen die Waffenlobby erheben“

„Wann, in Gottes Namen...?“ Biden will nach Texas-Bluttat an die US-Waffengesetze

Nach dem Angriff auf eine texanische Grundschule, bei dem mehrere Kinder starben, will US-Präsident Joe Biden härter gegen die Waffengewalt in den USA vorgehen.

Washington – Ein 18-Jähriger hat in einer Grundschule in der Kleinstadt Uvalde in Texas mehrere Kinder und eine Lehrkraft getötet. Der Angriff veranlasste Joe Biden am Dienstagabend zu einer Rede an das Land. Der US-Präsident hatte auf dem Rückflug aus Asien von der schrecklichen Tat erfahren. Er sprach sich in seiner ersten Reaktion für schärfere Waffengesetze aus.

Uvalde: Joe Biden bestürzt über Amoklauf an texanischer Grundschule

Als er Präsident geworden sei, habe er gehofft, derartiges nicht mehr erleben zu müssen, erklärte Biden. In seiner Rede richtete er sich an die US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner und zeigte sich betroffen: „Ein weiteres Massaker, Uvalde, Texas, eine Grundschule. Schöne, unschuldige Zweit-, Dritt- und Viertklässler. Und wie viele kleine Kinder, die Zeuge des Geschehens wurden. Sie sahen ihre Freunde sterben, als wären sie auf einem Schlachtfeld, um Himmels willen. Sie werden für den Rest ihres Lebens damit leben müssen.“

Nach dem Angriff auf eine Grundschule in Texas, will US-Präsident Joe Biden die Waffengesetze verschärfen.

Schöne, unschuldige Zweit-, Dritt- und Viertklässler. Und wie viele kleine Kinder, die Zeuge des Geschehens wurden. Sie sahen ihre Freunde sterben, als wären sie auf einem Schlachtfeld, um Himmels willen. Sie werden für den Rest ihres Lebens damit leben müssen.

Joe Biden, US-Präsident

Außerdem sprach Biden den Betroffenen, Eltern wie Geschwistern und Verwandten der erschossenen Grundschulkinder, sein Mitgefühl aus: „Die Eltern, die ihr Kind nie wieder sehen werden. Sie werden niemals mit ihnen ins Bett springen und kuscheln können. Die Eltern werden nie wieder dieselben sein. Ein Kind zu verlieren, ist, als würde man ein Stück seiner Seele wegreißen“, sagte Biden. Der Präsident zog aber auch politische Schlüsse aus dem Vorfall.

Amoklauf in Texas: „Wann, in Gottes Namen...“ – Biden will gegen Waffengewalt in den USA vorgehen

Als Nation müsse man sich fragen: „Wann, in Gottes Namen, werden wir uns gegen die Waffenlobby erheben? Wann, in Gottes Namen, wissen wir alle aus dem Bauch heraus, dass wir etwas tun müssen?“ Der US-Präsident listete in seiner Rede einige Angriffe auf Schulen, wie beispielsweise in Parkland, Florida, Santa Fe in Texas und im Oxford Township in Detroit, Michigan auf.

Aber auch an Kinos und Gotteshäusern hatten in den USA in der Vergangenheit Amokläufe stattgefunden. Zuletzt vor einigen Tagen in einem Lebensmittelgeschäft in Buffalo, New York. „Ich habe die Nase voll davon. Wir müssen handeln und dürfen nicht sagen, dass wir keinen Einfluss auf dieses Gemetzel haben können“, sagt Biden.

„Als wir das Verbot von Angriffswaffen verabschiedet haben, sind die Massenerschießungen zurückgegangen. Als das Gesetz auslief, verdreifachten sich die Schießereien. Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Junge in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen kann, ist einfach falsch“, erklärte Biden. Er habe seine Zeit als Senator und Vizepräsident versucht, vernünftige Waffengesetze auf den Weg zu bringen.

Biden sieht nach Texas-Amoklauf „Zeit zu handeln“ gekommen: USA sollen nicht mehr „mit Gemetzel leben“

Diese Art der Waffengewalt kommt Biden zufolge nirgendwo so häufig vor wie in den USA: „Und warum? Es gibt psychische Probleme, es gibt häusliche Streitigkeiten in anderen Ländern. Warum sind wir bereit, mit diesem Gemetzel zu leben? Warum lassen wir das weiterhin geschehen? Wo, in Gottes Namen, ist unser Rückgrat, um den Mut zu haben, sich mit den Lobbys auseinanderzusetzen und ihnen die Stirn zu bieten?“, fragte der US-Präsident rhetorisch. Es sei an der Zeit, „diesem Schmerz Taten folgen zu lassen“: „Für alle Eltern, für alle Bürger dieses Landes müssen wir es jedem gewählten Vertreter in diesem Land klar machen. Es ist an der Zeit zu handeln“, appellierte Biden an seine Kolleginnen und Kollegen.

Nirgendwo sonst gehen kleine Kinder mit dem Gedanken zur Schule, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten.

Chris Murphy, US-Senator

Unterstützung bekam Biden auch vom demokratischen Senator Chris Murphy: „So etwas gibt es nur in diesem Land und nirgendwo sonst. Nirgendwo sonst gehen kleine Kinder mit dem Gedanken zur Schule, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten.“ Die Kinder hätten Angst zur Schule zu gehen, sagte der Abgeordnete aus dem Bundesstaat Connecticut.

In den Reden bezogen sich sowohl Biden als auch Murphy immer wieder auf den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Jahr 2012. Murphy bat seine republikanischen Kollegen, gemeinsam eine sinnvolle Lösung zu finden. Auch wenn Angriffe nicht gänzlich zu verhindern seien, so dürfe man dennoch nicht das Signal senden, völlig tatenlos zuzusehen.

Amoklauf in Uvalde, Texas: Scholz und Selenskyj kondolieren

Beileidsbekundungen kamen auch aus Europa. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärte auf Twitter: „Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und Hinterbliebenen der Opfer dieses unfassbaren Massakers, für das sich kaum Worte finden lassen.“ Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kondolierte und beklagte, dass auch „in Friedenszeiten“ Menschen erschossen würden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Menschen in den USA ebenfalls sein Mitgefühl aus. „19 der Opfer waren jünger als zehn Jahre alt“, schrieb Macron auf Twitter. Die Kinder und ihre Lehrer seien „feige ermordet“ worden. „Wir teilen den Schock und die Trauer der amerikanischen Bevölkerung und die Wut aller, die sich dafür einsetzen, die Gewalt zu beenden“, fügte er hinzu.

Papst Franziskus sagte am Mittwoch nach einer Generalaudienz im Vatikan, er sei „untröstlich“ angesichts des Blutbades in Texas. „Ich bete für die getöteten Kinder und Erwachsenen und ihre Familien“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche und forderte, den „unkontrollierten“ Waffenhandel einzudämmen. (jn/dpa)

Rubriklistenbild: © Stefani Reynolds/William Luther/afp/dpa (Montage)

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