AfD-Mann sorgt für Trubel

Ärger nach Überraschungs-Besuch von Höcke in München: „Der hat hier nichts zu suchen“

Björn Höcke umarmt seine Bayerische Kollegin innig.
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Björn Höcke umarmt seine Bayerische Kollegin innig.

Ein Überraschungsbesuch von Björn Höcke im Bayerischen Landtag sorgte für Trubel. Die anderen Parteien waren überhaupt nicht begeistert.

  • Der Fraktionsvorsitzende der Thüringer AfD, Björn Höcke, besuchte überraschend den Bayerischen Landtag.
  • Sein Besuch sorgte für reichlich Ärger bei den anderen Parteien.
  • Ihm wurde der Zutritt zur Plenartribüne untersagt.

München - Am Donnerstagnachmittag sorgte die AfD für Ärger im Bayerischen Landtag. Die Fraktionsführung hatte den Fraktionsvorsitzenden der Thüringer AfD und vom Verfassungsschutz beobachteten Björn Höcke* zu sich eingeladen.

Video: Brandenburger Verfassungsschutz stuft AfD als Verdachtsfall


AfD: Höcke fährt mit Blaulicht durch München - Überraschungsbesuch sorgt für Ärger im Landtag

Am frühen Nachmittag fuhr er mit mehreren Limousinen mit Blaulicht vor dem Maximilianeum vor. Dort wurde mit einer innigen Umarmung von der bayerischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Katrin Ebner-Steiner, die erst kürzlich mit einem Impfgegner mit einem mit „Judenstern“-Aufkleber posierte, begrüßt. Das sorgte für reichlich Trubel und nicht nur, weil hier die Corona-Abstandsregeln* missachtet wurden.

Die anderen Parteien waren alles andere als begeistert über den Überraschungsbesuch von Björn Höcke. Sogar in seiner eigenen Partei wird der ehemalige Lehrer kritisch gesehen. Mehrere Abgeordnete betonen, sie hätten Höcke weder eingeladen noch davon im Vorfeld erfahren. Die Mehrheit sei „überrascht und insoweit auch irritiert“, sagt etwa der Münchner Abgeordnete Uli Henkel gegenüber unserer Redaktion. Er warnte vor einer Einmischung eines anderen Landesverbands in die internen Debatten der Fraktion in Bayern. Selbst eine interne AfD-Arbeitsgruppe erkannte bei Äußerungen von Höcke Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Einstellungen.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner verbietet Höcke Zugang zur Plenartribüne - „Faschisten“ nicht willkommen

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner sagte nach seiner Ankunft: „Herr Höcke muss wissen, dass er als Faschist und jemand, der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, hier nicht willkommen ist. Als Parlamentarier eines anderen deutschen Parlaments hat er gemäß unserer Hausordnung eine allgemeine Zutrittsberechtigung. In den Plenarsaal darf er nicht, auch nicht auf die Besuchertribüne. Dort sind Einzelbesucher coronabedingt nach wie vor nicht zugelassen.“

Grüne erzürnt über Höcke Besuch im Landtag: „Der hat hier nichts zu suchen!“

Toni Schuberl, rechtspolitischer Sprecher der bayerischen Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, ließ auf Twitter auch kein gutes Wort an dem Besuch Höckes: „Die AfD hat den Faschisten Höcke in das Landtagsgebäude eingeschleust. Dort gibt er neben dem Plenarsaal Interviews. Der hat hier nichts zu suchen! Faschisten raus aus den Parlamenten! Pfui Teufel!“

Zu den Hintergründen des Besuches bei seinen Parteifreunden in Bayern äußerte sich die AfD bislang nicht. Die Partei sorgte in der Vergangenheit schön öfters für Skandale im Bayerischen Landtag. Während des Gedenkens an den von einem Rechtsextremisten ermordeten Walter Lübcke erhoben sich alle Abgeordneten, nur ein AfD-Abgeordneter blieb sitzen*. (md, cd) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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