Party-Problem: Aigner sieht Facebook in Verantwortung

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Ilse Aigner kritisiert die Voreinstellungen bei Facebook

Berlin - In der Diskussion über ausufernde Facebook-Partys ist nach Meinung der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ein Verbot nicht die Lösung des Problems.  

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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sieht das Ausufern von Facebook-Partys vor allem als Problem der Voreinstellungen bei dem sozialen Netzwerk. “Forderungen nach einem Verbot führen nicht weiter“, sagte sie am Dienstag. Das Ministerium will daher mit Facebook nochmal über die Einstellungen sprechen, die die Gefahr bergen, dass ungebetene Gäste zu Partys kommen.

Eine Jugendliche aus Hamburg hatte aus Versehen ihre Geburtstagsparty über Facebook öffentlich angekündigt. 1600 ungebetene Gäste kamen und lösten einen Polizeieinsatz aus. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) fordert daher ein Verbot für Partys, bei denen es schon im Vorfeld Hinweise auf eine Gefahr gebe. Aigner betonte hingegen: “Niemand kann und niemand will jungen Leuten das Feiern verbieten.“ Die Frage sei, wie verhindert werden kann, dass sich die Pannen und Exzesse wiederholen.

"Man muss mühsam die Türen zusperren"

“Das typische Problem bei Facebook ist, dass erst mal alle Einstellungen öffentlich sind, und jeder Nutzer muss von sich aus dafür sorgen, dass das Häkchen weggenommen wird“, sagte Aigner. Jeder müsse erstmal “mühsam alle Türen zusperren“, um die eigene Privatsphäre zu schützen. “Das widerspricht eigentlich der Logik. Das ist, als wenn ich mich in einem Haus befinde und ständig überprüfen muss, welche Türen und Fenster offen sind.“ Das sei genau die Falle, in die die junge Dame aus Hamburg hineingetappt sei. Aigner betonte, Facebook müsse durch restriktive Grundeinstellungen sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche nicht irrtümlich eine private Veranstaltung für Millionen Nutzer öffentlich machten. “Gegenwärtig ist es leider so, dass durch die Voreinstellung des Netzwerks jede Party erst einmal öffentlich ist.“

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Die Ministerin will im September bei einer USA-Reise auch die Datenschutzstandards ansprechen. Mit Facebook wird es laut dem Ministerium zudem in den kommenden Wochen auf Arbeitsebene ein erneutes Treffen geben, bei dem sicher auch das “Party-Problem“ zur Sprache kommen werde.

dpa

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