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Alter Saudi-König wagt Reformen: Wahlrecht für Frauen

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König Abdullah (80) von Saudi-Arabien gibt den Frauen in seinem Land das Wahlrecht.

Riad - Der König ist zwar schon über 80 Jahre alt, doch er ist progressiver als ein Großteil seiner Untertanen. Die hat er nun damit überrascht, dass er den Frauen in Saudi-Arabien das Wahlrecht gibt.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen die Frauen dem Mann offiziell untergeordnet sind. Saudische Frauen haben auch im Alter von 60 Jahren noch einen männlichen Vormund. Sie werden im Scheidungsrecht benachteiligt, dürfen nicht Auto fahren und sind in dem islamischen Königreich zu vielen Berufen nicht zugelassen. Daran ändert auch der jüngste Erlass von König Abdullah nichts, der den Frauen das Recht gibt, sich an den Kommunalwahlen zu beteiligen und als Mitglieder des Schura-Rates ernannt zu werden.

Auch eine demokratische Wende ist es nicht. Denn der Rat, dessen Mitglieder vom König ernannt werden, hat nur beratende Funktion - der Herrscher entscheidet letztlich unabhängig. Und die Kommunalräte, von denen die Hälfte ebenfalls vom König ausgewählt werden, haben auch nicht allzu viel zu sagen. Außerdem ist es eine Reform mit Zeitverzögerung. Denn die neuen Schura-Mitglieder werden erst in zwei Jahren ernannt. Und die Frauen sollen nicht schon an der Kommunalwahl in dieser Woche beteiligt werden, sondern erst am nächsten Urnengang, der voraussichtlich in vier Jahren stattfinden wird.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
Eine Fledermaus krallte sich am Außentank eines amerikanischen Spaceshuttles fest. Versuche, sie vor dem Start zu vertreiben, schlugen fehl. Ob sie den Trip überlebt hat, ist unklar. Später aufgenommene Bilder von der Außenhülle des Shuttles zeigten keine Spur mehr von ihr. © dpa
Im Nordosten des Schweizer Kantons Thurgau stieß die Polizei bei einem Test des Satellitenkarten-Programms Google Earth auf eine Marihuana-Plantage. 16 Menschen wurden verhaftet und 1,1 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. © dpa
Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
Polizisten weckten einen von gärenden Wildkirschen in seinem Bauch beschwipsten Dachs, der mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Zuerst weigerte er sich, seinen Platz zu verlassen. Erst als ihn die Beamten mit einem Besen stießen, trollte er sich auf eine Wiese, wo er weiter schlief. © dpa
Eine 73-jährige Klagenfurterin wurde zu 360 Euro Geldstrafe wegen Stalkings verurteilt, nachdem ihr Sohn sie angezeigt hatte. Sie habe ihn zweieinhalb Jahre lang bis zu 49 Mal am Tag angerufen. Die Mutter war entrüstet: Sie habe nur reden wollen, sagte sie und enterbte ihn. © dpa
In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

Trotzdem ist die Entscheidung des greisen Monarchen ein Meilenstein auf dem Weg zu einer rechtlichen Aufwertung der weiblichen Bürger und eine Konzession an den arabischen Zeitgeist im Jahr der Revolutionen. “Sie fragten nach einem Apfel, und er gab ihnen einen ganzen Garten“, kommentierte eine saudische Frauenrechtlerin die Ankündigung per Twitter. “Yes we can“, freute sich eine andere Aktivistin.

Nachdem der König in einer TV-Ansprache völlig überraschend die Neuigkeit verkündete, gibt es unter jungen Saudis kein anderes Thema mehr. Sie warten auf die Reaktion der konservativen Kleriker des Landes, von denen sich einige in der Vergangenheit schon eindeutig gegen eine Beteiligung der Frauen im Schura-Rat ausgesprochen hatten. Allerdings tun sich die Prediger in der Regel schwer damit, den König öffentlich anzugreifen, der immerhin den Titel “Hüter der heiligen Stätten des Islam“ trägt.

König Abdullah, hat nun - indem er den Frauen Rechte gibt, um die nur eine Minderheit von ihnen überhaupt gebeten hatte - viele Kritiker widerlegt. Die hatten ihm in den vergangenen Monaten vorgeworfen, er verteile wahllos Geld an sein Volk, um sie gegen das Virus des arabischen Frühling zu impfen. Da die Folgen seiner Entscheidung zugunsten der Frauen erst nach einigen Jahren zu spüren sein werden, erhält die Gesellschaft Zeit, sich an die Idee zu gewöhnen.

Gleichzeitig hat der Monarch nun etwas beschlossen, was auch sein Nachfolger nicht mehr so ohne weiteres wird rückgängig machen können. Der König soll zwar vor nicht allzu langer Zeit noch einen Sohn gezeugt haben. Er und der Kronprinz sind jedoch beide nicht bei bester Gesundheit, was seit Jahren für Spekulationen über die Nachfolge sorgt. Die liberalen Saudis wissen auf jeden Fall, wen sie nicht als nächsten König wollen: Prinz Naif, den Innenminister, der sich mehrfach öffentlich gegen die Berufstätigkeit der Frau ausgesprochen hatte.

Spannend wird zu sehen, wie das Dekret von König Abdullah in der Praxis umgesetzt werden wird. Denn in Saudi-Arabien müssen Frauen nicht nur schwarze Schleier und lange Gewänder tragen. Sie dürfen auch keinen direkten Umgang mit Männern haben, mit denen sie weder verheiratet noch verwandt sind.

Von Anne-Beatrice Clasmann

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