Gewalt und Organisationsmängel

Tote und Verletzte bei Präsidentenwahl in Afghanistan - Wahllokale länger geöffnet

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Die Wahl in Afghanistan wurden von Ausschreitungen begleitet.

Die afghanische Bevölkerung wählt einen neuen Präsidenten. Nach Anschlägen gibt es mehrere Tote und Verletzte. Die Wahlbeteiligung ist offenbar höher als erwartet.

Update vom 28. September, 19.10 Uhr: In Afghanistan haben mehrere Anschläge die Präsidentschaftswahl überschattet. Laut offiziellen Angaben sind bei den Zwischenfällen mindestens fünf Menschen getötet und dutzende Personen verletzt worden. Landesweit sorgen etwa 72.000 Soldaten rund um die 5.000 Wahllokale für Sicherheit. Als Sicherheitsmaßnahmen wurden in Teilen der Hauptstadt Kabul Ausgangssperren verhängt, Lkw wurden aus Angst vor Selbstmordattentätern nicht in die Stadt gelassen.

Beobachter hatten vor der Wahl mit einer niedrigen Beteiligung gerechnet. Doch Anschlagsdrohungen und Berichte über einen möglichen Wahlbetrug konnten die Bevölkerung offenbar nicht davon abhalten, an die Urne zu treten. Es bildeten sich lange Schlangen, was dazu führte, dass die Öffnungszeiten der Wahllokale um zwei Stunden verlängert wurden.

Video: Afghanistan - Angst vor Gewalt überschattet Präsidentschaftswahl

Tote und Verletzte bei Präsidentenwahl in Afghanistan - Pfusch bei Wählerlisten

Update vom 28. September, 17.35 Uhr: Aus den meisten Provinzen wurde eine geringe Wahlbeteiligung gemeldet. Vor allem Frauen sollen nach Berichten von Provinzräten der Wahl ferngeblieben sein. Analysten zufolge gibt es mindestens 13,5 Millionen Wahlberechtigte in Afghanistan. Mehr als 9,6 Millionen Afghanen waren zur Wahl registriert, rund ein Drittel davon Frauen. Wegen der schlechten Sicherheitslage, Enttäuschung über die Regierung und mangelndes Vertrauen in Wahlen generell nach zahlreichen Wahlfälschungsvorwürfen in vergangenen Wahlen gingen manche afghanische Experten im Vorfeld der Wahl davon aus, dass lediglich 1,5 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben werden. Offizielle Zahlen gibt es noch nicht.

Afghanistan: Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die Präsidentenwahl in Afghanistan wird von Gewalt und Berichten über Organisationsmängel begleitet. Nach Angaben von Behördenvertretern sind in mehreren Provinzen mindestens drei Menschen getötet und 24 verletzt worden. Gleichzeitig berichteten Wahlbeobachter am Samstag von Schwierigkeiten mit Wählerlisten. Wähler, die sich zur Wahl registriert hätten, könnten ihre Namen nicht in den Listen ihres Wahlbüros finden.

Mehr als 9,6 Millionen Menschen, rund ein Drittel davon Frauen, sind dazu aufgerufen, einen Präsidenten zu wählen. Die Abstimmung in dem kriegszerrissenen Land läuft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die islamistisch-militanten Taliban hatten angekündigt, den Wahlgang anzugreifen.

Afghanistan: Mindestens ein Toter nach Explosion bei Präsidentenwahl

Erstmeldung vom 28. September, 13.15 Uhr: Bei der Explosion einer Mine in einem Wahllokal in der östlichen Provinz Nangarhar im Bezirk Surchrod seien mindestens eine Person getötet und drei verletzt worden, sagte der Provinzrat Sohrab Kaderi. In der nördlichen Stadt Kundus wurden bei Raketeneinschlägen ein Wahlbeobachter getötet und ein Polizist verwundet, hieß es von Behördenvertretern. Bei Einschlägen von Mörsergranaten unweit von Wahllokalen in der östlichen Provinz Paktika, Paktia und Kunar seien ein Kind getötet, vier Kinder und zwei Erwachsene verletzt worden.

Zudem wurden mindestens 13 Zivilisten und ein Polizist in der südlichen Stadt Kandarhar verletzt, als eine in einem Lautsprecher einer Moschee versteckte Bombe detonierte. Auch aus der Hauptstadt Kabul gab es Berichte über kleinere Explosionen und Verwundete.

Afghanistan: Wählerlisten mangelhaft bei Präsidentenwahl

Nach Berichten unabhängiger afghanischer Wahlbeobachter konnten vielerorts Wähler wegen mangelhafter Wählerlisten ihre Stimme nicht abgeben. Andere Namen seien nicht in den digitalen Listen der biometrischen Geräte zu finden, sagte der Chef der unabhängigen Wahlbeobachtungsorganisation FEFA, Jusuf Raschid.

Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) hatte vor der Wahl erklärt, Wählerstimmen ohne biometrische Erfassung seien ungültig. Damit soll Wahlfälschung verhindert werden. Vor der Wahl waren die Wählerlisten der Stimmbüros daher auch auf biometrische Geräte gespielt worden. Sie erfassen unter anderem zwei Fingerabdrücke und Fotos der Wähler, bevor diese ihre Stimme abgeben. Danach wird ein Aufkleber mit QR-Code gedruckt und auf den Stimmzettel geklebt.

Geringere Wahlbeteiligung bei Präsidentenwahl in Afghanistan

Aus mehreren Provinzen berichteten Provinzräte von einer geringen Wahlbeteiligung. Vor allem Frauen sollen ferngeblieben sein. Analysten zufolge gibt es mindestens 13,5 Millionen Wahlberechtigte in Afghanistan. Mehr als 9,6 Millionen Afghanen sind zur Wahl registriert. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 stimmten rund 8 Millionen Menschen ab. Wegen der schlechten Sicherheitslage und Enttäuschung über die Regierung gingen manche afghanische Experten im Vorfeld der Wahl davon aus, dass lediglich 1,5 Millionen Menschen ihre Stimme abgeben werden.

18 Kandidaten auf Stimmzettel bei Präsidentenwahl in Afghanistan

18 Kandidaten stehen auf dem Stimmzettel, vier von ihnen haben ihre Kandidatur mittlerweile zurückgezogen. Realistische Chancen auf einen Sieg haben der amtierende Präsident Aschraf Ghani und sein Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah.

Erste vorläufige Resultate sollen am 19. Oktober veröffentlicht werden, die offiziellen am 7. November. Erhält kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, geht es in eine Stichwahl der beiden bestplatzierten Kandidaten, voraussichtlich Ende November. Schon im vergangenen Jahr gab es bei den Parlamentswahlen Tote und Verletzte. 

dpa

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