Motorrad-Raser vor Gericht

"Der Hurensohn wäre gestorben, ich hätte ihn zerlegt!"

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Bremen - Seine Videos mit riskanten Fahrmanövern klicken Hunderttausende an auf YouTube. Die Rede ist von "Alpi". Nun steht der 24-Jährige vor Gericht.

Er ist bekannt in der Bikerszene - ein kleiner Star im Netz. Am 17. Juni kam es dann zum tragischen Unfall. "Alpi" soll einen Fußgänger (75) überfahren haben. Laut Staatsanwaltschaft war der Biker mit 100km/h unterwegs - 50 Stundenkilometer zu schnell. 

Kein Einzelfall, wie dieses YouTube-Video des Studenten zeigt. Nachts rast er knapp an einem Passanten vorbei, der am Seitenstreifen steht. "Ist der behindert?", fragt er empört ins Mikro. "Was ein behinderter Hurensohn! Er bleibt stehen wie ein Reh! Er wäre gestorben, ich hätte ihn in seine Einzelteile zerlegt wie Lego!"

Hier können Sie die Szene sehen:

Genau das ist im Juni dann auch passiert: Der Rentner fliegt meterweit durch die Luft. Er stirbt an der Unfallstelle - der YouTuber verletzt sich schwer.  

Nun jammerte der Angeklagte zum Prozessbeginn: "Wenn ich könnte, würde ich alles tun, um es rückgängig zu machen." Er soll auch vor dem tödlichen Unfall seine Fahrt gefilmt haben. 

Erstmeldung am Vormittag:

Wegen Mordes muss sich ein Motorradfahrer, der in der Bikerszene mit YouTube-Videos seiner riskanten Touren bekannt wurde, vor dem Landgericht Bremen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Studenten vor, im Juni mit seinem Motorrad einen 75 Jahre alten Fußgänger überfahren zu haben, der bei Rot über die Straße ging. Der Fußgänger starb am Unfallort, der 24-Jährige wurde schwer verletzt. "Wenn ich könnte, würde ich alles tun, um es rückgängig zu machen", sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. Er bereue, was passiert sei.

Der Motorradfahrer soll auch die tödliche Fahrt im Juni gefilmt haben. Laut Anklage hatte der Mann zudem kurz vor dem Zusammenstoß ein Auto touchiert und danach Fahrerflucht begangen.

Schuld an der Kollision soll die hohe Geschwindigkeit des Motorradfahrers gewesen sein. Der Angeklagte war mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, obwohl auf der Straße nur 50 erlaubt waren. Laut Staatsanwaltschaft wusste der Mann, dass er bei diesem Tempo nicht ausweichen könne, habe das aber in Kauf genommen.

Die Videos, die der in der Bikerszene als "Alpi" bekannte Mann in den Monaten vor dem Crash ins Internet gestellt hatte, haben die Ermittler ausgewertet. Darauf zu sehen sind riskante Fahrmanöver und Beinaheunfälle. Mehr als 80 000 Abonnenten hatte der YouTube-Kanal. Neben der Bewunderung der Fans brachte dem 24-Jährigen das dank Werbeeinnahmen auch Geld ein.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun niedere Beweggründe und deshalb Mord vor. Er habe sein Geltungsbedürfnis befriedigen und sich mit der Fahrt einen Kick verschaffen wollen, erklärte der Staatsanwalt.

Der Anwalt des Angeklagten sagte am Montag dagegen, der 24-Jährige habe den Tod anderer Menschen nicht billigend in Kauf genommen. "Junge Fahrer neigen dazu, Gefahr zu unterschätzen. Häufig geht es gut, manchmal aber führt dies zu tragischen Ereignissen, die niemand gewollt hat", sagte der Anwalt.

mg mit Material vom dpa

Quelle: rosenheim24.de

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