Weniger Datenschutz

Twitter will Werbung besser personalisieren

+
Twitter setzt mehr auf personalierte Werbung. Nutzer können jedoch entscheiden, welche Daten sie dafür preisgeben. Foto: Ole Spata/dpa

Twitter gibt sich etwas mehr Freiheiten zur Personalisierung von Anzeigen. Ebenso verabschiedet sich der Online-Dienst von der Initiative "Do Not Track". Nutzer bekommen im Gegenzug mehr Kontrolle.

San Francisco (dpa) - Twitter macht einen großangelegten Anlauf, die Werbung stärker zu personalisieren und so das chronisch verlustreiche Geschäft anzukurbeln.

Unter anderem will der Kurznachrichtendienst nun gesammelte Informationen über Besuche von Nutzern auf Webseiten mit Twitter-Buttons bis zu 30 statt der bisherigen 10 Tage speichern, wie aus den neuen Datenschutzbestimmungen hervorgeht. Bei Nutzern in der EU sowie dem EFTA-Wirtschaftsraum mit Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein werden keine Daten von Webseiten-Besuchen erfasst.

Twitter steigt zudem nach rund fünf Jahren aus der Initiative "Do Not Track" aus, bei der Nutzer dafür sorgen können, dass keine Daten zu ihrem Surf-Verhalten gesammelt werden. "Do Not Track" sei nicht wie damals erhofft zum branchenweiten Standard geworden, hieß es zur Begründung.

Gleichzeitig bekommen Nutzer weitreichendere Kontrollmöglichkeiten. So können sie die Personalisierung der Werbung komplett abschalten. Oder auch nur punktuell entscheiden, dass die Anzeigen zum Beispiel nicht auf Basis der besuchten Orte oder mit Daten von allen genutzten Geräten individualisiert werden sollen. Außerdem kann man jetzt sehen, welche Interessen die Twitter-Software einem Nutzer bisher zum Zuschneiden der Anzeigen zugeordnet hat (zum Beispiel Musikrichtungen, Filmgenres, Nachrichtenthemen) und nicht passende Einträge streichen.

Twitter-Blogeintrag

Twitter schraubt am Datenschutz - Einstellungen prüfen

Mehr Datensammlung für mehr personalisierte Werbung bei Twitter. Dafür will der Kurznachrichtendienst laut einem Blogeintrag seinen Nutzern aber auch mehr Möglichkeiten geben, die gesammelten Daten einzusehen und zu bearbeiten. Das geht in der jüngsten Version der App in den Einstellungen zu Datenschutz und Sicherheit im Punkt "Personalisierung und Daten". Da durch die Änderung auch einige neue Einstellungsmöglichkeiten hinzukommen, lohnt sich ein Besuch im Einstellungen-Menü.

Hier können Nutzer wählen, ob sie auf ihre Interessen zugeschnittene Werbung wollen, ob ihr Standort für die Auswertung genutzt werden darf oder in welcher Form Daten an Dritte weitergegeben werden. Im Punkt "Deine Twitter Daten anzeigen" gibt es Übersicht zu persönlichen Daten und auch zu den von Twitter ermittelten Nutzerinteressen.

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser