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Rekordfahrt mit Bugatti könnte Nachspiel haben

Nach irrem 417-km/h-Ritt über A2: Ermittlungen gegen tschechischen Multimillionär

Radim Passer rast mit 417km/h im Bugatti Chiron über Autobahn
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Mit 417 km/h donnert der tschechische Milliardär über die A2 zwischen Berlin und Hannover.

Mit Flugzeug-Geschwindigkeit rast ein tschechischer Millionär über die A2. Ein Video der Aktion sorgt für Aufsehen. Viele fragen sich: Darf man das? Und wie gefährlich ist es?

Magdeburg – Der tschechische Multimillionär Radim Passer sorgte Anfang Januar mit einem YouTube-Video für mächtig Aufsehen: Auf dem gut dreiminütigen Clip, der am 9. Januar auf der Videoplattform hochgeladen wurde, rast der 58-Jährige in seinem 1500 PS starken Bugatti Chiron mit 417 km/h über die A2 zwischen Berlin und Hannover.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Die Rekordfahrt in dem rund drei Millionen Euro teuren Supersportwagen könnte jetzt ein Nachspiel haben. Die Polizei habe am Montag (24. Januar) Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen illegalen Straßenrennens eingeleitet, sagte eine Sprecherin in Magdeburg. Die Staatsanwaltschaft werde den Fall prüfen, hieß es weiter.

Nach dem Strafgesetzbuch (StGB) ist auch ein sogenanntes Alleinrennen strafbar, wenn sich der Fahrer „mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“. Mit Hinblick auf die 417 km/h-Fahrt von Radim Passer sagte die Polizeisprecherin weiter, dass dieses Verhalten nicht zu verantworten sei.

Verkehrsministerium kritisiert Rekordfahrt

Auch das Bundesverkehrsministerium äußerte sich kritisch. Jegliches Verhalten im Straßenverkehr, das zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern führe oder führen könne, werde abgelehnt, teilte eine Ressortsprecherin mit. Auf dem im Video gezeigten Streckenabschnitt zwischen Berlin und Hannover gilt den Angaben der Polizei zufolge keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es aber: „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird.“ Und ob dies bei über 400 Stundenkilometern auf einer öffentlichen – nicht abgesperrten Autobahn – der Fall ist, kann angezweifelt werden.

Bremsweg bei Höchstgeschwindigkeit: Fast ein halber Kilometer

Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist eine Fahrt mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde höchst gefährlich. „Je höher die Geschwindigkeit ist, desto länger ist der Bremsweg. Und zwar nicht nur linear, sondern exponentiell, sprich bei doppelter Geschwindigkeit wird er mehr als doppelt so lang“, sagte der emeritierte Professor der Deutschen Presse-Agentur.

Bugatti, der Hersteller des Chiron, gibt übrigens den Bremsweg bei einer Vollbremsung von der Höchstgeschwindigkeit des Hypercars mit 491 Meter an. Zum Vergleich: Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 steht der Chiron bereits nach etwas mehr als 31 Metern.

Tempolimit auf Autobahnen wird wieder zum Thema

„Wollen wir Multimillionären erlauben, auf öffentlichen Straßen ihre Späße zu treiben, die Menschenleben gefährden können?“, kritisierte Dudenhöffer. Das Video sollte seiner Meinung nach der Anlass sein, darüber nachzudenken, was eigentlich auf deutschen Autobahnen erlaubt sein sollte und was nicht.

Der Verkehrsminister könne etwa per Gesetz nur noch Autos zulassen, die eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten. Der schwedische Autobauer Volvo hat beispielsweise als erster Hersteller seine ab 2020 gebauten Fahrzeuge bei einer Geschwindigkeit von maximal 180 km/h elektronisch abgeriegelt.

Für ein Umdenken sprach sich derweil die Deutsche Umwelthilfe aus. „Die Bundesregierung erlaubt mit ihrem Nein zum Tempolimit explizit diese Ultra-Raserei auf 70 Prozent der Autobahnstrecken“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er forderte den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zum Handeln auf: „Wir brauchen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen jetzt – für Klimaschutz und Sicherheit“, sagte Resch.

aic mit Material der dpa

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