Protest gegen Biosprit im Internet

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Berlin - Im Internet formiert sich weiter der Widerstand gegen den Biosprit E10. Vor allem auf der Plattform "Facebook" sammeln sich die Gegner.

So fanden sich in dem sozialen Netzwerk am Dienstag gleich mehrere Dutzend Gruppen wie "E10 - Nein Tanke" und "E10 Boykott". Die mit deutlichem Abstand größte Protestseite "Gegen E10 Kraftstoff" zählte am Nachmittag bereits mehr als 24.000 Mitglieder. Seiten, mit denen Nutzer für die Wahl auf E10 warben, fanden sich hingegen nicht.

Wer die größte Protestseite auf "Facebook" gegründet hat, ist auf ihr nicht ersichtlich. Dies ist für Seiten dieser Art auf Facebook auch keine Pflicht. Damit blieb jedoch zunächst unklar, wer hinter dem Protest steckt. Anonym hat der Urheber auf der Seite über seine Motivation erklärt: "Es muss den Leuten klargemacht werden, dass keiner weiß, was mit ihrem Auto auf lange Sicht hin gesehen passiert."

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Auf der Seite tauschten sich Hunderte Nutzer aus. Ihre Kommentare reichten von simplen Parolen wie "Brötchen auf den Tisch, nicht in den Tank!" und sarkastischen Botschaften wie "Boykottiert das Brot, damit E20 eingeführt werden kann" bis hin zu Aufrufen zu handfesten Protesten. "Wie wär's mit einem Aufmarsch in Berlin?", fragte einer. Ein anderer forderte die übrigen Nutzer dazu auf, große Tankstellen zu meiden: "Shell, Esso, Aral, Total etc. Nur noch kleine und private Tankstellen aufsuchen. So mache ich das momentan."

Bio-Sprit E10: Die wichtigsten Infos

Gleich mehrere Nutzer wiesen auf die Online-Petition "Abschaffung von E10" auf der Plattform openpetition.de hin, die allerdings keine offizielle Seite von Bund und Ländern ist. Am Dienstagnachmittag hatten diese Petition ("Die Beimischung von Lebensmitteln im Benzin ist vor allem aus moralischen Gründen nicht tragbar") knapp 4.000 Unterstützer unterzeichnet.

Die Bundesregierung gab sich angesichts der Proteste im Netz erst einmal zurückhaltend. Ein Sprecher sagte am Dienstag auf dapd_Anfrage, es gebe "in der Bundesregierung keine zentrale Festlegung, ob und wie sich die Ministerien beziehungsweise Minister an Diskussionen in sozialen Netzwerken im Internet beteiligen". Dies lege jedes Ressort "in eigener Verantwortung" fest.

Präsenz zeigte zu der Frage bisher zumindest Regierungssprecher Steffen Seibert. Bereits Anfang März, als die Kritik an E10 über die traditionellen Medien zunahm, notierte er persönlich über Twitter: "E10 ist Angebot, kein Zwang. Röttgen: Opposition und Länder waren dafür, Ölabhängigk. zu reduzieren. Jetzt muss Industrie für Absatz sorgen." Die Diskussionen auf der Plattform Facebook setzten sich indes ohne offizielle Einwürfe dieser Art fort.

dapd

Quelle: rosenheim24.de

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