Sänger nimmt Stellung zum Song "Marionetten" 

Naidoo: "Ich bin weder rassistisch noch rechtspopulistisch" 

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"Söhne Mannheims"
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Mannheim - Nach tagelangem Schweigen hat sich nun Xavier Naidoo zur massiven Kritik am Song "Marionetten" der Söhne Mannheims geäußert.

Am Montagabend kam es zu einem Krisengespräch zwischen der Band und Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Am Dienstagvormittag veröffentlichte Naidoo daraufhin eine lange Erklärung auf seiner Facebook-Seite. 

In dieser betont Naidoo, dass die Band und er selbst für eine liberale, weltoffene Gesellschaft stehen und sich auch nicht politisch instrumentalisieren lassen wollen. Der Song "Marionetten" sei eine kritische und zugespitzte Zustandsbeschreibung. Solche Auseinandersetzungen seien wichtig, um die Demokratie zu erhalten und zu verbessern. 

Wie von uns berichtet, flammte bundesweit die Diskussion um Naidoos Song und damit seine mutmaßliche politische Einstellung und Nähe zur Reichsbürgerbewegung erneut auf. Satiriker Jan Böhmermann produzierte eine Parodie auf die Band

In unserer Region forderte das Bündnis "Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" erneut eine Absage des Konzerts der Söhne Mannheims beim Sommerfestival. Dagegen nahm der berühmte Waginger Liedermacher Alexander Diehl den Sänger in Schutz: "Er ist Musiker, er macht Kunst, er singt davon, dass ihm die Situation nicht passt."

Die Kernaussagen von Naidoo: 

  • "Bei dem Lied 'Marionetten' handelt es sich um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet. Das mag missverständlich gewesen sein, daher ist mir Folgendes wichtig: Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht."
  • "Wir erleben derzeit leider eine Phase, in der viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dass es ihnen nicht mehr ganz so gut geht oder dass sie nicht mehr 'mitgenommen' werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut."
  • "Die Grundwerte, für die wir stehen, sind notwendige Grundlage für ein soziales und friedliches Miteinander ALLER Menschen, frei von Ressentiments und nationalem Gedankengut. Dabei ist auch Streitkultur wichtig."
  • "Die Söhne Mannheims und ich stehen (ohne das ernsthaft betonen zu müssen) seit vielen Jahren ganz klar gegen jede Art von Gewalt, gegen jede Art von Fremdenhass, gegen jede Art von Diskriminierung und gegen jede Form von Radikalismus oder Nationalismus. Genauso erheben wir seit Jahren unsere Stimme gegen alle menschenverachtenden, populistischen oder Hass säenden Personen und Bewegungen."
  • "Ich schätze mich glücklich und empfinde es als Bereicherung, dass ich viele Freunde jeglicher Nationalität und jeglichen Glaubens habe. Dass ich weder rassistisch noch rechtspopulistisch bin, bedarf für mich eigentlich keiner (erneuten) Erwähnung. Ich widerspreche daher auch jeglicher Instrumentalisierung meiner Musik und Texte durch entsprechende politische Gruppierungen."

Das ganze Statement können Sie hier nachlesen: 

Quelle: rosenheim24.de

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