Neue Regeln ab Oktober

Multicopter-Flüge: Das müssen Piloten beachten

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Hoch hinauf mit der fliegenden Kamera: Ab Oktober 2017 brauchen Flugmodelle - und dazu zählen jetzt auch Multicopter - eine Plakette mit Namen und Anschrift des Halters. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Wie viele Multicopter durch den deutschen Luftraum brummen, weiß niemand so genau. Auch darüber, was man mit den Fluggeräten alles machen oder auch nicht machen darf, herrscht oft Unklarheit. Seit April sind die Regeln klarer gefasst. Mehr Bestimmungen folgen im Herbst.

Berlin (dpa/tmn) - Wo darf ich eigentlich meinen Multicopter in die Luft steigen lassen? Was ist die maximale Flughöhe? Und darf ich auch mit einer aufgesetzten Videobrille steuern?

Seit Anfang April gelten für die private Nutzung der oft Drohnen genannten Fluggeräte einige neue Regeln. Im Oktober 2017 kommen weitere hinzu. Eine Übersicht:

ERLAUBNISFREIHEIT: Fluggeräte von bis fünf Kilogramm Gewicht dürfen grundsätzlich tagsüber ohne Erlaubnis aufsteigen. Für den Flug schwererer Geräte oder für den Nachtflug ist laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) dagegen eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörden nötig.

FLUGHÖHE: 100 Meter über dem Grund sind grundsätzlich die Grenze, heißt es beim BMV. Darüber hinaus ist eine Erlaubnis fällig. Ausnahmen gelten allerdings für Gelände, für die bereits eine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und auf denen eine Aufsichtsperson bestellt worden ist.

FLUGVERBOTSZONEN: Verboten sind laut BMV Flüge über Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, über Krankenhäusern, Menschenmengen, Gefängnissen, Militärgeländen, Industrieanlagen, einigen Bundes- und Landesbehörden sowie Naturschutzgebieten. Auch rund um Flughäfen gilt ein Flugverbot. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) nennt einen Abstand von 1,5 Kilometer vom Flughafenzaun, die tatsächliche Kontrollzonekann aber größer sein. Genaue Karten gibt es auf der DFS-Webseite.

REGELN FÜR WOHNGEBIETE: Ein Flugverbot gilt über privaten Wohngrundstücken, wenn das Fluggerät schwerer als 250 Gramm ist. Außerdem ist dies - unabhängig vom Gewicht - der Fall, wenn es in der Lage ist, Bilder oder Töne aufzuzeichnen oder sie zu übertragen. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn die Grundstückseigentümer oder Mieter des überflogenen Geländes ausdrücklich zustimmen.

SICHTWEITE: Generell sind Flüge mit Geräten bis fünf Kilogramm nur in Sichtweite des Piloten erlaubt. Flüge mithilfe einer Videobrille sind allerdings dann erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von maximal 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 250 Gramm ist - oder wenn eine andere Person es ständig in Sichtweite hat und den Piloten auf Gefahren aufmerksam machen kann.

Im Herbst 2017 kommen außerdem folgende Regelungen hinzu:

KENNZEICHEN: Alle Multicopter und Flugmodelle ab 250 Gramm brauchen vom Oktober an eine Plakette mit Namen und Anschrift des Eigentümers. Das Kennzeichen muss dauerhaft mit dem Gerät verbunden und feuerfest sein. Der Grund: Im Schadensfall lässt sich so der Halter ermitteln.

KENNTNISNACHWEIS: Für die Nutzung von Fluggeräten ab zwei Kilogramm Gewicht ist vom Oktober an eine gültige Pilotenlizenz oder eine Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle nötig. Für Flugmodelle reicht auch eine Bescheinigung über die Einweisung durch einen Luftsportverein. Prüfung und Einweisung gelten für fünf Jahre.

Verordnung zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten

Übersicht über Kontrollzonen der internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland

Drohnen-Tipps der DFS

BMV über Drohnen

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