„M“ weiß bald alles

Privatsphäre adé: Neuer Facebook-Bot liest alle User-Chats mit

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Facebook startet ein neues Feature.

Palo Alto - Schöne neue Welt: Facebook hat ein neues Helferlein. Es heißt „M“ - und liest in den Messenger-Chats der Nutzer mit. Bald wohl auch hierzulande.

Fluch oder Segen? Das ist häufig die Frage bei neuen Technologien. Und gar nicht so selten sind es ausgerechnet die großen Internet-Dienste, mit denen fast alle User zu tun haben, bei deren Erfindungen sich diese Frage aufdrängt. Nun bereitet wieder einmal Facebook seinen Nutzern Sorgen. In Gefahr scheint einmal mehr die Privatsphäre.

Schuld ist ein neuer Bot - ein Miniprogramm also - namens „M“. Es soll, natürlich, den Nutzern behilflich sein. Indem es ihnen anhand ihrer Konversationen im Facebook-Messenger nützliche Lösungen und Vorschläge macht. Der winzige Haken: Natürlich liest „M“ zu diesem Zwecke alles mit, was die Facebook-Nutzer so miteinander zu besprechen haben.

In den USA schon gestartet

Das ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern in Teilen der Welt schon Realität. Wie die Webseite The Verge berichtet, ist „M“ vergangene Woche schon bei den iOS- und Android-Nutzern der Messenger-App in den USA gestartet. Weitere Länder, womöglich auch Deutschland, sollen demnach in den kommenden Monaten folgen.

Konkret reagiert der neue Bot auf Schlüsselworte. Wenn etwa von Geld die Rede ist, könnte er den Nutzern Überweisungs-Optionen anbieten. Wenn es um ein Treffen geht, sind Links zu Transportmitteln denkbar; auch ein Abstimmungstool zu möglichen Terminen könnte eingeblendet werden. Zum Gesprächsverlauf passende Smilies und Emojis könnte „M“ ebenfalls hervorzaubern - die User müssen dann nur noch den Vorschlag bestätigen.

„M“ soll sich das Verhalten der User merken

So ganz ist es mit dem Reagieren auf Schlüsselwörter aber wohl nicht getan. „M“ soll auch „lernen“: Merken soll sich der Bot der Webseite TechCrunch zufolge unter anderem, wie oft und wann seine Dienste angenommen werden, und entsprechend seine Aktivität anpassen. Offenbar werden also auch Daten gespeichert.

Ausschalten lässt sich „M“ allem Anschein nach zwar auch. Die Rede ist allerdings nur davon, der Service könne „gemutet“, also „stummgeschaltet“ werden. Dass „M“ dann nicht weiter mitliest, ist damit zunächst nicht gesagt. Vorsicht scheint also angebracht, wenn Facebooks neues Helferlein erstmal auch hierzulande seinen Weg in die Chats der Nutzer gefunden hat.

Wie sie Googles Datensammel-Lust auf ihrem Smartphone Grenzen setzen, das erfahren Sie in diesem Artikel.

fn

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