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Aus 800 D-Mark wird sechsstellige Euro-Summe

Tochter klagt vor Gericht – und macht mit Kaution von toten Eltern gigantischen Gewinn

Geld (Symbolbild)
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Geld (Symbolbild).

Wer 1960 Vermieter war, hat aller Wahrscheinlichkeit nach die Kaution der Mieter auf einem Konto angelegt. Damals ungewöhnlich, in gegenwärtigen Zeiten von Niedrigzinsen aber immer mehr die Regel: Eine Anlage der Kaution in Aktien. Wie lohnend solch eine Anlage sein kann, hat eine Tochter nun feststellen dürfen, als sie sich um den Nachlass ihrer Eltern kümmerte.

Köln - Der Mietvertrag endete nach 58 Jahren, nachdem ein altes Ehepaar verstorben war. 1960 hatten sie eine Wohnung in Köln bezogen. Kaution damals: 800 D-Mark. Nachdem sie viele Jahre später umgezogen waren, in eine Wohnung der selben Wohnungsgesellschaft, wurde die Mietsicherheit zu 409 Euro umgewandelt.

2018 forderte die hinterbliebene Tochter nun die Kaution ihrer Eltern zurück. 409 Euro wurden ihr ausgezahlt. Beim Blick in den alten Mietvertrag zeigte sich jedoch, dass die Vermieter sich damals das Recht heraus nahmen, die Kaution in Aktien anzulegen. Und: Am Ende des Mietverhältnisses entscheidet der Vermieter, ob er die Aktien herausgibt oder den eingezahlten Kautionsvertrag.

Erträge und Dividenden stehen Mietern zu

Dass dies so nicht rechtens ist, entschied nun das Kölner Amtsgericht. Es erklärte die Wahl-Klausel im Mietvertrag für nichtig, da sie dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) widerspreche. Dort regelt Paragraph 551, dass dem Mieter nach dem Ende des Mietverhältnisses die Mietsicherheit inklusive ihrer Erträge zusteht – unabhängig davon, welche Anlageform gewählt wurde. Zu diesen Erträgen zählen bei Anlage in Aktien nicht nur gezahlte Dividenden, sondern auch angefallene Kursgewinne.

In diesem Fall war der Gewinn gigantisch: Nach fast 60 Jahren sind die Aktien inzwischen fast 115.000 Euro wert, wie focus.de berichtete. Für die Tochter bedeutete dies einen Geldregen: Das Amtsgericht Köln hat die gesamte Summe nun der Erbin zugesprochen. Noch kann die Wohnungsgesellschaft in Berufung gehen, bis dahin ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Fabian Laube

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