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Die richtige Belichtungszeit für jede Situation

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jawoi gmiatlich - Neben der Blende bestimmt auch die Verschlusszeit den Look Eurer Aufnahmen. Ich zeige Euch, welche Werte beim Fotografieren zu welchem Motiv passen:

Was unterschiedliche Werte bei der Blende an Eurer Kamera verursachen, habe ich Euch gezeigt. Jetzt geht es um die Verschlusszeit oder auch den Shutter-Speed beim Fotografieren beziehungsweise beim Filmen. Auch hier habt Ihr richtig viel Raum für kreative Veränderungen:

Nur kurz zur Erklärung: Die Verschluss- oder Belichtungszeit ist die Dauer, mit der der Sensor Eurer Kamera belichtet wird. Die Werte werden dabei in Bruchteilen einer Sekunden angegeben. Ein Schritt nach oben oder unten halbiert oder verdoppelt die Lichtmenge und hat somit dieselbe Auswirkung, genauso wie eine Blendenstufe.

Shutter-Speed im Video

Wenn Ihr mit Eurer Kamera filmt, ist die Verschlusszeit eigentlich nur eine Konsequenz aus der verwendeten Framerate: Gängig sind hier 24, 25, 30, 50, 60 Bilder pro Sekunde. Die Folge ist dann - rein rechnerisch - eine minimale Belichtungszeit von 1/24, 1/25, 1/30, 1/50 oder 1/60. Verwendet Ihr längere Belichtungszeiten als den Kehrwert Eurer Framerate, beispielsweise 1/10 bei 25 Frames, können die einzelnen Bilder nicht lange genug belichtet werden. Was passiert? Euer Bild ruckelt! Belichtet Ihr hingegen kürzer, kommt es zum sogenannten Stakkato-Effekt, Bewegungen im Film wirken abgehackt.

Als Faustregel hat sich über die Jahre die Verwendung des Kehrwerts der doppelten Framerate als Belichtungszeit etabliert. Filmt Ihr also mit 25 Frames, solltet ihr als Shutter-Speed 1/50 verwenden. Diese Regel hat ihren Ursprung in der Technik analoger Film-Kameras. Euer Bild wirkt dann, wie wir es alle gewohnt sind.

Die Belichtungszeit in der Fotografie

Eine kurze Belichtungszeit friert Euer Motiv ein - besonders in der Sportfotografie durchaus gewollt

Neben der eigentlichen Belichtung des Bildes hat die Belichtungszeit beim Fotografieren auch noch weitere Auswirkungen, hier könnt Ihr Euch richtig austoben: Je länger belichtet wird, desto mehr Bild-Information wird aufgenommen. Im Umkehrschluss heißt das also, dass bei einer kurzen Belichtung auch ein kürzerer Moment aufgezeichnet wird. Das Bild wirkt "eingefroren". Besonders bei der Sport-Fotografie ist dieser Effekt oft gewollt. Man will ja schließlich ein scharfes Bild einer schnellen Bewegung erzielen. Längere Belichtungszeit führt dann zu Bewegungsunschärfe bei schnellen Motiven.

Lange Verschlusszeit am Tag - besonders bei Wasser ein absoluter Hingucker

Aber auch hier gibt es Situationen, in denen ich mich ganz bewusst dafür entscheide: Ich denke da zum Beispiel an Aufnahmen von einem Wasserfall, das fließende Wasser verschwimmt. Ein toller Effekt! Die Königsdisziplin ist hier dann schließlich das Nachführen Eurer Kamera mit einem bewegten Objekt, fotografiert mit hoher Belichtungszeit. Es erfordert viel Übung und birgt immer Gefahr des Verwackelns, wenn ihr das sich bewegende Objekt scharf, den Hintergrund aber verschwommen darstellen wollt.

Apropos Verwackeln: Als Faustregel gilt: Der Kehrwert der Brennweite ergibt die Belichtungszeit, mit der Ihr ohne Probleme aus der Hand scharf fotografieren könnt. (Beispiel: 50 mm => 1/50)

Langzeit nie ohne Stativ!

Je länger Ihr belichtet, desto mehr Information nimmt der Sensor auf - besonders bei Nacht gelingen dann spektakuläre Bilder

Wenn Ihr mit längerer Verschlusszeiten fotografieren wollt, empfehle ich Euch auf jeden Fall ein Stativ und einen Fernauslöser. So könnt Ihr Wackeln vermeiden, was besonders bei Nachtaufnahmen mit sehr langen Belichtungszeiten – teilweise im Sekundenbereich – für scharfe Fotos vom Nachthimmel sorgt. Besonders nachts oder wenn es um Blitze, den Mond oder die Sterne geht, kann bereits der Druck auf den Auslöser zum Verwackeln führen.

Sternenhimmel nur mit Stativ und Fern-/Selbstauslöser - sonst droht Unschärfe durch verwackeln

Den ISO-Wert möchte ich hier kurz am Rande erwähnen. Je höher die Empfindlichkeit Eurer Kamera eingestellt wird, desto höher sind auch die Störungen im Bild, es wirkt verwaschen oder rauschend. Es unterscheiden sich die unterschiedlichen Kameras teilweise sehr stark. Hier hilft leider nur ausprobieren und begutachten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Ausprobieren! Schaut doch auch auf meinem YouTube-Kanal vorbei. Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt, dann dort einfach ab damit in die Kommentare. Über ein Abo und ein Like auf dem Video würde ich mich natürlich riesig freuen!

Und ansonsten, bleibt's gmialtich!

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © sl/pa

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Jahrgang 1983. Seit 2013 bei OVB24. Head of Video & Chef-Reporter. Auch in der Freizeit auf der Suche nach dem perfekten Motiv.
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