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Schaffe, schaffe, Weltraum-Häusle baue - Aven Colony im Test

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jawoi gmiatlich - Kein Spiel lässt die Zeit so rasant dahinschmelzen wie Sim City - Komplexität und Umfang sei Dank. Aven Colony will ein Stück vom Kuchen abhaben und entführt den Spieler auf ferne Planeten. Ob das gut geht?

Einmal Bürgermeister einer ganzen Kolonie. Zugegeben, diese Vorstellung und auch das zugehörige Spielprinzip sind nicht neu. Seit dem Klassiker in Sachen Aufbau-Strategie, Ur-Vater Sim City, gab es zahlreiche Neuauflagen, Abwandlungen und Weiterentwicklungen. Egal ob die ANNO-Reihe, Die Siedler oder auch Civilisation, eines haben diese Spiele alle gemeinsam. Die einen lieben das Management der kleinen Ökosysteme, die anderen wenden sich angewidert ab. Zweimal dürft Ihr raten, wie es mir dabei geht:

Mit Aven Colony ist Ende Juli ein neuer Ableger des Genres vom Herausgeber Team 17 auf den Konsolen und auch dem PC erschienen. Zum angenehmen Preis will man hier ein Stück vom großen Sim City Kuchen abhaben. Die Programmierer von Mothership Entertainment machen dabei viel richtig, aber leider auch einiges falsch.

Story: Städte bauen – und dann?

Ab und zu stattet Euch auch dieser nette Sandwurm einen Besuch ab - Dune, der Wüstenplanet lässt grüßen

Das Setting von Aven Colony gefällt mir auf den ersten Blick wirklich gut: Ihr seid auf dem fernen Planteten Aven Prime, der mit vielen verschiedenen Klimazonen glänzen kann, unterwegs und müsst allen Widrigkeiten, immer wieder eintretenden Störungen, zum Trotz versuchen, eine funktionierende Infrastruktur zu schaffen. Neben den grundlegenden Ressourcen wie Wasser, Nahrung, Luft und Naniten – dem Haupt-Baustoff für Gebäude – gilt es den wohl wichtigsten Rohstoff, Eure Arbeitskräfte, jederzeit im Blick zu behalten. Und letztere wollen selbstverständlich bespaßt, verhätschelt und umsorgt werden, das kennen wir bereits aus den Anno-Titeln.

Hier leistet sich Aven Colony aber meiner Meinung nach schon die erste Schwäche: Euer menschliches Kapital lässt sich viel zu einfach versorgen! Die Produktionsketten sind für mich nicht komplex genug und auch die Missionen in der Kampagne wirken zumindest willkürlich zusammengewürfelt und bauen leider nicht aufeinander auf. Das bin ich bei Genre-Größen wie beispielsweise ANNO anders gewöhnt, je weiter das Spiel dort Voranschreitet, desto schwieriger und vielschichtiger werden die Abläufe. Das schlägt bei Aven Colony dann letztlich leider auf die Langzeit-Motivation.

Gameplay: Schaffe, schaffe, Häusle baue...

Eure Aufgaben belohnen Euch bei Erfolg mit mehr Rohstoffen - eine durchgängige Story fehlt aber

Vergleicht man das Interface zwischen der PC-Version und der Ausführung auf den Konsolen wird schnell klar, dass die Zocker am Rechner hier deutlich im Vorteil sind: Die Bedienung über Tastatur und Maus geht deutlich komfortabler von der Hand. Die Umsetzung auf den Gamepad funktioniert dank Ring-Menü aber sehr solide, alle Bauoptionen sind so schnell erreichbar. Einzig bei der Platzierung der Gebäude auf dem Spielfeld hätte ich mir vielleicht eine Art Einrast-Funktion gewünscht, um die Häuser gezielter aufstellen zu können. Grundsätzlich funktioniert der Städtebau aber reibungslos. Die einzelnen Beziehungen der Gebäude untereinander sind schnell verstanden, Hierarchien schnell erkannt. Zu schnell für meinen Geschmack.

Auch in Sachen Gameplay hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht, habe ich einmal die Abhängigkeiten begriffen, bietet Aven Colony nur noch wenig Herausforderung. Auch die unterschiedlichen Klimazonen und die regelmäßig auftretenden Events wie Seuchenspuren, Blitzgewitter und der Winter, der unsere Produktion "einfriert" machen keinen Unterschied, leider. Hier hätten die Entwickler für mehr Abwechslung sorgen können, indem zum Beispiel in trockenen Gebieten der Rohstoff Wasser mit mehr Priorität hätte behandelt werden müssen. So spielt sich der Titel nach einer Eingewöhnung und dem Kennenlernen der Gebäude in jeder Partie gleich. Auch in der Kampagne hätte ich mir mehr Einstellungsmöglichkeiten gewünscht, im Endlos-Modus kann ich einige Parameter Gott sei Dank noch verändern.

Technik: Hochglanz-Optik trotz Klon-Gebäuden

Graphisch kann Aven Colony überzeugen, wenn auch etwas mehr Abwechslung beim Gebäude-Design gut getan hätte

Optisch macht Aven Colony einiges her: Die Architektur der Gebäude passt zum futuristischen Setting, die Landschaften sind hübsch und abwechslungsreich gestaltet. An manchen Stellen kam es bei meinen Runden allerdings zu Pop-Ups, schade. Der Eindruck einer belebten Stadt auf einem fremden Planeten will aber leider nicht eintreten. Zu wenige Bürger wuseln durch die Verbindungstunnel, zu wenig rührt sich in meiner virtuellen Kolonie. Zudem sehen die Gebäude eines Typs immer gleich aus, ein paar mehr Modelle hätten der optischen Abwechslung gut getan und die Atmosphäre verstärkt. Der Sound ist grundsolide, die Sprachausgabe aber leider nur in englischer Sprache verfügbar. Da diese ohnehin nur in den Story-Sequenzen zu hören ist, fällt es aber nicht übermäßig stark ins Gewicht.

Mein Fazit zu Aven Colony

Meine Wertung zu Aven Colony

Wie eingangs schon erwähnt macht Aven Colony viel richtig: Das Setting, die graphische Aufbereitung und die technische Umsetzung sind gut gelungen. Auch die Produktionsketten und Abhängigkeiten meiner Kolonie auf Aven Prime sind nachvollziehbar und schnell verstanden. Zu schnell verstanden leider. Um mit Genre-Größen wie ANNO oder auch dem für PS4 bald erscheinenden Cities: Skylines mithalten zu können, fehlt es dem Titel an Tiefgang und auch Umfang. So macht meiner Meinung eben der bis ins kleinste Detail ausgearbeitete und von Wechselwirkungen nur so strotzende Baum an Abhängigkeiten den eigentlichen Reiz des Genres aus. Das zarte Pflänzchen Aven Colony hätte hier noch viel Potential nach oben gehabt.

Schaut doch auch auf meinen YouTube-Kanal vorbei und lasst mir gerne ein Abo und einen Daumen auf dem Video da. Und bis dahin, immer schön weiter Städte-Bauen, aber denkt daran: Bleibt's gmiatlich!

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © sl/Mothership Entertainment

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