"Crazy-Frog", "Schnuffel" und die "Partybiene"

Jamba-Sparabo: Noch heute zahlen Tausende für die Klingeltöne

+
Der Crazy Frog" oder "Schnuffel" - Hunderttausende Jugendliche tappten mit den Animationsfiguren in die Abofalle. 
  • schließen

Kennen Sie noch das "Jamba Sparabo" vom Anfang der 2000er-Jahre? Noch heute zahlen Tausende dafür! 

In den Werbepausen der Sender MTV oder Viva lockten die nervigen Spots Hunderttausende Jugendliche in die teure Abofalle. Beliebt waren die Animationsfiguren "Crazy Frog", der Hase "Schnuffel", die "Partybiene" oder das Küken "Sweety". Einfach das Bestellwort an die 33333 senden und schon hatte man das Paket-Abo - die Bedingungen standen kleingedruckt im unteren Bereich auf dem TV-Bildschirm. 

Viva und MTV lebten von den Jamba-Werbegeldern

Der Spiegel berichtete 2005, dass die Klingeltonreklame mehr als 40 Prozent der Werbeeinnahmen der TV-Sender Viva und MTV ausmachte. Teilweise war ein einziger Spot bis zu 150-mal am Tag zu sehen. 

Es war eine Boomzeit: Allein 2004 gaben die Deutschen 183 Millionen Euro für Klingeltöne aus. Die Firmengründer, die Brüder Marc, Alexander und Oliver Samwer, verkaufen im selben Jahr ihr Unternehmen für 273 Millionen Dollar an einen US-Konzern. 

Verbraucherschützer beschäftigt Jamba noch heute

Zum heutigen "Weltverbrauchertag" ruft das Portal aboalarm.de in Erinnerung, dass sich Jamba noch immer über Wasser halte. Zwischen 2013 und 2016 seien immerhin noch 1.687 Jamba-Verträge über aboalarm.de gekündigt worden, 465 davon alleine im Jahr 2016. Das macht die Seite anhand der versendeten Kündigungsfaxe sowie die Downloadzahlen der Musterkündigungsschreiben fest. 

Immerhin: Laut Statista sind die Jamba-Nutzerzahlen stark rückläufig, zwischen 2013 bis 2016 gab es einen Rückgang von 38,5 Prozent. Noch heute bietet Jamba aber Spiele, Logos, "Funvideos", Emoticons und natürlich Klingeltöne an.  

Noch immer zahlen Verbraucher 4,99 Euro wöchentlich

"Jamba hatte den aufkommenden Hype um das Handy und die Personalisierung in Form von Klingeltönen genutzt, um vor allem junge Nutzer an ein kostspieliges Abo zu binden. Noch immer zahlen Verbraucher wöchentlich bis zu fünf Euro", weiß Dr. Bernd Storm van’s Gravesande, Geschäftsführer und Mitgründer von aboalarm. 

Auch wenn sich Jamba auf dem absteigenden Ast befinde, gehöre es definitiv zu den "gewinnorientiertesten Anbietern und größten Abofallen der letzten 20 Jahre", so der aboalarm-Geschäftsführer weiter. 

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser