iPhone überführt Schulschwänzer an Uni

Tokio - Ein Professor an der japanischen Aoyama Gakuin University  will seine Studenten mit gratis iPhones ausstatten - um sie per GPS beim Schwänzen ertappen zu können. 

Wie die japanische Tageszeitung "The Mainichi Daily News" berichtet, geht es der Universität dabei zwar auch darum, die Hochschülerschaft mit Unterrichtsmaterialien zu versorgen. Gleichzeitig will man aber zudem das integrierte GPS-Modul des Smartphones nutzen, um herauszufinden, wo sich die Studenten gerade aufhalten. Auf diese Weise soll vor allem Schulschwänzern das Handwerk gelegt werden, so die AGU-Argumentation.

"In Deutschland wäre die Umsetzung eines derartigen Projekts aufgrund der entsprechenden rechtlichen Bestimmungen sicherlich nur schwer vorstellbar. Pläne, Studenten in dieser Form zu überwachen, würden auf verschiedenen Ebenen auf strikte Ablehnung stoßen", stellt Lukas Gundermann, Referatsleiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), gegenüber pressetext fest. Der Überwachungsvorstoß der AGU sei aus datenschutzrechtlicher Perspektive äußerst problematisch.

"In diesem Zusammenhang ist eine Regelung auf europäischer Ebene ausschlaggebend, die ganz klar verlangt, dass Handy-Besitzer einer Ortung ihres aktuellen Standortes ausdrücklich im Vorfeld zustimmen müssen. Im aktuellen Fall müssten die Studenten zudem zu jeder Zeit darüber im Bilde sein, ob sie von einem GPS-Tracking-System erfasst werden oder nicht", betont Gundermann.

Laut Bericht der japanischen Tageszeitung hat die AGU bereits mit der Ausgabe der ersten iPhone-Geräte an Studenten und Universitätspersonal begonnen. Die volle Funktionalität des Handysystems soll aber erst frühestens im Herbst 2009 erreicht werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sehen die Pläne der Bildungsstätte eine Ausweitung des Projekts auf 1.000 Studenten vor.

Quelle: rosenheim24.de

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