Fake-News im Netz 

JU und Grüne fälschen Zitate - Empörung im Wahlkampf

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München/Berlin - Mit einem gefälschten Tweet sowie gleich mehreren gefälschten Wahlplakaten haben die Junge Union Bayern und die Grünen politische Eigentore geschossen. 

Die JU Bayern postete am Montag einen falschen Tweet von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zu den Ausschreitungen in Hamburg. Obwohl Schulz in einem echten Tweet eindeutig die Gewalttaten kritisierte und eine strafrechtliche Verfolgung forderte, drehte die Junge Union den Sinn seiner Aussage völlig um. In einem Fake-Tweet, den die Jugendorganisation auf Facebook postete, steht im Namen des SPD-Vorsitzenden: "Wir empfinden Linksextremismus als aufgebauschtes Problem. Deshalb wollen wir mit deren politischen Fürsprechern ab September Deutschland regieren."

Die Bayern-SPD zeigt sich empört und wirft der JU ein "sehr problematisches Verhältnis zur Wahrheit" vor. Auch im Kommentarbereich unter dem Post gibt es viel Kritik. "Euer Ernst, ihr fälscht Tweets? Soll das seriöse Politik sein? Einfach nur peinlich sowas", beschwert sich ein User. 

Ein anderer befürchtet, dass viele den zweiten Tweet nicht als Fake erkennen werden: "Dass der zweite Tweet ein von euch konstruierter Fake ist, wird erst beim genaueren Hinsehen nur anhand eines einzigen, ziemlich klein gedruckten Details deutlich und kann somit, vor allem beim schnelleren Drüberlesen, sehr leicht übersehen werden, was ihr offenbar billigend in Kauf nehmt oder sogar bewusst herbeiführen wollt."

Grünen entwerfen eigene FDP-Plakate

Doch neben der JU haben nun auch die Grünen mit ähnlichen Vorwürfen zu kämpfen. Nachdem die FDP am Montag ihre Plakate zur Wahlkampagne vorstellte, kursierten im Netz plötzlich Fake-Motive unter dem Hashtag  #lindnersprueche, die von Grünen-Politikern geteilt wurden. 

So ebenfalls von Jürgen Trittin, der auch kein Problem bei der Kampagne erkennen kann: "Wir sind jetzt im Vorwahlkampf und da ist auch Spaß noch erlaubt", meint der ehemalige Bundesminister. 

Sein Parteikollege Robert Heinrich postete dieses Motiv, das FDP-Vorsitzender und Spitzenkandidat Christian Lindner eine selbstverliebte Aussage in den Mund legt:

Manipulation schwer zu erkennen

Wahlplakate, die auf den ersten Blick echt aussehen? "Wir interpretieren das als Foul der Grünen, denn es widerspricht ihrer Selbstverpflichtung der fairen Wahlkampfführung", teilte FDP-Pressesprecher Nils Droste mit. Zumal eine Kennzeichnung als Satire fehle. Andere Liberale reagieren bewusst cool auf die Grünen-Kampagne und bedanken sich für die kostenlose Werbung durch die Konkurrenz. 

Im Zeitalter von "Fake News" haben sich Grüne und JU mit ihren lustig gemeinten Posts wahrlich keinen Gefallen getan. Aufmerksamkeit gab es zwar reichlich - doch genauso viel Kritik! 

Quelle: rosenheim24.de

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