Inoffizielle Listen im Internet

Versteckte Filmkategorien durch geheime Netflix-Codes: So geht‘s

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Mit ein paar Zahlen zur Wunsch-Kategorie: Netzflix-Nutzer können sich auf inoffiziellen Listen mit URL-Codes bedienen. 

München - Endlich gezielt nach Filmen und Serien suchen: Codes aus inoffiziellen Listen im Netz machen es möglich. Netflix bedauert den „Hack“ und sieht darin keinen Vorteil für die Nutzer.

Filmgeschmäcker sind verschieden: Nicht jeder steht auf die neuesten Crime-Serien und Blockbuster-Komödien. Die Bildschirmvorschau des Netflix-Ottonormalusers liefert deshalb eine breite Auswahl an Filmen und Serien. Aber nur vermeintlich - denn es geht viel breiter: Auf inoffiziellen Seiten im Netz existieren Listen mit Hunderten von Codes, die die weite Welt der Video-Plattform deutlich machen. Belgische Filme? Baseball-Streifen? Produktionen, maßgeschneidert für Elf- bis Zwölfjährige? Die Zahlenkombinationen lassen Nischenfreunde jubeln, dürften aber jeden Netflix-Nutzer erfreuen.

Schnulzen, Justizdramen, Schwulen- und Lesbenfilme

Mit Hilfe der Codes findet man - in Deutschland wie in den USA - versteckte Kategorien, die in der klassischen Ansicht gar nicht auftauchen. Was ist schon die Sparte Drama, wenn ich auch ganz gezielt nach Schnulzen, biographischen, Independent-, Militär-, Justiz-, Schwulen- und Lesben-Dramen suchen kann? Die deutsche Netflix-Plattform bietet hier nur fünf wesentlich unspezifischere Subgenres wie „Preisgekrönte Dramen“ oder „Deutsche Dramen“. 

Wer zum Beispiel eine Überblick über alle Western wünscht, bekommt ihn per Code umgehend. Die Lösung liegt in der URL: Am Ende der Internetadresse die entsprechende Zahlenkombination eintragen, fertig ist die differenzierte Suche. Das funktioniert nicht immer: Alle Genres aus den Listen werden angezeigt - aber nicht alle enthalten auch Inhalte. Beim Code für südostasiatische Filme bleibt der Bildschirm schwarz, genau wie bei der Sparte „Goofy Vampire Comedies“. 

Wohlgemerkt: Durch die geheimen Codes findet man keinen einzigen Film „extra“, den man nicht über die reguläre Suche entdecken könnte. Versteckt ist also nur die Kategorisierung, nicht etwa Filme selbst.

Manchmal ist die Kategorisierung willkürlich

Manchmal erscheint die Kategorisierung willkürlich: Das Comedy-Volksmusik-Duo „Wolfgang & Anneliese“, dargestellt von Bastian Pastewka und Anke Engelke, taucht beispielsweise unter „Country & Folk/Western“ auf. 

Insgesamt ist die geschmacksoptimierte Suche für viele Nutzer eine echte Errungenschaft. Denn Netflix, das immer mehr auf Eigenproduktionen setzt, bedient oft nur den vermeintlichen Geschmack: Wer ab und an eine Krimiserie schaut, wird von den Algorithmen mit weiteren beliefert - und nicht auf Independent-Komödien oder Romanzen hingewiesen. 

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Es werden keine Inhalte versteckt, sagt Netflix

Gerade die personalisierten Algorithmen machen den Service aus, sagt ein Netflix-Sprecher auf Nachfrage unserer Onlineredaktion. Das Unternehmen verstecke keine Inhalte, jeder Nutzer könne alles sehen, was in seinem Land verfügbar ist - auch ohne technische Tricks. Seit kurzem ist dies laut tz.de auch offline möglich.

Wie die Codes an die Öffentlichkeit gelangt sind, erfährt man von Netflix nicht. Dass sich der Streaming-Dienst immer wieder mit Hacks auseinandersetzen muss, ist bekannt. Der Nutzer, der lediglich die URL ändert, bewegt sich nicht auf illegalem Terrain. Durch die Codes habe der User laut Sprecher keinerlei Vorteil. Über die reguläre Nutzung sei alles erreichbar. 

Stimmt: Doch die Subgenres lassen sich nur per Handeingabe finden. Wer in der normalen Suche differenzierte Stichwörter wie „Düstere Komödien“ oder „Reise-Dokumentarfilm“ eintippt, wird fündig. Oder er nutzt eben die geheimen Codes ...

Hier geht‘s zu einer langen Code-Liste

Tobias Gmach

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