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Fake News: Facebook will Verantwortung übernehmen

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Facebook-Chefin Sheryl Sandberg.

New York - Facebook will auch in Deutschland härter gegen die Verbreitung gefälschter Nachrichten vorgehen. Dennoch reißt die Kritik an dem sozialen Netzwerk nicht ab. Jetzt nimmt Sheryl Sandberg Stellung.

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sieht ihr Unternehmen im Kampf gegen falsche Nachrichten, sogenannte Fake News, in der Verantwortung. Die Menschen wollten keine Falschmeldungen auf Facebook sehen, sagte Sandberg der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. "Wir wollen sie nicht zeigen und wir wollen nicht, dass Leute damit Geld verdienen." Die Frage sei, wie das Ziel mit 1,79 Milliarden monatlichen Nutzern erreicht werden könne.

"Wir sagen ganz klar: Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun", sagte Sandberg. "Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind - mit dem gerade verkündeten Facebook Journalismus Projekt, zum Beispiel."

Das Unternehmen hatte angekündigt, das eigene soziale Netzwerk künftig sauberer halten zu wollen und Falschmeldungen zu kennzeichnen. "Wenn wir sagen, dass wir das nicht selber übernehmen können, bedeutet das aber nicht, dass wir keine Verantwortung übernehmen wollen. Wir übernehmen Verantwortung", betonte die Facebook-Chefin.

Sandberg hob auch hervor, dass Facebook die rechtlichen Bestimmungen in Deutschland einhalte. "Wenn wir über illegale Inhalte in Kenntnis gesetzt werden, löschen wir diese." Herausforderungen unterhalb dieser Schwelle könnten aber nur gemeinsam von Unternehmen, Politikern und Zivilgesellschaft gelöst werden. Facebook arbeite dabei hierzulande mit angesehenen Organisationen wie der Beschwerdestelle FSM oder Jugendschutz.net zusammen.

„Facebook erzeugt keine Filterblase“

Die Facebook-Geschäftsführerin wandte sich gegen Vorwürfe, Facebook würde sogenannte Echoräume oder Filterblasen hervorrufen oder verstärken. "Wir glauben nicht, dass Facebook Filterblasen erzeugt und unsere Forschung stützt das", sagte Sandberg. Vielmehr erleichtere es Facebook, neben starken Bindungen wie zur eigenen Familie und den besten Freunden auch schwächere Bindungen zu einer größeren Zahl von Menschen zu pflegen. "Und so wird Ihre Wahrnehmung anderer Perspektiven vergrößert, anstatt sie zu verringern."

Der Begriff Filterblase beschreibt den Effekt, dass Webseiten an Nutzer bevorzugt Informationen weitergeben, die sie aufgrund des bisherigen Nutzerverhaltens als für sie besonders interessant einstufen. Dies kann dazu führen, dass ohnehin vorhandene Interessen oder Meinungen permanent verstärkt werden. Ähnlich ist es beim Echokammer-Effekt. Damit ist gemeint, dass sich die Weltsicht von Internet-Nutzern verengen kann, wenn sie sich in sozialen Netzwerken ständig vorrangig mit Gleichgesinnten austauschen.

Die Diskussion über sogenannte Fake News hat auch in Deutschland an Fahrt gewonnen, seit in den USA über deren Einfluss auf die Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump spekuliert wird. Politiker unterschiedlicher Parteien und auch Justizminister Heiko Maas (SPD) haben Facebook und andere Internetdienste wiederholt aufgefordert, effektiver und schneller gegen Falschnachrichten vorzugehen. Dabei sind auch Geldbußen oder andere Sanktionen im Gespräch.

afp

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