Journalist schreibt Donald Trump

Dieser Wut-Brief sprengt die Facebook-Rekorde

New York - Einer der bekanntesten Fotografen von New York verfasste einen offenen Brief gegen Donald Trump - und traf damit genau den Nerv der Netzgemeinde. Über 1 Million mal wurde der Post schon geteilt!

Donald Trump, der sich gerne als Präsidentschaftskandidat der Republikaner sehen würde, räumt bei den US-Vorwahlen mächtig ab. Mit seinen meist provokativen Äußerungen spaltet der erfolgreiche New Yorker Unternehmer die Nation. Zur Finanzierung seines Wahlkampfes sagte der Bau-Magnat folgendes: "Ich brauche kein Geld von irgendeinem. Ich brauche die Lobbyisten nicht, Ich brauche die Spender nicht. Das ist mir egal. Ich bin wirklich reich." Für Aufsehen sorgte er auch, weil er eine Mauer zu Mexiko bauen möchte. Und Muslime möchte er gar nicht erst in die USA einreisen lassen

Einer von vielen, dem Trumps politische Vorstellungen, sauer aufstoßen, ist der New Yorker Brandon Stanton. Der bekannte Journalist und Fotograf schrieb einen offenen Brief an den Republikaner. Keine 24 Stunden später gilt der Beitrag als der meistgeteilte Facebook-Post aller Zeiten. Mittlerweile wurde die Wutrede auf Trump rund 1.080.000 mal geteilt und hat über 2,1 Millionen Reaktionen ausgelöst. Auch Hillary Clinton, die für die Demokraten ins Präsidentschaftsrennen geht und als Trumps größte Widersacherin gilt, hat den Facebook-Post mit einem Gefällt-Mir versehen. 

An Open Letter to Donald Trump:Mr. Trump,I try my hardest not to be political. I’ve refused to interview several of...

Posted by Humans of New York on Montag, 14. März 2016

Übersetzung des Briefs:

Mr. Trump,

Ich gebe mein Bestes, nicht politisch zu werden. Ich habe mich geweigert, einige von ihren Mitbewerbern zu interviewen. Ich möchte kein persönliches Wohlwollen riskieren, indem ich bei einer umstrittenen Wahl Partei ergreife. Ich dachte: "Vielleicht ist das Timing nicht gut." Aber ich realisiere nun, dass es keinen richtigen Zeitpunkt gibt, sich gegen Gewalt und Vorurteile auszusprechen. Dafür ist "jetzt" immer der richtige Zeitpunkt. Ich habe, gemeinsam mit Millionen Amerikanern, realisiert, dass es nicht mehr länger eine politische Entscheidung ist, Ihnen entgegenzutreten. Es ist eine moralische. 

Ich habe zugesehen, wie Sie rassistische Bilder retweeten. Ich habe zugesehen, wie Sie rassistische Lügen retweeten. Ich habe zugesehen, wie Sie sich 48 Stunden Zeit lassen, um die "Vormachtstellung der Weißen" zu verleugnen. Ich habe zugesehen, wie Sie genüsslich zur Gewalt aufrufen und versprechen, die Bußen derjeniger zu bezahlen, die Gewalt in Ihrem Namen anwenden. Ich habe zugesehen, wie Sie es befürworten, dass Familien von Terroristen gefoltert und ermordet werden. Ich habe zugesehen, wie Sie fröhlich Geschichten von Muslimen erzählen, die mit in Schweineblut getränkten Kugeln exekutiert werden. Ich habe zugesehen, wie Sie Flüchtlinge mit Schlangen vergleichen und behaupten, der Islam würde uns hassen. 

Ich bin Journalist, Mr. Trump. Innerhalb der letzten zwei Jahre habe ich etliche Interviews mit Hunderten von Muslimen geführt, die zufällig auf den Straßen Iranks, Iraks und Pakistans ausgewählt wurden. Ich habe außerdem Hunderte syrische und irakische Flüchtlinge in sieben unterschiedlichen Ländern interviewt. Und ich kann Ihnen sagen: Der Hasserfüllte sind Sie.

Jene von uns, die aufmerksam waren, werden es Ihnen nicht erlauben, sich in einem anderen Licht darzustellen. Sie sind kein "Vereiner". Sie sind nicht "präsidial". Sie sind kein "Opfer" dieser Wut, die Sie selbst mit Freude entfacht haben. 

Sie sind ein Mann, der im Streben nach persönlicher Macht Vorurteile und Gewalt schürt. Und obwohl sich Ihre Worte in den nächsten Monaten zweifelsohne ändern werden, werden Sie immer bleiben, wer Sie sind.

Hochachtungsvoll, 

Brandon Stanton

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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