An Pietätlosigkeit kaum zu überbieten

Ermordeter Jaden (9) für Amazon-Werbung ausgenutzt 

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Keinen Respekt vor dem Tod des jungen Jaden aus Herne haben Betrüger auf Facebook. Ihre Masche ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten! 

Wie von uns berichtet, wurde der neunjährige Jaden von dem 19-jährigen Marcel H. im Keller eines Mehrfamilienhauses in Herne brutal erstochen. Die Tat schockte das ganze Land, tagelang wurde nach dem flüchtigen Täter gefahndet. 

Auch über die Sozialen Netzwerke wollten die Menschen Anteil nehmen an dem tragischen Schicksal des Kindes. Viele bekundeten daher über eine Facebook-Seite ihre Trauer. 

"Jaden aus Herne" hieß diese Facebook-Seite, die von Unbekannten kurz nach der Tat ins Leben gerufen wurde. Scheinbar eine Gedenkseite, auf der emotionale Beiträge wie dieses Foto geteilt wurden: 

"Du warst noch so jung und bist von uns gegangen. Du bist jetzt an einem bessere Ort. Ruhe in Frieden. Würde mich freuen, wenn ihr das Foto teilen würdet" - so die Aufforderung der Seitenbetreiber. 

Teilen - genau darum ging es nämlich in diesem perfiden Spiel um Facebook-Fans. Wie das Portal mimikama.at berichtet, sammelte die angebliche Gedenkseite innerhalb von kurzer Zeit 11.000 Fans

Statt Gedenken wird nun Werbung gepostet 

Dann wurde sie plötzlich umbenannt - aus "Jaden aus Herne" wurde "Aus - einzigartige Geschenkideen". Geblieben sind die Tausenden Fans - viele haben die Namensänderung vermutlich noch gar nicht bemerkt. 

Alle Bilder des ermordeten Jungen wurden von der Seite entfernt und stattdessen werden nun mehrfach täglich Links auf Amazon-Artikel gepostet. "Geschenkideen" statt Trauer! An der URL kann man aber noch klar ablesen, wie die Seite ursprünglich hieß: https://www.facebook.com/Jaden-aus-Herne-616724865192666/ 

Geworben wird beispielsweise für buntes Toilettenpapier: 

Das Wort "aus" wurde offenbar deshalb übernommen, damit Facebook nicht die Namensänderung bemerkt und kontrolliert. 

Wieso diese Strategie der Umbenennung? 

Das Nachrichtenportal derwesten.de hat hierzu den Social-Media-Experten Jan Stranghöner befragt. Er ist überzeugt, dass die Seitenbetreiber entweder die Gedenkseite verkauft haben („Faustregel sind etwa 50 Cent pro Fan. In dem Fall also etwa 5.500 Euro") oder der Admin sie noch weiter betreibt und Provisionen kassiert. 

Es gehe darum, Reichweite und Aufmerksamkeit für Amazon-Anbieter zu generieren, dafür würden die Facebook-Seiteninhaber an Verkäufen im Online-Shop mitverdienen, wenn jemand dem Link folgt und so zum Kunden wird. Das Vorgehen hält auch Stranghöne für "mega pietätlos"

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Facebook

Zurück zur Übersicht: Netzwelt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser