Öffentliche Tierquälerei

Cat-Fisting: Sadistische Tier-Spiele auf Facebook!

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Auf der Facebook-Page "Cat Fistival" wird dazu aufgerufen, Katzen zu fisten.
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Es sind schreckliche Bilder, die sich einem Facebook-User beim Öffnen der Veranstaltung "Cat Fistival" bieten: Verstümmelte und wehrlose Tiere, die Opfer sexueller Befriedung wurden!

++ Hinweis der Redaktion: Der Inhalt dieses Artikels kann Tierfreunde verstören. Als Journalisten haben die Aufgabe über gesellschaftliche Misstände aufzuklären und zu informieren. Wir können uns nicht nur "seichte" Themen aussuchen. Auch das gehört leider zu dem, was sich auf Facebook abspielt, einem Netzwerk, das von den meisten unserer User genutzt wird. ++

Zoophilie bezeichnet das sexuelle Hingezogensein zu Tieren, das auch sexuelle Handlungen beinhalten kann. Es ist eine Neigung im gesellschaftlichen Abseits. Ein Tabu, das im Geheimen ausgelebt wird.

Katzen eingewickelt in Frischhaltefolie- ihr Leid scheint einigen Menschen Befriedigung zu bescheren.

Ein Kreis von sadistischen Tierquälern drängt jedoch an die Öffentlichkeit, sie erstellen öffentliche Veranstaltungen auf Facebook, die die abartige Misshandlung von wehrlosen Tieren verherrlichen. Die Veranstaltungen, die am 17. März stattfinden sollen, tragen Titel wie "Cat Fist-A-Thon" oder "Cat Fistival". Unter Fisten (engl. Fisting) wird eine sexuelle Praktik verstanden, bei der mehrere Finger bis hin zu einer oder mehreren Händen in die Vagina oder den Anus eingeführt werden.

Setzt man die Wörter "Cat" und "Fist" nun zusammen, wird einem der Sinn dieser Veranstaltungen schlagartig klar: es geht darum, Katzen zu fisten - mit Fäusten oder Gegenständen, es geht darum, den Tieren Schmerz zuzufügen und sich selbst daran zu erregen. 

Oder um es in den Worten der Veranstalter zu sagen: "Cats, kittens, dripping fists... it's a cavalcade of pleasure" (wortwörtliche Übersetzung: "Katzen, Kätzchen, triefende Fäuste ... es ist die Flut des Vergnügens").

Offenbar reicht es den Sadisten aber nicht, die Katzen zu fisten, sie werden noch viel weiter gequält, indem BDSM-Fantasien mit ihnen ausgelebt werden.

Torturen für die Katzen

Dieses Kätzchen wird für die perversen Neigungen der Tierquäler benutzt - ihr Bild wird danach stolz in der Gruppe "Cat Fistival" gepostet.

Der Blick auf die Facebook-Seite verspricht jedoch alles andere als ein Vergnügen zu werden für die wehrlosen Katzen. Dort ermuntern sich User gegenseitig dazu, ihre Tiere zu fisten und lechzen nach Bewunderung anderer Teilnehmer, indem sie Bilder posten, die über jede Grenze der Vorstellungskraft hinausgehen. Bilder von Katzen in Plastiktüten oder überfüllten Trageboxen, Bilder von toten Tieren, die den Torturen nicht standhalten konnten und grausame Fotos von Katzen, die festgebunden wurden, um ihnen so jegliche Möglichkeit des Widerstands zu nehmen.

Mehrere hundert Kommentare unter den einzelnen Posts der knapp über hundert Teilnehmer zeigen jedoch eins: Es handelt sich bei dieser Form der sexuellen Befriedigung keinesfalls nur um eine Abweichung der gesellschaftlichen Norm. Zwar glauben einige, dass es sich um eine Fake-Veranstaltung handelt - die Fotos scheinen jedoch alles andere als eine Täuschung zu sein.

Gegner dieser beispiellosen Tierquälerei haben eine eigene Gruppe gegründet, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Eine Gruppe, in der dazu aufgefordert wird, PETA und Greenpeace zu kontaktieren. Und die diese Form der Veranstaltungen schon tausendmal gemeldet hat - direkt an den Betreiber des größten sozialen Netzwerks.

Facebook erkennt keinen Verstoß

Damit sich das Kätzchen nicht gegen den Übergriff zur Wehr setzen kann, hat ihre Besitzerin eine spezielle Vorrichtung gebaut.

Will man eine Veranstaltung oder eine Gruppe auf Facebook melden, muss man im Multiple-Choice-Verfahren erst einmal seine Gründe darlegen. Auch wir in der Redaktion haben das getan und wussten nicht so recht, ob wir nun als Meldegrund auf "Sexuell explizite Inhalte" oder "Gewalt und drastisches Verhalten" drücken sollen. Selbstverständlich sind wir davon ausgegangen, dass diese Meldung zu einer Löschung der Seite führen wird. Die Rückmeldung von Facebook, die innerhalb von vier Stunden eingeht, fiel jedoch für uns und andere Tierschützer ernüchternd aus.  

Facebook bedankte sich zwar freundlich, dass man sich Zeit genommen hat, die Veranstaltung zu melden, entfernt wurde sie aber nicht. Vielmehr heißt es, die gemeldete Veranstaltung wurde geprüft und es wurde festgestellt, "dass sie nicht gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstößt."

Die Seite "Cat Fistival" scheint nicht gegen die Gemeinschaftsstandards des sozialen Netzwerks zu verstoßen.

Facebook selbst war für unsere Redaktion bislang nicht zu erreichen, ebenso die meisten angeschriebenen Veranstalter der gewaltverherrlichenden Seiten. Auf unsere Frage hin, wieso die Seiten erstellt wurden und auf unsere Aufforderung, diese gewaltglorifizierende Veranstaltung aus dem sozialen Netzwerk zu entfernen, äußerte sich immerhin einer der Gründer von "Cat Fistivity".

In wüsten Beleidigungen uns gegenüber machte er seinem Unverständnis auf unsere Anfrage erst einmal Luft. Wenige Minuten später erreichte uns eine zweite Nachricht von ihm: Er wolle uns klar machen, dass es sich bei der Seite lediglich um seine Art von Humor handelt und er sie nicht entfernen werde.

Hydras Köpfe

Die Seite "Cat Fist-A-Thon" wurde am Donnerstagabend von einem der Veranstalter selbst entfernt. Die Freude währte bei den Tierschützern jedoch nur kurz, denn nur wenige Stunden später wurde eine neue Veranstaltung mit dem Titel "Cat Fistival" erstellt. Dort tummeln sich dieselben Tierquäler unter dem Deckmantel der Anonymität, denn auf den meisten User-Seiten sind persönliche Informationen verdeckt, wie auf der anfänglich erstellten Page. 301 Personen wurden eingeladen, bislang haben 111 zugesagt (Stand: 20. Februar, 14 Uhr).

Sieben Eingeladene wissen noch nicht, ob sie bei dem Event am 17. März teilnehmen wollen und ihren Neigungen in der Gruppe freien Lauf lassen wollen. Bleibt zu hoffen, dass diese Sieben mehr Respekt vor hilflosen Lebewesen haben als manch anderer.

Nachträgliches Update: Am Freitagnachmittag (20. Februar), kurz nach dem Erscheinen dieses Artikels, wurde auch die neue Veranstaltung "Cat Fistival" auf Facebook entfernt wurde.

Quelle: rosenheim24.de

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