Irritierender Dresscode

Bundespräsident Steinmeier möchte "kurze Kleider" sehen 

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Berlin/St. Wendel - Am 22. März wird Frank-Walter Steinmeier offiziell zum 16. Bundespräsident Deutschlands ernannt. Ein Detail auf der Einladung irritiert jedoch. 

Die saarländische CDU-Bundestagsabgeordnete Nadine Schön postete ein Foto von der Einladung zur Amtseinführung in den Sozialen Netzwerken. Gelb markierte sie darauf ein Detail - den Dresscode nämlich. Erwartet wird vom Bundespräsidialamt "Dunkler Anzug/Kurzes Kleid". 

"Wie KURZ darf es denn sein?"

CDU-Politikerin Nadine Schön ist irritiert über den Dresscode. 

Kurzes Kleid? Nicht nur die Politikerin stutzte hier. Ironisch postete Schön: "Sehr geehrter Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie KURZ darf, muss oder soll das 'kurze Kleid' denn sein, das Sie sich zu Ihrer Amtseinführung als Dresscode wünschen? Und halten Sie für die Frauen, die grundsätzlich nur lange Kleider tragen, Alternativen vor Ort bereit? Über nähere Angaben zu Saumlänge und Farbton würde ich mich freuen."

Das sagt das Bundespräsidialamt

Eine Antwort darauf erhielt die Huffington Post auf Anfrage beim Bundespräsidialamt. Auch Frauen im Hosenanzug dürften kommen. Es würde sich um eine Formulierung handeln, die "im Protokoll geläufig für Tagesveranstaltungen" sei. Die Bezeichnung "kurzes Kleid" gelte hier als Synonym für eine "lockere Veranstaltung". 

Eine ähnliche Auskunft erhielt das Portal bento. Die Formulierung "Dunkler Anzug/Kurzes Kleid" werde schon "seit Jahrzehnten" verwendet, so Sprecherin Birgit Stöber. Die Formulierung sei in Abgrenzung zum Abendkleid zu verstehen. Bei Bürgerveranstaltungen, wenn nicht nur Politiker und Würdenträger eingeladen sind, werde der Ausdruck näher erklärt. Kostüm, Tracht oder Ähnliches stehe dann in Klammern dahinter, so Stöber.

Schön wünscht sich "zeitgemäßere Formulierungen"

Nadine Schön reagierte mittlerweile in einem Kommentar auf Facebook auf Kritik, wonach sie die gesellschaftlich festgelegte Formulierung hätte kennen müssen. Manche Kommentatoren empfehlen ihr einen Blick in den Knigge. 

Sie habe das Foto humorvoll gepostet. Abgesehen davon spreche aber "wirklich nichts dagegen, zeitgemäßere Formulierungen zu finden". 

Quelle: rosenheim24.de

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