Emotionaler Facebook-Post

Afghane in Bayern soll kurz vor Hochzeit abgeschoben werden

Bayreuth - Obwohl sich Karim als gebürtiger Afghane seit Jahren in Bayreuth heimisch fühlt, wird er wohl abgeschoben. Seine Freundin ruft via Facebook um Hilfe.

Es ist nur ein Facebook-Post, doch diese Zeilen berühren. Am Freitagnachmittag nahm Tina Krause aus Bayreuth ihren ganzen Mut zusammen und teilte der Welt die Geschichte ihres Freundes Karim mit.

Karim kam demnach im August 2010 nach Deutschland. Seit vier Jahren kennen sich Tina und er, sie wollten im kommenden Jahr heiraten. Doch nun soll er abgeschoben werden.

Karim ist im Integrationsbeirat der Stadt Bayreuth. Offenbar arbeitet er bei Condrobs e.V. "Als Sprach- und Kulturmittler hilft er unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen beim Ankommen in Deutschland", schreibt Tina weiter.

"Er engagiert sich in Bayreuth sehr. Karim ist Bayreuther geworden!!!", schreibt Tina. Doch das Dramatische: Die unsichere Aufenthaltssituation machte ihn depressiv. Nichtsdestotrotz soll Karim nach Afghanistan abgeschoben werden. In ein Land also, in dem seit vielen Jahren Krieg herrscht. Selbst die Bundeswehr ist vor Ort, um das Land zu stabilisieren und gegen die Taliban zu kämpfen.

Es braucht ein großes Weihnachtswunder

Tina ist verzweifelt: "Wir haben uns an die Härtefallkommission und das Bayerische Innenministerium gewandt. Aber die Zeit läuft gegen uns."

Und das kurz vor dem Fest: "Wir haben uns so sehr auf Weihnachten mit unseren Familien gefreut! Aber jetzt erlebe ich den schlimmsten Alptraum meines Lebens! Alles, was uns noch helfen kann, ist ein großes Weihnachtswunder!"

"Abschiebung ist der sichere Weg in den Tod"

Tina will die Politiker aufrütteln und schließt in dem emotionalen Facebook-Post mit folgenden Worten: "Ich habe Angst um meine Zukunft und meine Familie! Ich dachte immer, Liebe kennt keine Grenzen! Das gilt scheinbar nicht für binationale Paare!"

Das Beispiel Karims wirft erneut die Frage auf, ob Deutschland die falschen Menschen abschiebt. Die Bundesregierung hatte zuletzt angekündigt, vermehrt Afghanen in ihre Heimat abzuschieben, obwohl das Land nicht als sicheres Herkunftsland eingestuft ist. Die Bundesregierung hält Teile des Landes für "sicher genug". Tina befürchtet aber im Falle ihres Freundes: "Für Karim ist die Abschiebung der sichere Weg in den Tod!"

mke

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Quelle: rosenheim24.de

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