EU-Sensation: Rochenbaby in Salzburg

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Salzburg - Europäische Sensation im Haus der Natur: Völlig unerwartet schwamm plötzlich ein stattlicher, kleiner Blaupunkt-Rochen im Becken seiner Eltern.

Die Situation war anfangs heikel, denn nur wenige Aquarien haben Erfahrung mit der Nachzucht dieser anspruchsvollen Fischart. Das Aquarium im Haus der Natur ist am Europäischen Nachzuchtprogramm der Blaupunkt-Rochen beteiligt.

Bislang konnten sich nur drei europäische Großaquarien über Nachwuchs dieser gefährdeten Fischart freuen: The deep (England, Nordseeküste), das Oceanarium Lissabon (Atlantik) und Marineland (Antibes, Südfrankreich). Somit ist das Aquarium im Haus der Natur das einzige Binnenlandaquarium, dem diese Nachzucht gelungen ist.

Unerwartet Eltern

Das Salzburger Rochenpärchen kam 1999 mit einer Körpergröße von etwa zehn Zentimetern ins Haus der Natur. Dank der guten Pflege entwickelten sich die beiden inzwischen zu ansehnlichen Exemplaren: Die Länge des Weibchens beträgt knapp einen Meter, das Männchen ist etwas kleiner.

Eigentlich rechnete niemand mehr mit Nachwuchs. Die Überraschung und die Freude über das stattliche Rochen-Baby - seine Körperscheibe misst etwa 20 Zentimter - sind nun natürlich sehr groß. Wie von Fachkollegen empfohlen, wurde das Jungtier isoliert, um seinen besonderen Anforderungen gerecht werden zu können. Mit Spezialfutter wird es nun liebevoll hochgepäppelt – denn wie alle Babys muss es beschützt und mehrmals täglich gefüttert werden. Das ist auch der Grund, warum der kleine Rochen noch eine Zeitlang in einem Quarantänebecken bleibt und noch nicht besucht werden kann.

Blaue Punkte und herausragende Sinnesleistungen

Die attraktive Rochenart mit den blauen Punkten lebt in den Korallenriffen des Indopazifiks. Die Tiere bevorzugen die sandigen Bereiche des Riffs, wo sie sich oft bis zu den Augen im Sand vergraben. Auf dem Schwanz befinden sich zwei mit Widerhaken versehene Giftstacheln, die mit einer Giftdrüse in Verbindung stehen. Die Stacheln werden aber ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt.

Kiemenspalten und Mundöffnung befinden sich auf der Körperunterseite, die Nahrung besteht aus Muscheln, Schnecken, Krebsen und Würmern. Blaupunkt-Rochen besitzen auch Sinneszellen zur Wahrnehmung elektrischer Reize, sogenannte Lorenzinische Ampullen. Mit ihrer Hilfe nehmen sie elektromagnetische Felder von versteckten Beutetieren wahr.

Rochen sind lebendgebärend. Besonders interessant ist die Fortpflanzung dieser Knorpelfischart: Ist das Weibchen fortpflanzungsbereit, so gibt es Pheromone, also chemische Duftstoffe ab, die das Männchen stimulieren. Es führt sein Fortpflanzungsorgan, auch Klasper genannt, in die Kloake des Weibchens ein. Diese innere Befruchtung ist ein gemeinsames Merkmal der Knorpelfische, zu denen auch die Haie gehören. Die „Gebärmutter“ des Weibchens produziert daraufhin eine nahrhafte Flüssigkeit, die vom Embryo aufgenommen wird. Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate, kann aber auch bis zu einem Jahr andauern. Und wenn alles gut geht, kommen ein bis sieben Junge zur Welt.

Pressemeldung Haus der Natur Salzburg/bit

Quelle: rosenheim24.de

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