Happy End für Familie aus Baden-Württemberg

Hündin Molly nach 35-tägiger Odyssee im Landkreis Traunstein wohlbehalten aufgefunden

Die Entlebucher Sennenhündin Molly ist im Kreis Traunstein entlaufen
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Die 18 Monate alte Entlebucher Sennenhündin Molly war 35 Tage lang im Kreis Traunstein abgängig.

Grabenstätt/Traunstein - Hundehalterin Sappho-Josepha Hanke fuhr Ende September aus Baden-Württemberg nach Grabenstätt, um einen Schrank abzuholen. Mit im Gepäck: Hündin Molly, die während des Besuchs am Chiemsee plötzlich abhaute. Es folgte eine nervenaufreibende 35-tägige Suchaktion, ehe die Hündin wieder bei ihrer Besitzerin sein konnte.

Es sollte eigentlich ein Kurztrip an den Chiemsee werden, um einen alten Schrank zu kaufen, für Hundehalterin Sappho-Josepha Hanke wurde es hingegen zu einer fünf Wochen anhaltenden Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Reise führte von Abstatt, einer Gemeinde in Baden-Württemberg, nach Grabenstätt - insgesamt rund 380 Kilometer. Mit dabei: Die 18 Monate alte Entlebucher Sennenhündin Molly.


Während Sappho-Josepha Hanke den Schrank in der Wohnung genauer unter die Lupe nahm, blieb Molly unterdessen in der vermeintlich sicheren Garage. Jedoch ging plötzlich die Garagentür auf und die Sennenhündin war weg. Lediglich eine weinende Autofahrerin stand noch auf der Straße, welche das Tier mit rund 70km/h angefahren hatte. Molly lief daraufhin vor Schreck in den angrenzenden Wald. Bis spät in die Nacht suchte die besorgte Hundebesitzerin die Wiesen und Wälder der Umgebung noch ab, ehe sie die Rückreise zu ihren Kindern antreten musste.

Einige Rückmeldungen auf verteilte Suchplakate


Am darauffolgenden Tag erkundigte sich die Halterin nochmals bei der Familie in Grabenstätt, doch von Molly fehlte weiterhin jede Spur. Also fuhr Sappho-Josepha Hanke am selben Abend nochmal die etwa 380 Kilometer bis an den Chiemsee und suchte selbst erneut. Auch Suchplakate wurden verteilt, woraufhin einige telefonische Sichtungsmeldungen eingingen. „Bei jeder Sichtung fuhr ich los. Da ich jedoch vier Stunden Fahrtweg hatte, war Molly mir immer einige Kilometer voraus“, sagte die Baden-Württembergerin gegenüber der Tierschutzorganisation Tasso e.V.

In der Region waren in kürzester Zeit auch auch diverse Bürger, Ämter, Tierheime und Tierkliniken informiert und nach 15 Tagen setzte die Familie sogar Suchhunde ein, doch Molly blieb weiterhin verschollen. Nachdem zwei erneute Anrufe aus Grabenstätt und Chieming eingingen, fuhr Sappho-Josepha Hanke abermals los und schöpfte neue Hoffnung. Nach rund fünf Tagen und etwa 170 Such-Kilometern zu Fuß jedoch eine erste Ernüchterung: Die Hündin konnte noch immer nicht gefunden werden. Unterdessen kam ein neuer Hinweis aus Traunstein, weshalb die Baden-Württembergerin dort ihre Suche fortsetzte.

Plötzlich sah sie Molly wieder: Unter einem Dach einer Firma lag sie im Rindenmulch und schlief, doch bei einem Annäherungsversuch knirschte kurz ein Kieselstein, Molly erschrak und lief erneut davon. Daraufhin wurde es eine lange Woche lang still um Molly, ehe sie von Menschen in einem Wohngebiet in Geißing gesehen wurde. Sappho-Josepha Hanke kontaktierte einen Experten für die Sicherung von Hunden, um diesmal auf Nummer sicher gehen zu können. Dieser empfahl, eine Lebendfalle aufzustellen.

Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten riesig

„Nachdem sich fünf Katzen an dem Mahl satt gefressen hatten und wir schon nicht mehr daran glaubten, dass Molly in die Falle geht, sendete die Kamera einige Zeit später gleich drei Bilder von Molly“, sagt die Tierfreundin erleichtert. Keine fünf Minuten später waren sie und ihr Sohn an der Falle. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten riesig: „Molly hat uns sofort erkannt. Sie wedelte mit der Rute und jaulte die ganze Zeit.“

Zwar hatte die Hündin in den fünf Wochen insgesamt acht Kilogramm abgenommen und etliche Flöhe hüpften auf ihr herum, jedoch konnten die Hankes ihre Molly nach einem Besuch in der Tierklinik endlich wieder mit nach Hause nehmen. Nun bekommt die Sennenhündin Welpenaufbaufutter sowie Beruhigungs- und Schmerzmittel, damit sie schnell wieder zu Kräften kommt.

aic/Tasso e.V.

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