Rätsel um blaue Störche gelöst

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Der blaue Storch hat für Rätselraten gesorgt.

Berlin - Die blau gefärbten Störche in Norddeutschland haben für viel Aufsehen gesorgt. Doch dass die Vögel auch für farbigen Nachwuchs sorgen werden, ist unwahrscheinlich.

Erst blaue Störche, dann blauer Nachwuchs: Dieses Wunder wird es wohl nicht geben. Experten rechnen jedenfalls nicht damit, dass es sich bei den türkis gefärbten Störchen in Norddeutschland um ein natürliches Phänomen handelt.

Die schrägsten Tiere der Welt

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts.

Nachdem sowohl in Brandenburg als auch an der Elbe bei Hamburg zwei blaue Störche gesichtet wurden, winken Vogelexperten ab. “Die wahrscheinlichste Erklärung für das türkise Gefieder ist, dass die Störche in gefärbtem Wasser gebadet haben“, sagt der Storchenexperte des Naturschutzbund Deutschland, Kai Thomsen. “Die Langstreckenflieger lieben Zwischenstopps auf Müllkippen, möglicherweise sind sie dort in einer Farblache gelandet.“ Da die Vögel gern in Gruppen ziehen, hält Thomsen es für möglich, dass noch mehr blaue Störche entdeckt werden.

Der niedersächsische “Blau-Storch“ hat in Avendorf in einer Eiche am Elbufer sein Nest bezogen. “Er ist nicht ganz so gleichmäßig blau wie der in Brandenburg“, berichtet Michael Kaatz, Geschäftsführer der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt. Auch Kaatz favorisiert die Farbbad-Variante als Ursache für das blau-türkis schillernde Gefieder. Thomsen sagt: “Die Tiere sind sehr schnell. Sie mit Farbpatronen zu beschießen, ist sehr schwierig. Außerdem wären sie dann vermutlich auch verletzt, was nicht so aussieht.“ Auch ein Streich scheint dem Storchexperten unwahrscheinlich: “Es ist sehr schwer, sich diesen Tieren zu nähern.“

Auszuschließen ist nach Ansicht beider Vogelkundler, dass die Zugvögel sich ihr blaues Gefieder “angefuttert“ haben. “Wenn Störche sehr viel Fisch essen, kann es manchmal zu einer leichten Rosafärbung kommen - ähnlich wie bei Flamingos“, erklärt Kaatz. “Aber hellblau, das gibt es nicht.“ Aufklärung versprechen sich die Experten, sobald die Tiere erste Federn verlieren, die dann untersucht werden können.

 “Störche sind Langstreckenzieher, deshalb kommen sie anders als Gänse nicht in eine Komplettmauser, sondern wechseln im Zwei-Jahres- Turnus nach und nach ihr Gefieder aus“, erläutert Thomsen. Falls also nicht der nächste kräftige Regen die Farbe komplett auswäscht und die Sommersonne das Gefieder nicht zu heftig bleicht, besteht Hoffnung, eine türkisfarbene Schwungfeder unter die Lupe nehmen zu können. Dann könnte das Rätsel der blauen Störche endgültig gelöst werden.

Bereits seit Ostern lockt ein zartblauer Storch Schaulustige ins brandenburgische Biegen in der Nähe von Frankfurt an der Oder. In seinem Nest hat sich mittlerweile ein zweiter, weiblicher Storch eingefunden. “Der ist Gott sei Dank nicht grün“, hatte Ortsbürgermeister Manfred Wilke dazu gesagt. Der blaue und der weiße Storch wurden bereits beim Liebesspiel gefilmt.

dpa

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