Verfahrener Streit um Verträge

Völlig gaga: In Gotha fahren die Linienbusse doppelt

Gotha - Völlig bizarre Situation in Gotha: Während Pendler andernorts oft auf verspätete Busse warten müsse, fahren hier gleich zwei Busunternehmen gleichzeitig die Haltestellen an!

Genau dieselben Strecken zur selben Zeit. Auf 13 der insgesamt 41 Strecken der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG) gibt es nun eine seltsame Konkurrenzsituation. 

Dahinter steckt ein Rechtsstreit: Bis Ende 2016 befuhr Wolfgang Steinbrück als privater Subunternehmer für die RVG die Linien. Es kam jedoch zum Zerwürfnis, weil Steinbrück angeblich mehr Geld wollte. Darum habe die RVG die Verträge gekündigt und andere Unternehmer beauftragt. 

Doch Busunternehmer Steinbrück pocht auf seine Verträge. "Die Kündigung ist nicht rechtskräftig, meine Verträge laufen bis 2019. Ich fahre also weiter!", so Steinbück laut stern.de. Er wirft der RVG Steuerverwendung vor. 

Momentan fährt Steinbrück aber auf eigene Rechnung, die RVG zahlt ihm nichts mehr. Wie hoch die Fahrgeldeinnahmen sind, die der RVG durch den doppelten Busverkehr entgehen, wollte die Verkehrsgemeinschaft auf Stern-Anfrage nicht mitteilen. Steinbrück teilte mit, dass er eingenommene Fahrgelder treuhänderisch verwalte.

Der Streit wird nun die Justiz beschäftigen.  

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