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Was die Expertin rät

Unterfordert im Job: Problem offen ansprechen

Manchmal weiß ein Chef gar nicht, was ein Mitarbeiter kann und gibt ihm unterfordende Aufgaben. Das sollte man ansprechen, sagt Prof. Brigitte Witzer. Sie coacht Führungskräfte. Foto: Brigitte Witzer
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Manchmal weiß ein Chef gar nicht, was ein Mitarbeiter kann und gibt ihm unterfordende Aufgaben. Das sollte man ansprechen, sagt Prof. Brigitte Witzer. Sie coacht Führungskräfte. Foto: Brigitte Witzer

Die Arbeitsaufträge im Job sind eintönig? Die eigenen Stärken liegen woanders? Das sollte der Chef wissen. Wer sich für Höheres berufen fühlt, muss das aber mit Argumenten belegen können.

Berlin (dpa/tmn) - Immer nur Fleißarbeit, während die wirklich spannenden Projekte andere Kollegen bekommen: Wer sich im Beruf unterfordert fühlt, sollte das gegenüber dem Chef ansprechen. Das allein genügt aber nicht.

Man muss auch die eigenen Fähigkeiten aufzeigen, die bisher ungenutzt bleiben: «Vielleicht kennt der Chef diese Vorzüge gar nicht», sagt Prof. Brigitte Witzer, die Führungskräfte coacht. Der Ton ist beim Ansprechen entscheidend. Schließlich will ja keiner als Arbeitsverweigerer dastehen. Wichtig sei deshalb, das Ganze charmant zu verpacken.

Eine Möglichkeit sei, zu seinem Chef zu sagen: «Ich mache das gerne, keine Frage.» Danach können Beschäftigte erklären, dass sie mit ihren Fähigkeiten bei anderen Aufgaben nützlicher sein können. «Man muss unbedingt wissen, was man richtig gut kann», betont Witzer.

Soll eine Sekretärin zum Beispiel Daten in eine Excel-Tabelle übertragen, könnte sie gleich anbieten, diese auch auszuwerten, weil sie sich mit Statistik auskennt.

Bei ihrer Argumentation sollten Männer und Frauen einen entscheidenden Unterschied beachten: Männer werden vor allem nach Potenzial beurteilt. Entscheidend sei bei ihnen die Frage: Könnte er das lernen? Bei Frauen steht dagegen die Performance im Vordergrund, sie müssen sich oft erst in kleineren Projekten beweisen. Bei ihrer Einschätzung für Aufgaben lautet die Frage: Kann sie das? Dann müsse sie das auch zeigen, und zwar sofort. «Dieser Unterschied zwischen Potenzial und Performance ist geschlechterspezifisch», meint Witzer.

Männer sollten darum vor allem ihre Möglichkeiten betonen, während Frauen auf Aufgaben und Projekte hinweisen sollten, die sie schon erfolgreich bewältigt haben. So zeigen sie, dass sie einer Aufgabe gewachsen sind.

Allerdings gibt es diese Unterschiede auch bei Vorgesetzten: Chefinnen schauen generell eher nach der Performance - unabhängig davon, ob sie Männer oder Frauen beurteilen. Man sollte klarmachen, welche Qualifikationen oder Erfahrungen für konkrete Aufgaben nützlich sein können.

Brigitte Witzer

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