Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Recht im Beruf

Rechtsfrage bei Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Wer im Ausland Zahnmedizin studiert hat, kann den fehlenden deutschen Abschluss womöglich durch Berufserfahrung wettmachen. Foto: Achim Scheidemann
+
Wer im Ausland Zahnmedizin studiert hat, kann den fehlenden deutschen Abschluss womöglich durch Berufserfahrung wettmachen. Foto: Achim Scheidemann

Wer im Ausland studiert, muss damit rechnen, dass der Abschluss nicht automatisch in Deutschland anerkannt wird. Eine Zahnmedizinerin konnte dies in einem Rechtsstreit aber mit schlüssiger Begründung durchsetzen.

Münster (dpa/tmn) - Hat jemand in Russland Zahnmedizin studiert, kann er auch in Deutschland die Approbation bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass seine Ausbildung im Ausland als gleichwertig anerkannt wird.

Dabei spielt neben der Ausbildungsdauer auch die Berufserfahrung eine Rolle. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin. Sie bezieht sich auf eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen.

In dem verhandelten Fall hatte eine Russin geklagt. Die Frau hatte in Smolensk erfolgreich Zahnmedizin studiert. Nach ihrem Studium war sie zunächst angestellt, dann selbstständig als Zahnärztin tätig. Nach ihrer Einreise nach Deutschland absolvierte sie mehrere Fortbildungen. 2008 wurde ihr in Deutschland eine vorübergehende Berufserlaubnis erteilt. Sie arbeitete daraufhin ein Jahr in einer Zahnarztpraxis. Im Anschluss daran hospitierte sie dort weiter bis Ende März 2013. Schon im Juli 2009 beantragte sie die Erteilung der Approbation als Zahnärztin, was die Bezirksregierung Köln jedoch verweigerte. Die Ausbildung der Frau sei nicht gleichwertig.

Die Zahnärztin klagte und bekam in der Berufungsinstanz Recht (Az.: 13 A 897/15). Die Richter sahen die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstands als gegeben an. In diesem Fall sei im Ausland ausgebildeten Zahnärzten laut Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde die Approbation zu erteilen. Die Richter waren überzeugt, dass die Zahnärztin ein möglicherweise bestehendes ausbildungsrelevantes Defizit durch Berufserfahrung und lebenslanges Lernen beseitigt habe.

Urteil

Kommentare