Nette Kollegen und genügend Geld steigern Motivation

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Die Deutschen sind mit ihrem Job überwiegend zufrieden - wenn der Kollegenkreis und das Geld stimmt.

München - Die Deutschen arbeiten gerne. Eine aktuelle Studie zeigt, wie groß die Zufriedenheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist. Grund dafür ist nicht nur das Geld, sondern vor allem die netten Kollegen.

Die Deutschen arbeiten gerne - heute sogar noch mehr als vor einem halben Jahr: Im Vergleich zum Juni 2011 ist der Anteil derer, die gerne zur Arbeit gehen von 88 Prozent auf 91 Prozent gestiegen. Die übergroße Mehrheit will bei ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben und erwägt in diesem Jahr keinen Wechsel. Mehr als zwei Drittel würden ihren derzeitigen Arbeitgeber sogar an Freunde und Familie weiterempfehlen. Nicht-monetäre Aspekte spielen dabei eine große Rolle, viele sind jedoch mit ihrem finanziellen Spielraum im Alltag unzufrieden.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage der forsa, Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, im Auftrag der Edenred Deutschland GmbH, dem führenden Anbieter für individuelle Motivationslösungen für Mitarbeiter und für Incentives zur Kundengewinnung und -bindung. Bei der aktuellen Umfrage wurde im Februar 2012 1000 Arbeitnehmer ab 18 Jahren interviewt.

Die Studie zeigt, dass die Motivation der Arbeitnehmer vom Beruf abhängt: So sind Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben am stärksten motiviert (95 Prozent) sind. Die Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe sind hingegen etwas weniger motiviert (87 Prozent). Auch die Unternehmensgröße hat Einfluss auf die Motivation: Je kleiner das Unternehmen, desto größer die Motivation.

Die große Mehrheit der befragten Arbeitnehmer (87 Prozent) ist mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber zufrieden oder sogar sehr zufrieden. 71 Prozent würde sogar den Arbeitgeber an Verwandte oder Freunde weiterempfehlen.

Auf die Frage, welche Aspekte sich positiv auf ihre Arbeitsmotivation auswirken, geben 82 Prozent der Befragten an, dass angenehme Kollegen einen maßgeblichen Einfluss haben. Zwar ist die Bedeutung der monetären Vergütung nicht zu vernachlässigen (45 Prozent nennen variable Vergütung bzw. die Möglichkeit von Bonuszahlungen), doch nicht-monetäre Aspekte bleiben wie im Vorjahr im Vordergrund: So geben 75 Prozent der Befragten an, dass sie Respekt und Anerkennung durch Vorgesetzte motivieren. Eine abwechslungsreiche Tätigkeit sowie eine gute Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben folgen auf der Motivationsskala (73 Prozent bzw. 72 Prozent).

Rund ein Viertel der befragten Angestellten sind jedoch mit ihrem finanziellen Spielraum im Alltag, also der Summe an Geld, die ihnen für Ausgaben zum täglichen Bedarf zur Verfügung steht, nicht zufrieden. Das betrifft insbesondere Ostdeutsche, Angestellte mit einfachen Tätigkeiten, Befragte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro sowie Beschäftigte in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern. Auffällig ist auch, dass Frauen und Männer eine fast identische Zufiedenheit mit ihrem finanziellen Spielraum aufweisen.

Für die meisten Mitarbeiter bleibt ein gutes Grundgehalt die existenzielle Basis. Motivation und Identifikation wird hingegen vor allem durch Lohnnebenleistungen erzeugt.

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