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EM am Arbeitsplatz? Was erlaubt ist

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Nur in den seltensten Fällen dürften Fußball-Fans während der Arbeitszeit entspannt Fußball schauen

München - Während mancher EM-Spiele müssen Millionen Menschen arbeiten. Viele wollen die Partien währenddessen trotzdem mitverfolgen. Aber Vorsicht! Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wenn am Freitag die Fußball-EM angepfiffen wird, hat längst nicht jeder Fan auch Feierabend. Acht der 31 Begegnungen beginnen um 18 Uhr, andere später und auch am Wochenende. Und da müssen Millionen Menschen arbeiten. Viele wollen die Spiele während der Arbeit mitverfolgen. Aber Vorsicht!

Die sexy Fans der EM-Teilnehmer

Die sexy Fans der EM-Teilnehmer

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dürfen Beschäftigte einfach Fernsehschauen oder Radio hören?

Nein! „Mitarbeiter haben keinen Anspruch, die Spiele während der Arbeitszeit im Fernsehen, Radio oder Internet mitzuverfolgen“, erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Wirtschaft. Und Michael Henn, Präsident des Verbands der Arbeitsrechtsanwälte: „Ohne ausdrückliches Okay des Chefs geht gar nichts, weder am Fernseher, noch am Handy oder im Internet. Das lenkt zu sehr ab, da könnte die Arbeit leiden. Wer die EM anschauen will, muss vorher den Chef überzeugen, falls der nicht von vornherein großzügig ist“.

Was passiert, wenn jemand trotz Verbots die Spiele verfolgt?

Henn: „Halten sich Mitarbeiter nicht an die Spielregeln und gucken heimlich, kann das eine Steilvorlage für eine Abmahnung und – im Wiederholungsfall – die Kündigung sein.“

Was ist zu beachten, wenn der Chef Radio oder Fernsehen während der EM erlaubt?

Selbst wenn der Arbeitgeber dies gestattet, bleiben laut Brossardt alle anderen Regelungen bestehen. Brossardt: „Das betrifft die beschränkte private Nutzung des Internets. Auch Radioübertragungen dürfen nur gehört werden, wenn es mit der konkreten Art der Tätigkeit zu vereinbaren ist und der Arbeitsablauf sowie die Kollegen nicht gestört werden. Außerdem ist bei privaten Radiogeräten zu beachten, dass der Mitarbeiter und nicht der Arbeitgeber für die GEZ-Gebühren verantwortlich ist.“

Was ist mit Sonderurlaub?

Brossardt: „Es gibt kein Sonderurlaubsrecht.“ Allerdings muss ein Arbeitgeber den Wunsch nach Urlaub, so Exeprte Henn, „berücksichtigen, wenn keine betrieblichen Belange dagegensprechen“.

Wird die EM zum Streitthema?

Nein. Bertram Brossardt: „Nach unserer Erfahrung wird das in den Unternehmen sehr pragmatisch gelöst. Gute einvernehmliche Lösungen stellen sicher, dass die Mitarbeiter bei den Spielen mitfiebern können und die Produktion gleichwohl weitergeht.“

KHD

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