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Private Altersvorsorge

Ist die Riester-Rente noch eine Option? Sparer sind verunsichert

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Der Bestandsschutz für bestehende Riester-Verträge gilt derzeit als sicher.

Wie geht es künftig weiter mit der Riester-Rente? Die Pläne der neuen Bundes­regierung dazu sind noch vage. Im Koalitionsvertrag hat sie eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge angekündigt.

Ob die Riester-Rente so bleibt wie bisher, ist ungewiss. Einige Politiker würden sie lieber heute als morgen zu Grabe tragen, jedoch wurden bislang noch keine konkreten Aussagen getroffen.

Viele Verbraucher sind verunsichert: Zwar gilt der Bestandsschutz für bestehende Riester-Verträge derzeit als sicher. Aber ist auch weiterhin ein Neuabschluss mit der lukrativen Zulagenförderung und den steuerlichen Entlastungen für alle Sparer möglich? Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) fordert eine zeitnahe Klärung der Thematik.

Immer weniger interessante Angebote für Riester-Sparer

Für junge Menschen, die jetzt mit der Altersvorsorge beginnen, ist die Situation unbefriedigend. „Die Auswahl der interessanten Vertragsangebote für Riester-Sparer reduziert sich ständig, denn immer mehr Anbieter ziehen sich vom Neugeschäft zurück“, stellt Markus Latta, Fachteamleiter für Finanzdienstleistungen beim VSB fest. „Die kostengünstigen und flexiblen Banksparpläne sind aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase komplett vom Markt verschwunden und ab Sommer 2022 gibt es nur noch einen Riester-Fondssparplan-Anbieter, da nach der DWS nun auch die Deka Fondsgesellschaft das Neugeschäft einstellt.“

Einzig bei den teuren Riester-Rentenversicherungen gibt es nach Erhebungen von Finanztest im Januar 2022 mit 35 Versicherern noch eine größere Auswahl. Doch auch hier sind die Einstiegsvoraussetzungen streng: Eine Mindestvertragslaufzeit von 20 Jahren bis Rentenbeginn. Das bedeutet für ältere Sparer oder für Bestandskunden, die an einem Wechsel interessiert sind, als ein echtes K.-o.-Kriterium.

Überhaupt weist die Riester-Rente eine Reihe von Konstruktions­mängeln auf: Sie ist

  • sehr bürokratisch und wenig trans­parent,
  • nicht sehr effizient, weil ein erheblicher Teil der Sparbeiträge und Zulagen an die Anbieter statt in die Alters­vorsorge fließt,
  • unflexibel in der Renten­phase, weil bei Fonds- und Bank­sparplänen ein erheblicher Teil des angesparten Vermögens für die Rente ab 85 Jahren zurück­gehalten wird,
  • unausgewogen, weil manche Bevölkerungs­gruppen, etwa viele Selbst­ständige, keinen Anspruch auf Förderung haben.

Viele Sparer profitieren dennoch

Für Menschen mit Anspruch auf die staatliche Förderung sieht das Ganze nicht so negativ aus. Im Gegen­teil: Dank der Zulagen lohnt sich die Riester-Rente für Familien mit Kindern ebenso wie für Gutverdiener, weil sich die Beiträge von der Steuer absetzen lassen.

Die persönliche Rendite, die sich auf die selbst einge­zahlten Beiträge ergibt, liegt meist höher als bei jeder anderen sicheren Spar­möglich­keit für die Alters­vorsorge. Und beim Riestern sind alle Einzahlungen und Zulagen zum Beginn der Auszahl­phase garan­tiert.

Die Zukunft der Angebote ist ungewiss

Wer heute einen Riester-Vertrag hat, kann davon ausgehen, dass der Besitz­stand bleibt. Es kann sein, dass das Angesparte irgend­wann in eine andere Altersvorsorge-Variante über­führt werden muss, aber das wäre nicht tragisch. Bis dahin sollten Verträge fort­geführt werden.

Das gilt insbesondere für Renten­versicherungen, die vor vielen Jahren abge­schlossen wurden, denn sie bieten in der Regel sehr attraktive Konditionen. Sie haben oft noch eine garan­tierte Verzinsung weit über dem, was andere Anlageformen derzeit bieten können.

Wer dennoch die Nase voll hat, kann den Vertrag jeder­zeit kündigen, und muss dann zwar Zulagen und Steuererspar­nisse zurück­zahlen, die in der Zwischen­zeit erzielten Erträge aber nicht.

Wenig Auswahl für Neuabschlüsse

Riestern ist mit einer Versicherung, einem Sparplan oder im Rahmen einer Baufinanzierung möglich. Aber wie gesagt gibt es nur noch wenige interes­sante Angebote für Neuabschlüsse. Bank­sparpläne haben sich wegen des aktuellen Zins­niveaus so gut wie erledigt, auch bei Versicherungen ist die Luft inzwischen extrem dünn. Es bleiben vor allem die Fonds­sparpläne.

Bauspar­verträge können für Riester-Sparer, die eine eigene Immobilie bewohnen oder kaufen wollen, attraktiv sein. Mit Abstrichen gilt das auch für das Tilgen eines Baudarlehens. Das geht aber fast nur noch bei Bausparkassen und nur selten bei Banken, die oft güns­tigere Kredit­konditionen haben.

Am Ende des Sparens steht die Entscheidung an, wie das Kapital ausgezahlt werden soll. Eine klassische Rente ist nicht immer am besten. Sie ist eine Wette auf ein langes Leben, das heißt, wer früh stirbt, hat mehr einge­zahlt, als ausgezahlt wird. Ab einem Lebens­alter über 90 Jahren erweist sie sich aber als gute Wahl. Wenn der Versicherer die Beiträge gut für den Kunden angelegt hat und kostengünstig wirt­schaftet, kommt der Rentner auch eher ins Plus.

as

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