Rauschende Ballnacht mit Stil und Emotion

Stephanskirchen - Elegante Paare, die sich im Walzertakt drehten, gut aufgelegte Sänger, eine Büttenrede mit Spitzen auf die Kommunalpolitik, beschwingte Orchestermusik:

Der Schwarz-Weiß-Ball des Männergesangvereins Schloßberg machte auch heuer seinem Ruf, das gesellschaftliche Ereignis des Jahres in Stephanskirchen darzustellen, alle Ehre.

"Hipp-Hipp Hurra, die Sänger sind da" - aus allen Ecken des Saales marschierten die Aktiven des MGV Schloßberg, elegant im dunklen Anzug, die Zylinder und weiße Schals schwenkend in den festlich geschmückten Antrettersaal ein. Eine traditionelle Zeremonie, mit der der Funke der guten Laune auch heuer sofort auf das Publikum übersprang. Bereits zwei Monate vor dem Ball war dieser ausverkauft. 160 Besucher - unter ihnen auch Bürgermeister Rainer Auer und CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner - hatten die begehrten Karten ergattert. Was die Sänger besonders freut: Seit einigen Jahren drehen immer mehr junge Tanzpaare ihre Runden auf dem Parkett. Frauen genießen den Ball außerdem als Chance, sich in festlicher Robe zu zeigen. Viele atemberaubend schöne Kleider und funkelndes Geschmeide, aber auch extravagante Festfrisuren zogen deshalb auch beim Ball 2011 die Blicke auf sich.

Für einen Aktiven stellte der Abend ein besonderes emotionales Erlebnis dar: für Dirigent Willy (Helmi) Meier. Beim Ball 2010 war er mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Die erste Hilfe der Ballgäste Dr. Andreas Daxer und Dr. Adelheid Kellerer rettete ihm das Leben. Am Samstag stand der wieder genesende Leiter des Ball- und Salonorchesters Stephanskirchen erneut am Dirigentenpult und feierte mit einer von den Sängern spendierten Torte seinen "ersten Geburtstag".

Das von ihm geleitete Orchester füllte mit beschwingter Tanzmusik - vom Walzer bis zum Rock 'n Roll, vom Swing bis zum Tango - die Tanzfläche. In den Pausen unterhielten die MGV-Aktiven als "Mainzer Hofsänger" mit Stimmungsliedern, die das Publikum fleißig mitsang, und das Ensemble des Männergesangvereins mit einem Medley beliebter Gassenhauer und Weinlieder.

Viel Applaus gab es außerdem für Büttenredner Bernhard Holzner. Im Falle einer Niederlage von München und Garmisch bei der Bewerbung um die Winterolympiade 2018 brachte er eine Alternative ins Gespräch: die Gemeinde Stephanskirchen. Der Slalom-Wettbewerb könnte zwischen Otfried-Preußler-Schule und Waldering stattfinden, weil sich hier eine Verkehrsinsel an die nächste reihe. Eine Buckelpiste biete der Salinweg mit seinen Berliner Kissen. Für das Biathlon-Schießen biete sich die Schallschutzmauer im neuen Baugebiet Höhensteig/Entleiten an. Und für eine schnelle Abfahrt müssten nur alle Ampeln von Stephanskirchen bis Schloßberg auf grün gestellt werden.

Holzner versprach außerdem dem Bürgermeister, der eine neue Seniorenpolitik angestoßen hat, die aktive Teilhabe des MGV. Die Mitglieder würden es Johannes Heesters nachmachen und mindestens bis zum 107. Geburtstag auf der Bühne stehen, kündigte er an.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Rosenheimer Faschingsgilde. Das charmante Prinzenpaar mit einem perfekt getanzten anspruchsvollen Walzer begeisterte ebenso wie die Showeinlage der Garde.

Mit Faschingsorden wurden unter anderem die beiden Lebensretter von Dirigent Meier, Dr. Daxer und seine Kollegin Kellerer, geehrt. Die Auszeichnung erhielten außerdem Ballstammgast Stöttner, der Moderator des Abends, MGV-Sänger Manfred Panhans, der seit 50 Jahren aktiv ist, und Wolfgang Zeller, der gemeinsam mit Gudrun Linke das beliebte MGV-Ensemble leitet. Bis 1.30 Uhr feierten die Ballgäste ausgelassen weiter, bevor - für viele Tanzbegeisterte, die kaum ein Stück ausließen, wie immer zu früh - der Zapfenstreich kam. "Es war eine rauschende Ballnacht mit Stil", zog MGV-Vorsitzender Otmar Nau begeistert Bilanz.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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