Ochse Obama siegt

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Obama mit Jockey Sepp Braun aus dem Rennstall vom Braun in Weisham ist der schnellste Ochs von Wildenwart

Wildenwart - „Yes – we can“: „Obama“ mit Jockey Sepp Braun aus dem Rennstall vom Braun in Weisham ist der schnellste Ochs von Wildenwart. **Faschings-Special**

Souverän gewann er den Siegerkranz beim zweiten internationalen Wildenwarter Ochsenrennen. Auf Platz zwei folgte mit „Sebi“ und dem Loderer Schorsch aus Prien ein weiterer auswärtiger Teilnehmer vor dem Lokalmatador „Rennox“ vor dem Wagen des Mesner Flori. Diese Ochsenrennen könnten – zumindest im Chiemgau - eine ernsthafte Konkurrenz zur Formel eins werden. Gut 2500 Zuschauer säumten trotz winterlicher Kälte und einigen Schneeschauern die Rennbahn an der Wildenwarter Kirche. Sie bekamen sehr unterschiedliche sportliche Leistungen geboten. Während der spätere Sieger Obama seinen Vorlauf souverän gewann und von vorne herein allen Ehrgeiz zeigte, nahmen es einige andere, zur großen Belustigung der Zuschauer, mit dem Rennen und der sportlichen Pflicht nicht so genau.

Ochsenrennen Wildenwart

Nusso, Leo und Bertl die drei letztplazierten betrachteten intensiv die tief verschneiten Berge und nahmen lieber Kontakt zu den vielen maskierten Zuschauerinnen auf, als sich beim Rennen allzusehr zu strapazieren. Sie wußten nicht, daß sie sich mit dieser Einstellung selbst um die Siegerehrung und die Teilnahme am abendlichen Ochsenball im Feuerwehrhaus brachten. Alles Zureden und Anstacheln der Zugtiere vor den abenteuerlichen Gefährten half nichts: wenn Homer, Heinz-Rüdiger und Kurbe nicht wollten, dann ging für ein paar Minuten gar nichts. Nusso brachte es gerade einmal auf eine Wegstrecke von gut zehn Metern, das reichte bei einer Rundenlänge von 203,57 Metern natürlich nicht aus und brachte ihm den letzten Platz ein. Stefan Baumgartner hatte mit seinen beiden kleinen Werdenfelsern Xaver und Xari auch nicht recht viel mehr Glück: trotz doppelter OS-Zahl vor dem Wagen, belegte er Platz sechs. Dafür durften die beiden dann als besonders süße Last einmal eine Runde mit dem Aschauer Prinzenpaar Anton VI. und Karin I. fahren.

Wenn der Ochs nicht mehr will nutzt das gar nix

Die beiden Stadionsprecher Martin Baumgartner und Andreas Freund bekamen die Pointen von den verhinderten Rennläufern stets prompt geliefert. „Nächstes Jahr sollte der Fasching in den Sommer fallen“, meinte eine Zuschauerin, „dann macht es noch viel mehr Spaß, als bei der Saukälte“. Zehn Ochsen (und ihre Besitzer) nahmen teil. Mit phantasievollen Kostümen - Hörner waren für Ochs und Fahrer als Dienstbekleidung fast Vorschrift - glänzten die Fahrer. Auch bei den Zuschauern war zumeist eine dem Anlass angemessen Maskierung als Ochs und Kuh angesagt, Hauptsache alle waren warm angezogen, denn nicht einmal der reichliche Glühwein konnte die vielen verfrorenen Nasen auftauen. Von den militanten Tierschützern, die über das Internet zum Boykott des Rennens aufgerufen hatten, war weit und breit nichts zu sehen, sie hätten wahrscheinlich ihre Freude an diesem Rennen gehabt. Die Ochsen standen gut geschützt in einem Stall, auch zwischen den einzelnen Läufen wurden sie ausgeschirrt und gepflegt, Stockeinsatz hätte unweigerlich zur Disqualifikation geführt. Dafür hätten neben den vereidigten Ochsen-Kampfrichtern schon die Zuschauer gesorgt. So mussten die beiden Fahrer von Nusso und Bertl ihr Gefährt selbst heim schieben, als ihre Vierbeiner partout nicht mehr wollten uns alles gute Zureden nicht mehr half.

(reh/Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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