Jetzt wird es ernst mit der Heiraterei

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Hau-Ruck zieht die Hochzeitsgesellschaft an einem Strang. Der Grama-Lehrling (links) führt die Grama-Gesellen bei der Arbeit an.

Kematen - Emsiges Treiben und Gewusel unbeugsamer Burschen des Grama-Vereins beherrschen in diesen Tagen den beschaulichen Ort Kematen im westlich gelegenen Zipfel der Gemeinde Bad Feilnbach.

Alles deutet darauf hin, dass am Wochenende geheiratet wird - auf ganz besondere Weise.

Vor den Traualter treten Braut "Stingoletta Schoaßtromme", geborene "Zächankas vom Koal-Berg", und ihr Ehesklave "Andreotti Saufgurgl" vom Stamm der "Schmoizriassl vom Jammertoi". Als Termin auf dem Misthaufen steht Sonntag, 5. Februar, fest. "Nein-Sagen" und auf Oldtimer-Bulldogs die Kurve kratzen ist ab 11.11 Uhr strengstens verboten und wird mit Zwangsheirat bestraft.

So entsteht momentan westlich des Vergnügungspalasts am Ristorante "Schweinsgastus" (Gasthaus Weingast) ein beheiztes Stimmungs- und Gaudizelt, in dem Eheleute, Hochzeitslader, der Standesbeamte und die anhängliche Nobelgesellschaft in Geschlossenheit feiern können.

Programm:

"Kuchewogndog" mit Hochzeitsbaumaufstellen ist am Freitag, 18 Uhr, in Kematen. Am Sonntag, 5. Februar, finden der Hochzeitszug mit Trauung statt. Aufstellung ist um 10.10 Uhr am Parkplatz Oberhofen, Beginn um 11.11 Uhr. Danach geht es in das Zelt zum Mittagessen mit der Trachtenkapelle Dettendorf. Mahlkarten (18 Euro) erhältlich im Kaufhaus Stahl, Au, bei örtlichen Banken sowie Franz Bernrieder.

An anderer Stelle wird fleißig am Hochzeitsgwand geflickt und genäht. Da vor der Hochzeit nur die Braut den edlen Stoff sehen darf, wurde sowohl dem armen Andreotti als auch einem heimatbekannten Paparazzi absolutes Haus- und Fotografierverbot erteilt. Ebenfalls unter strenge Geheimhaltung fallend ist das Herrichten historischer Oldtimerbulldogs mit passenden Anhängern und Aufbauten. Aus sicherheitstechnischen und patentrechtlichen Gründen durfte die örtliche Presse nur vor verschlossenen Toren recherchieren. Fest steht inzwischen, wo sich der Trautisch befinden soll. In wenigen Tagen wird im Kemater Kulturzentrum die Stätte des Übels unverkennbar festzustellen sein.

Am Hochzeitstag werden berechtigte Hochzeitsgäste anhand ihrer Mahlkarten von bestens geschulten vereinseigenen Securitys kontrolliert. Erst ab 19 Uhr ist freier Einlass, wenn die "Dreder Musi" die bis dato musizierende Trachtenkapelle Dettendorf von ihrer immerwährenden Stimmungshitmaschine ablöst.

Ob der beheizte Stimmungstempel den Belastungen Stand hält, wird sich am morgigen Freitag zeigen. Angesagt ist, so wie es sich für den südbayerischen Raum ziemt, ein üblicher Kuchewogndog, dem das Aufstellen eines Hochzeitsbaumes ab 18 Uhr vorausgeht. Für Unterhaltung sorgt die "17 Promille-Musi". Zwischen dem Herbeibringen wichtiger Utensilien, welche die Bettlhochzeiter für ihre streitbare Zukunft so benötigen, machen Typen eingeladener Vereine in Sachen Humor und Stimmung auf sich aufmerksam.

pes/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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