Huber rettet die Rottalia

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Auf zu neuen Ufern: Lorenz Bauer, Dieter Gruber, Cornelia Gruber, Hildegard Heimerl, Karl Korn, Peter Heiß, Monika Schmid, Monika Heiß, Reserl Trager und Hanjo Hellfeuer (von links).

Neumarkt-St. Veit – Noch am Dienstag wussten die Führungskräfte der Rottalia Neumarkt-St. Veit nicht, wie es mit dem Faschingsverein weiter gehen sollte. Niemand wollte sich als Präsident zur Verfügung stellen.

Der rettende Einfall kam von Siegi Huber: Über eine Satzungsänderung wurde die Verantwortung auf die Schultern von drei Personen verteilt. Mit Dieter Gruber, Karl Korn und Hanjo Hellfeuer geht es nun weiter.

Noch kurz vor Beginn der Versammlung im Gasthaus Tragerwirt herrschte hektische Betriebsamkeit. Der Posten des Kassiers war noch vakant. Doch auch dieses Problem wurde noch aus der Welt geschafft, nachdem noch in den Stunden vor der Versammlung Präsidentin Elli Hellfeuer Gott und die Welt in Bewegung gesetzt hatte, um ein neues Präsidium zusammenzustellen. Wie sie selbst bei der Versammlung betonte, sei es ihr aus persönlichen und familiären Gründen nicht mehr möglich, das Amt, das sie erst seit drei Jahren inne hatte, weiter auszuführen. Umso mehr freute es die scheidende Präsidentin, dass es nun weiter geht, nachdem mangels Führungskraft die Vorzeichen schon auf eine Auflösung der Faschingsgesellschaft hingedeutet hatten. "Der liebe Gott hat uns den Siegi geschickt", dankte sie dem ehrenamtlichen Archivpfleger Siegfried Huber, der sich einen Tag vor der Versammlung bereit erklärt hatte, die Satzung zu überarbeiten und nun die Möglichkeit der Aufteilung des Präsidentenamtes auf drei gleichberechtigte Personen ins Spiel brachte.

Damit waren Dieter Gruber, Karl Korn und Hanjo Hellfeuer dann auch einverstanden, alle drei erklärten sich bereit, in dieser Konstellation die Rottalia durch die nächsten Jahre zu führen (siehe auch Kasten unten). Karl Korn machte jedoch keine Versprechungen, was den aktuellen Fasching betrifft. Zu kurzfristig sei die Umgestaltung. Nur soviel: "Am Faschingdienstag wird auf dem Neumarkter Stadtplatz schon etwas passieren." Unter der Ägide von Elli Hellfeuer war eine ganze Menge passiert, wie deren finaler Rückblick auf die vergangenen Jahre verdeutlichte. Da waren die Wadlbeißerauftritte 2008, im selben Jahr der Faschingszug anno 1958, dem Gründungsjahr der Rottalia. Oder etwa das "Schäsn-Hinauf-Ziag-Rennats" 2009. Ganz gut angekommen sei die Liveband, die seit drei Jahren am Faschingsdienstag aufspielt.

Dass sich dadurch die Ausgaben am Faschingsdienstag erhöht haben, zeigte der Kassenbericht von Reserl Trager auf. Einnahmen in Höhe von 2781 Euro standen im vergangenen Jahr Ausgaben in Höhe von 4132 Euro gegenüber, wobei vor allem der letzte Faschingszug mit 3500 Euro zu Buche schlug. Ein Defizit also von 1350 Euro bei einem derzeitigen Vereinsvermögen in Höhe von 8953 Euro. Froh, dass es mit der Rottalia weitergeht, zeigte sich Bürgermeister Erwin Baumgartner. Er bat die Rottalia, Veranstaltungen frühzeitig mitzuteilen, weil bei den erforderlichen Genehmigungsprozessen gewisse Fristen einzuhalten seien. Muck Eder forderte bei der allgemeinen Aussprache mehr Information und Kommunikation, Nack Zehentmaier mehr Präsenz der Rottalia-Mitglieder bei Veranstaltungen anderer Vereine.

So kurzfristig wie Siegi Huber die neue Satzung ausgearbeitet habe, so überraschend lautete die Forderung von Egbert Windhager, den Retter der Rottalia spontan zum Ehrenmitglied zu ernennen. Eine Ehrensache der versammelten Mitglieder, die dem einstimmig zustimmten. Traurig zeigte sich schließlich Dieter Gruber über die mangelnde Präsenz von Rottalia-Mitgliedern. Von den insgesamt 115 Mitgliedern waren nur vier Hand voll zum Tragerwirt gekommen. Und das obwohl es öffentlich bekannt gewesen sei, dass dem Verein die Auflösung bevorgestanden habe.

je/Mühldorfer Anzeiger

Quelle: innsalzach24.de

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