Salzburghofener Altweibermühle

Tausche 'Alte' gegen 'Neue' - die Verjüngungsmaschine

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Freiwillig ging keine 'Alte' in die Altweibermühle, um sich 'jung' mahlen zu lassen.
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Freilassing - Bei milden Temperaturen haben zahlreiche Freilassinger die Möglichkeit genutzt, um ihre 'Alte' in eine 'Neue' umzutauschen. Das Ganze hatte allerdings seinen Preis.

"Die Frauen werden immer älter und 'schiacha'", hat sich die Stadtkapelle Freilassing gedacht und deswegen ihre Altweibermühle runderneuert. Männer und Vereine karrten am Samstagnachmittag ihre alten Weiber unter dem Jubel von rund 400 Zuschauern nach Salzburghofen. Freiwillig ließ sich natürlich keine 'Alte' in die Mühle stecken, doch aus kamen sie auch nicht.

D'Rupertiwinkler Freilassing-Salzburghofen machten den Anfang mit einer besonders störrischen Dame. Sie musste nach einem Ausbüxversuch sogar von den flinken Müllergesellen wieder eingefangen werden. Das wirkte sich logischerweise auch auf den Preis aus und die waren gesalzen: 150,- "X/O Beine ausbiegen" & "Falten ausbügeln", 600,- "Rundumerneuerung".

"Verjüngungsmaschine" - Aus alt macht jung

Allerdings ließ sich Helmut Schröcker auch mit Naturalien wie Bier, Schnaps, Hühner, Weizen und Semmeln bestechen. Nur den "datschigen" Mais der Klein Gerstettener Hütte verschmähte der Obermühlner. Wenn zu wenig hingelegt wurde, kam nach dem Mahlvorgang wieder der altbekannte "Hausdrache" raus - aber in den meisten Fällen tat die Maschine ihren Dienst - manchmal belohnte sie die wartenden Herren sogar mit zwei Frauen. So erging es den Rupertiwinklern, die für ihre störrische Dame gleich zwei junge Schönheiten als Belohnung erhielten.

Die Feuerwehr forderte von Schröcker eine Fahnenbraut für ihr 150-Jähriges Jubiliäum im Juni diesen Jahres, aber mit einem Pfund Mehl gab sich der Mühlnermeister nicht zufrieden. Die "Alten" seien mit Naturalien alleine nicht mehr zu zahlen, da brauche es schon auch noch ein paar Scheinchen. Nach einem Bestechungs-Schnaps ließ er sich allerdings darauf ein, für ein Packerl Semmeln und eine "größere Halbe Bier" + 450 € der Freiwilligen Feuerwehr zu ihrem Ehrenfest zwei Marketenderinnen UND eine junge, schöne Fahnenbraut zu "mahlen".

Die Stimmung und Freude bei Zuschauern und Vereinen war groß, aber eine Anregung für die nächste Altweibermühle gab es dann doch: Frauen sollte künftig auch die Möglichkeit gegeben werden, ihre "alten Mannsbuida" auszutauschen, wenn die Arbeitsleistung oder "sonstige Leistungen" nicht mehr erbracht würden. Manaleid auszutauschen sei laut Schröcker ein neues "unerschlossenes Feld". Man darf alsogespannt sein, ob die Stadtkapelle ihre Verjüngungsmaschine noch einmal überarbeitet.

cz mit Material der Stadtkapelle Freilassing

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