Berchtesgaden: Besondere 5. Jahreszeit

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Seine Tollität, Graf Peter I., und ihre Lieblichkeit, Gräfin Maria von und zu Lichtenfels, bekamen Orden, Szepter und Diadem von Gildenpräsidentin Karin Schröer überreicht.

Berchtesgaden - Es ist eine ganz besondere „5. Jahreszeit“, die für die Berchtesgadener Faschingsgilde am 11.11. eingeläutet wurde:

Zum einen freut man sich über ein echtes Faschingsjubiläum, das 55-jährige Bestehen. Zum anderen gibt es heuer zum ersten Mal in der Geschichte der Gilde kein Prinzen-, sondern ein Grafenpaar: Seine Tollität, Graf Peter I., und ihre Lieblichkeit, Gräfin Maria von und zu Lichtenfels, wurden in feierlichem Rahmen und im Beisein vieler befreundeter Gilden im Panorama-Restaurant im Hotel Edelweiß vorgestellt.

Fotos vom Faschingsauftakt in Berchtesgaden:

Faschingsgilde Berchtesgaden feiert

Präsidentin Karin Schröer hatte allen Grund zur Freude über die stattliche Zahl an Gästen und Freunden, die der Einladung zur Prinzenpaar-Vorstellung gefolgt waren. Besonders begrüßte sie Renate Zern als Vorsitzende der Berchtesgadener Liedertafel sowie die befreundeten Gilden aus Kuchl, Salzburg, Kammer, Traunstein, Trostberg und Waging am See.

Unter rhythmischem Klatschen zogen die Berchtesgadener Gastgeber bei bester Stimmung ins Restaurant ein. Die Präsidentin machte in ihrer Ansprache keinen Hehl daraus, dass die Suche nach einem Prinzenpaar - wieder mal - nicht ganz einfach war; sind doch mit dieser ehrenvollen Aufgabe auch viele Verpflichtungen verbunden. Fast bundesweit hat die Berchtesgadener Gilde ihre Fühler ausgestreckt und doch kein Prinzenpaar gefunden - dafür aber ein Grafenpaar. Dafür waren zähe Verhandlungen nötig - und es war durchaus gewollt, ein Grafenpaar einzusetzen.

Als erste Amtshandlung führte das neue Grafenpaar der Berchtesgadener Faschingsgilde eine Ehrung durch. Ursula und Reante Zern wurden für zweimal elf Jahre, als 22-jährige Mitgliedschaft, mit einer Urkunde ausgezeichnet. Unser Bild zeigt (von links) Renate Zern, das Grafenpaar, Gildenpräsidentin Karin Schröer sowie Ursula Zern.

Der Unterschied: Ein Grafenpaar bringt mehr Lebensjahre und damit mehr Erfahrung mit als ein Prinzenpaar. So konnte sie den Anwesenden mit großer Freude Seine Tollität, Graf Peter I, und Ihre Lieblichkeit, Gräfin Maria von und zu Lichtenfels vorstellen. Dabei hat es um das Paar noch eine besondere Bewandtnis: Sie Königsseerin, er Rheinländer - mit einschlägigen und jahrzehntelangen Faschingserfahrungen. Die Inhaber des Gasthofs Lichtenfels in Schönau am Königssee sind hochgradig infiziert mit dem Faschingsvirus und damit wohl die ideale Wahl für die Berchtesgadener Gilde.

„Kein Feuer kann brennen so heiß wie die Liebe zwischen Bayer und Preiß“, ließen sie in ihrer Vorstellung verlauten. Mit einem dreifach-kräftigen „BGD-Juchee“ wurde die Verleihung von Diadem, Szepter, Haus- und Jahresorden durch die Präsidentin begleitet. Das Grafenpaar überreichte dann selbst die Jahresorden an die Berchtesgadener Gilde.

Anschließend machten die Gratulanten der umliegenden Gilden dem Grafenpaar die Aufwartung. Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde fleißig das Tanzbein geschwungen, Hofmarschall Daniel Schweickhardt sorgte musikalisch und als Moderator für beste Stimmung.

Für die Präsidentin ist nun Zeit, kurz durchzuatmen. Karin Schröer ist froh, dass sie so ein gestandenes Grafenpaar gefunden hat: „Im Fasching stehen um die 25 Termine an und das geht jetzt schon los“, berichtet sie. Erst ein einziges Mal gab es in der Geschichte der Gilde kein Prinzenpaar, damit wird im 55. Jahr des Bestehens eine große Tradition fortgesetzt.

Ganz leicht tun sich die Narren nicht, der Berchtesgadener Talkessel ist keine Hochburg des Faschings. Trotzdem ist die Gilde mit Herzblut dabei und freut sich besonders über den Rückhalt von TRBK und Marktgemeinde; deswegen wurden Tourismusdirektor Michael Grießer und Bürgermeister Franz Rasp auch zu Ehrensenatoren ernannt.

So geht die Faschingsgilde gut gerüstet in ihre wichtigste Zeit des Jahres; Höhepunkt wird wieder der Hofball am 18. Januar im Kur- und Kongresshaus sein. „Wir haben einige Überraschungen geplant, weil wir ja auch unser 55. Jubiläum feiern, aber mehr wird noch nicht verraten“, kündigt die Präsidentin an. Darauf freut sich auch seine Tollität Graf Peter I. schon jetzt. Auch er hat sich mit seiner Gräfin viel vorgenommen für die kommenden Monate. Der Fasching ist für ihn auch eine Art Brauchtum, die es zu erhalten gilt.

Graf Peter geht ob seiner Kölner Wurzeln natürlich mit besonderem Engagement an die Sache und hat auch keine Angst vor Versprechern: „Ob Fasching oder Karneval ist doch egal, wichtig ist, dass man mit Freude dabei ist. Und wenn mir mal ein Alaaf rausrutscht statt dem BGD-Juchee, dann ist das auch nicht schlimm.“

tj/bit

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