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Voll integriert statt isoliert

OVB
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"So viel selbstständiger, so viel selbstbewusster": Maxi freut sich, wenn seine Mutter zu Besuch kommt. Aber daheim ist er inzwischen in der Dominikusgruppe der Stiftung Attl.

Heimunterbringung: Der negative Klang dieses Wortes ist tief verankert, mit Misstrauen und der Vorstellung von sozialer Abschiebung besetzt. Die Betroffenen unserer Weihnachtsspendenaktion sehen das total anders: "Isoliert sind die Kinder eher zu Hause, hier sind sie integriert", sagt Renate Leirer, eine betroffene Mutter.

Attel - "Heid hob i zwoa Euro vadient." Maxi Leirer strahlt seine Mutter über das ganze Gesicht an. Der 15-Jährige lebt seit drei Jahren in der Dominikusgruppe der Stiftung Attl. Heute war er in seinem ersten Praktikum in der Inntal-Werkstätte auf dem Gelände der Behinderteneinrichtung - und hat tatsächlich Gefallen am Arbeiten und Geldverdienen gefunden.

Für seine Mutter ist das wieder einmal eine deutliche Weiterentwicklung: "Es ist ungeheuer, welche Fortschritte Maxi hier in Attl gemacht hat. Er ist wahnsinnig viel selbstständiger und selbstbewusster geworden."

Maxi hat ein Anfallsleiden und eine geistige Behinderung. Eine Folge: Er kann nicht Fußball spielen, nicht Rad fahren, nicht einfach mit anderen Kindern toben, denn "Maxi hat keinerlei Gefahrenbewusstsein", musste seine Mutter leidvoll feststellen. Andererseits ist er aber aufgeweckt und immer an sozialen Kontakten interessiert. Und so wurde er zu Hause im Laufe der Jahre immer unruhiger und deprimierter, seine Frage immer dringlicher. "Warum habe ich keine Freunde?"

Jetzt hat er viele Freunde, er hat immer Spielkameraden, kann alleine zur Förderschule gehen, kann in einer Gemeinschaft lernen, die sich auf ihn einstellt und ihn gezielt fördert. "Der Platz in der Stiftung Attl war für Maxi eine Riesenchance. Zu Hause hätte er nie diese Entwicklungschancen gehabt", steht für seine Mutter fest. Sie ärgert sich daher maßlos über das "dumme Gerede vom Abschieben" behinderter Kinder ins Heim: "Isoliert sind die Kinder und Jugendlichen doch eher zu Hause, immer in einer Sondersituation, immer abhängig von den Eltern. Hier sind sie integriert, machen die Erfahrung, dass ein Leben mit Behinderung normal ist", stellt sie fest, und: "Vielen Eltern und ihren Kindern würde viel erspart bleiben, wenn sie nicht so viel auf andere hören würden, die nichts verstehen."

Dabei hat auch die Familie Leirer langeum die Entscheidung gerungen. Und als sie sich von ihrem Kind trennen, es Richtung Attel verabschieden musste, ist es Renate Leirer alles andere als gut gegangen. "Das war hart. Aber mein Kind hat gewonnen, und zwar auf seine ganze Zukunft gesehen. Maxi hat nicht die Familie verloren, sondern sie ist erweitert worden."

Gerne kommen die Eltern und die beiden älteren Geschwister zu Besuch, holen Maxi jedes zweite Wochenende heim. Das genießt der Jugendliche dann genauso, wie ansonsten die vielen Unternehmungen in der Dominikusgruppe, mit den Betreuern und seinen Freunden.

Jetzt freut sich Maxi schon auf das neue Zimmer, das er im Herbst bekommen soll. Noch steht von dem neuen Heim für Kinder und Jugendliche in Attel nur ein Modell in der Gruppe. Doch auch dank der großartigen Spendenbereitschaft der OVB-Leser dürften die Pläne bald Wirklichkeit werden. Dann werden Maxi und seine Freunde auch künftig einen Platz und eine Heimat haben - und noch viele Kinder und Jugendliche, die derzeit bei der Stiftung Attl auf der Warteliste stehen.

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