Eine Monarchin der Herzen

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Wieder eine Annäherung an historischen Stoff: Sissi (Svenja Klein) und Franz-Joseph (Friedrich Rau).

Rosenheim - Die wechselvolle Geschichte der jungen österreichischen Kaiserin Sissi erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit, denn das Schicksal dieser "Monarchin der Herzen" bewegt ganze Generationen.

Die Produzenten Oliver Meier und Frank Sitter von "Grossstadt-Entertainment" wollten mit ihrer Theater-Version im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum Sissis "wahre Geschichte" auf der Bühne darstellen. An vielen Stellen zeigte sich allerdings bei Oskar Maywalds Text unter der Regie von Jan Käfer, wie schwierig es ist, einen derart oft adaptierten Stoff in ein neues, kurzweiliges Gewand zu hüllen. Zu oft hatte die Produktion mit den wunderbaren Kostümen (Elisabeth Hahnas) mit Längen zu kämpfen, ohne etwas Neues oder - im Vergleich zu Musical oder Film - irgendwie Besseres beziehungsweise zumindestens Gleichwertiges zu bieten.

Sissi-Darstellerin Svenja Klein war an sich überzeugend und frisch, jedoch strahlte auch sie nicht durchgehend jene feine Mischung aus adeliger Würde einer angehenden Kaiserin und Kessheit der Jugend aus. Mit Friedrich Rau, der ihren Angetrauten Franz-Joseph verkörperte, trat sie in ein farbenreiches Dialogspiel ein, das immer wieder durch belebende Akzente erfreute.

Im Hinblick auf Können und vor allem auch auf Ausstrahlung und Intensität stand Ingeborg Brings als Franz-Josephs Mutter Sophie an der Spitze. Sie lebte ihre Rolle zu jeder Sekunde intensiv und überzeugte dadurch auf ganzer Linie.

Kess und slapstick-ähnlich angelegt war die Rolle der ungarischen Zofe Ida, die Juliane Beier sehr überzogen vermittelte. Freilich amüsierte die wandelbare Darstellerin so, doch fügte sich diese moderne Art der Interpretation nicht immer harmonisch in das klassisch angelegte Gesamtgefüge ein.

Ähnliches gilt für Jörg Harald Werrons Dreifachrolle: eine überzeugende schauspielerische Leistung, aber im logischen Zusammenhang betrachtet mit befremdendem Nebengeschmack.

Trotz aussagekräftigen Akteuren, zu denen auch Nikolas Knauf, Sarah Kattih und Alessandro Nania Pacino zählen, mutete die konzeptionelle Herangehensweise an die große Historie auch aufgrund der stellenweise etwas zu sehr modernisierten Sprache also eher etwas plump und unausgegoren an.

Raphaela Hinterberger/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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